Über die Nebelbrücke (Autor: Astrid Vollenbruch; Einhornzauber Bd. 1)
 
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Über die Nebelbrücke von Astrid Vollenbruch

Reihe: Einhornzauber, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Zwar ist bis heute ungeklärt warum gerade im Alter zwischen acht und zwölf Jahren viele Mädchen von Pferden mehr als fasziniert sind, bei einigen bleibt die Liebe zu den Tieren auch noch darüber hinaus erhalten.

Sei es nun, dass sie selbst die Möglichkeit haben Reitstunden zu nehmen und dabei den Umgang mit den Tieren zu lernen oder wenigstens durch Comics, Bücher und Filme sensibilisiert werden - scheinbar geben ihnen Pferde das Gefühl von Freiheit und Verantwortung, mehr noch als die Betreuung eines Hundes oder anderer Haustiere.

Deshalb gehören zur Mädchenliteratur immer auch Romane und Geschichten über Pferde, egal ob sie nun einen historischen, gegenwartsbezogenen oder sogar fantastischen Inhalt haben, so wie "Über die Nebelbrücke", der erste Band des Zyklus "Einhornzauber" von Astrid Vollenbruch.

 

Sonja hat es nicht gerade einfach, denn ihre Eltern haben durch die anstrengende Arbeit als Pflegefachkräfte in einer psychiatrischen Klinik kaum Zeit für sie, und in der Schule kann sie auch nicht in dem Maße mit den anderen mithalten in dem sie möchte, so dass sie oft das Gefühl hat, dass selbst ihre beste Freundin Melanie nichts mehr mit ihr zu tun haben will.

Ihre ganze Liebe steckt sie in die Pflege der Tiere des heruntergekommen Waldhofes Frickel. Vor allem die Ponies Mickey und Bjarni haben es ihr angetan. Sie liebt Pferde über alles und träumt sogar in der Schule von ihnen.

Doch als sie an einem heißen Sommertag auf dem einsam liegenden Gehöft auftaucht, ist etwas anders als sonst. Nicht nur der Besitzer, auch die Tiere sind spurlos verschwunden und lassen sich nicht mehr aufspüren.

Für das junge Mädchen bricht eine Welt zusammen, denn nun hat sie nichts mehr, was sie lieben und betreuen kann. Doch gerade als sie verzweifelt den Hof verlassen will, glaubt sie ein herrenloses verwildertes Pferd zu sehen, einen abgemagerten und misshandelten Grauen. Dass er keine Halluzination war, erfährt sie kurze Zeit später, denn auch andere haben das Tier gesehen.

Sonja beschließt es zu suchen und sich seiner anzunehmen, ehe es genau so verschwindet wie die Ponies. Davon können sie nicht einmal ihr Bruder Philipp, Melanie oder die Eltern abhalten. Auf dem verlassenen Waldhof kommt es zu einer Konfrontation mit ein paar älteren Jungen, die sich zu einer Fahrrad-Gang zusammen geschlossen haben. Sie machen sich einen Spaß daraus, das Tier zu jagen und gehen auch auf Sonja los, als sie es beherzt verteidigt. Doch allein kann sie nicht viel gegen die älteren Jungen unternehmen.

Als nichts anderes als die Flucht bleibt, geschieht das Unfassbare: Der Graue ist kein gewöhnliches Pferd, sondern verwandelt sich ein schwarzes Einhorn mit glitzerndem Fell, mit silberner Mähne und Schweif und einem leuchtenden Horn. Es trägt sie durch einen silbernen Nebel weiter fort, als es sich Sonja vorstellen kann - in ein fernes unbekanntes Land.

Nur die Misshandlungsspuren bleiben. Als Sonja dem Einhorn helfen will, weil sie spürt, das es sie als einzigstes Wesen wieder zurück nach Hause bringen kann, findet sie überraschend eine seltsame Halskette. Dies und seltsame Begegnungen lassen Sonja ahnen, dass sie mitten in ein magisches Abenteuer geraten ist..

Derweil machen sich Melanie und Sonjas Bruder Sorgen. Sie beschließen die Freundin und Schwester zu finden, stolpern dabei im Wald aber sprichwörtlich über einen seltsam gekleideten Jungen namens Darian, der von sich behauptet, ein Prinz und Krieger zu sein.

 

Warmherzig und lebensnah erzählt Astrid Vollenbruch von Sonjas Erlebnissen. Sie nimmt sich Zeit, das Mädchen und seine Umwelt genau vorzustellen, seine Freuden, Sorgen und Nöte. Sie macht es dem Leser sehr leicht, sich schnell in die Figur einzufinden und ihre Abenteuer hautnah mit zu erleben. Aber nicht nur ihre Heldin, auch die anderen Figuren des Buches sind glaubwürdig und lebendig dargestellt.

Ebenso gelungen ist der Übergang in die magische Welt, die nicht gleich mit einem Schlag, sondern langsam eingeführt wird. Wie die Heldin wird der Leser langsam in die Welt der Elarim eingeführt und erfährt nur nach und nach von den Gefahren, die Sonja dort erwarten, macht neugierig durch Andeutungen und Hinweise, die in diesem Band noch nicht geklärt werden. Denn auch wenn Sonja am Ende wieder nach Hause findet, so ist doch klar, dass sie nicht die letzten Abenteuer an der Seite von Nachtfrost, dem schwarzen Einhorn, und ihrer neu gewonnenen Freunde erlebt hat.

 

Einhornzauber besitzt all das, was Mädchen zwischen zehn und vierzehn in den Bann schlagen dürfte: eine pferdeverrückte Heldin, mit der sie sich schnell identifizieren können und ein magisches Abenteuer, dass ihnen immer wieder neue Überraschungen bietet.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202306041608216dbca901
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Über die Nebelbrücke

Reihe: Einhornzauber Bd. 1

Autorin: Astrid Vollenbruch

gebunden, 194 Seiten

Kosmos, Stuttgart, erschienen Februar 2007

ISBN 978-3-440-10846-8

Titelbild von n.n, Karte von Astrid Vollenbruch

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 10.02.2007, zuletzt aktualisiert: 12.03.2023 15:03