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Totenstadt von Brian Hodge

Rezension von Tanja Elskamp

 

Justin Grays Lebensweg führt nach New Orleans, in die Südstaaten-Metropole der Bayous – und des Voodoo. Mit der dunklen Magie hat Justin allerdings zunächst einmal gar nichts zu schaffen. Gerade ist er dabei, sein Leben neu zu ordnen, nachdem es ein Jahr zuvor durch den Kontakt mit einer Droge fast zerstört worden wäre. Nun kittet Justin seine Beziehung und seinen beruflichen Erfolg – und vor allem letzteres gelingt ihm außerordentlich gut, als er mit einer Kaffeepad-Kampagne einen wirklichen Marketing-Hit landet. Doch trotz aller Mühen scheint Justin das Unglück anzuziehen, und so findet er sich plötzlich als Spielball und Opfer skrupelloser Menschen wieder, die die Kraft des Voodoo gegen ihn einsetzen.

 

Grundsätzlich hat Brian Hodge mit „Totenstadt“ einen klassischen Roman des fantastischen Genres abgeliefert. New Orleans, Voodoo-Magie und Zombies gepaart mit teils sehr weltlichen Intrigen, Spionagen und Gier, das ergibt eine Mischung, die Leser leicht in den Bann schlägt.

 

Einmal in einer solchen Geschichte gefangen, wollen jedoch auch vom Thema begeisterte Leser gut unterhalten werden – und dies in der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Zum Glück dauert es gerade einmal zwanzig Seiten, bis sich eine vorläufige Entscheidung zu Hodges Werk als Top oder Flop abzeichnen kann, und es sieht nach dem hochgereckten Daumen aus.

 

Tatsächlich gelingt es Hodge, von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung zu halten. Immer tiefer gerät der Leser in den Strudel der beschriebenen Ereignisse, lässt sich von der gigantischen Atmosphäre tragen und fiebert mit geröteten Wangen den noch kommenden Begebenheiten entgegen.

 

Die Charaktere wirken authentisch, und obwohl es gerade Justin ist, dessen Weg der Leser auf Schritt und Tritt verfolgt, so lernt er dennoch weitere Charaktere näher kennen. Dies sorgt nicht nur dafür, dass man sich enger mit der Handlung verbunden fühlt, sondern Hodge gelingt bereits ziemlich zu Anfang etwas, das andere Autoren in ganzen Büchern nicht zu Wege bringen: Er weckt Emotionen beim Leser, die auch noch präsent sind, wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat.

 

508 Seiten dick ist das Taschenbuch aus dem Festa-Verlag, und Brian Hodge gelingt es mühelos, auf all diesen Seiten keinerlei Längen aufkommen zu lassen.

Dies klingt nach dem perfekten Lesegenuss, und er wäre es auch, hätte Hodge dieses Werk losgelöster vom Vorgänger „Nightlife“ geschrieben. Zuerst wirkt der Rückblick auf den mit dem Vorgänger nicht vertrauten Leser verwirrend, schließlich störend, denn immer wieder wirft der Autor mit den Augen des Protagonisten Justin einen Blick zurück, erläutert Vergangenes und durchbricht damit wiederholt die aktuelle Geschichte. Da eine direkte Verbindung zwischen den beiden Büchern nicht offenbar gegeben ist, also nicht offenkundig eine Serie existiert, wirkt dieses Vorgehen leider vornehmlich störend.

 

So bleibt „Totenstadt“ eine Bewertung als perfekter New Orleans-Horrorroman verwehrt – dennoch ist dieses atmosphärisch dichte Werk ein echtes Schmankerl, dessen Lektüre jedem ans Herz gelegt sei.

 

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Totenstadt

Autor: Brian Hodge

Broschiert: 507 Seiten

Verlag: Festa; Auflage: 1 (10. Januar 2006)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3865520383

ISBN-13: 978-3865520388

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.02.2007, zuletzt aktualisiert: 19.04.2017 10:58