Totenbeschwörer (Autor: Jonathan L. Howard; Ein Fall für Johannes Cabal, Bd. 2)
 
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Totenbeschwörer von Jonathan L. Howard

Rezension von Christel Scheja

 

Wann immer ein Genre in das Interesse der Leser rückt, sind auch die Satiriker und Parodisten nicht weit und würzen die dunklen Erzählungen mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor.

Auch Jonathan L. Howard gehört zu dieser Gruppe. In „Totenbeschwörer“ setzt er die Trilogie „Ein Fall für Johannes Cabal“ fort, die mit „Seelenfänger“ begann.

 

Obwohl er seine Seele einst freiwillig an den Teufel verpfändet hat, um Nekromant zu werden, bereit Cabal diesen Schritt und lässt sich auf einen Handel ein, der ihm bisher nichts als Ärger eingebracht hat. Denn nachdem er eine ganze Weile mit einem magischen Jahrmarkt umher gezogen ist, und hundert Seelen gesammelt hat, sitzt er jetzt im Kerker von Mirkavien gelandet und erwartet seine Hinrichtung – und das nur, weil er sich unerlaubterweise eine verbotene Schrift ausgeliehen hat, die eigentlich unter strengsten Verschluss steht.

Doch er kommt noch einmal mit einem blauen Auge davon, denn ein hoher Staatsbeamter taucht eines Tages in seiner Zelle auf und bietet ihm einen Handel an. Er soll den kürzlich verstorbenen Kaiser Antrobus II. wieder zum Leben erwecken, damit dieser eine letzte entscheidende Rede hält, um das Volk zur offenen Rebellion aufzurufen. Denn seit dem Verscheiden des Herrschers ächzt das Land unter einer erdrückenden Fremdherrschaft.

Johannes Cabal tut was er kann, aber er ist auch auf der Hut. Und tatsächlich geht schief, was nur schief gehen kann, so dass die wohl vorbereitete Flucht sein einziger Weg in die Freiheit bleibt.

Doch auch auf dem Luftschiff, auf das er in der Identität eines kleinen Beamten flieht erwartet ihn gleich das nächste Abenteuer. Denn schon kurz nach dem Abflug geschieht ein Mord, mit dem er einmal nichts zu tun hat, und das soll nicht der einzige bleiben.

Schon bald fällt der Verdacht auch auf ihn und es bleibt ihm nur eine Möglichkeit, sie aus dieser Sache hinaus zu winden – indem er sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und dessen Motive macht.

 

„Totenbeschwörer“ hat nichts mit „Seelenfänger“ zu tun, so dass man den Band auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, da Ereignisse aus dem ersten Roman nur dann und wann erwähnt werden, aber eigentlich keine Auswirkungen auf das jetzige Abenteuer haben.

Wieder beeindruckt der Autor mit seiner Mischung aus Fantasy und alternativen Europa, garniert mit einer Technik, die dem Steampunk entnommen zu sein scheint und doch auch ein wenig an die der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts erinnert.

Die Geschichte selbst ist eher simpel und bedient sich klassischer Motive, nur dass der von der Obrigkeit missbrauchte Wissenschaftler letztendlich ein Nekromant ist und die Flucht nicht in einem Zug stattfindet, sondern in einem Luftschiff, in dem er auf viele andere illustre Gestalten trifft, die sich gegeneinander auszustechen versuchen.

Diesmal ist Johannes allein unterwegs, Verbündete finden sich erst später, so dass man auch mehr miterleben kann, wie er sich alleine durchbeißt. Allerdings hat er immer noch genau so wenig Gewissen, wie im ersten Band. Alles in allem bedient der Autor gängige Klischees und Archetypen. Natürlich kann man den schmierigen und intriganten Staatsbeamten nicht trauen, und auch auf dem Schiff ist niemand wirklich der, der er vorgibt zu sein.

Dennoch ist das Buch so unterhaltsam und frech geschrieben, dass man immer wieder über Gegebenheiten schmunzeln und auch am Ende zufriedne zuklappen kann. Nur mit den Figuren wird man nicht sonderlich warm, was aber auch nicht in der Absicht des Autors zu liegen scheint.

 

Wie „Seelenfänger“ weiß auch „Totenbeschwörer“ durch seinen schwarzen Humor und die kurzweilige Handlung zu gefallen. Vor allem Fans von Filmen von Ton Burton und ähnlicher Roman, werden sehr viel Gefallen an der Serie finden, die munter klassischen Krimi, Fantasy und Steampunk miteinander mischt.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202306041706166870f771
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Roman:

Totenbeschwörer

Reihe: Ein Fall für Johannes Cabal, Bd. 2

Autor: Jonathan L. Howard

Goldmann, erschienen Oktober 2010

broschiert, 414 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Jean-Paul Ziller

Titelbild von Jürgen Gawron, Innenillustrationen von Snugbat

ISBN-10: 344247034X

ISBN-13: 978-3442470341

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 14.12.2010, zuletzt aktualisiert: 22.05.2023 19:45