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Vampyr von Brigitte Melzer

Rezension von Carsten Kuhr

 

Brigitte Metzler hat bislang im Ueberreuter Verlag zwei Fantasy-Romane vorgelegt. Mit vorliegendem Werk wendet sie sich diesmal der düsteren Seite der Fantasy zu. Sie siedelt ihre Handlung in einem abgelegenen Tal der schottischen Highlands um 1727 an. Catherine, die Protagonistin aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, wuchs in der Burg der Herrschenden MacKays auf. Sowohl Martáinn, der Sohn des Fürsten als auch dessen bester Freund und Waffengefährte haben ein Auge auf die junge Schönheit mit den unbändigen roten Haaren geworfen. Doch dann belauscht sie ein Gespräch ihres Vaters, in dem dieser zugibt, das Herrscherpaar getötet zu haben, um selbst die Macht zu übernehmen. Unfähig die Scham und Wut über den Verrat zu ertragen flieht sie aus ihrer Heimat.

Jahre später, als junge, bezaubernde Frau kehrt sie unerkannt zurück. Ihr Vater wurde vom aus dem Exil zurückgekehrten Herrschersohn im Duell getötet, einmal noch will sie die alten Gefährten ihrer Kindheit zumindest aus der Ferne wiedersehen. Dann aber entdeckt und verhindert sie einen feisten Meuchelanschlag auf Martáinn. Nur zu bald wird deutlich, dass ihr Vater aus dem Grab erneut nach der Macht greift. Als Vampir spinnt er wieder seine Ränke, sucht den Thronerben zu töten, um sein dunkles Ziel zu erreichen. Dass er dabei auch vor seinem eigenen Blut nicht halt macht, dass uralte Dämonen und Vampire ebenso mitmischen wie menschliche Verräter bringt unsere Heldin in weit gravierendere Probleme als die beiden sie hofierende Galane – denkt sie zumindest zunächst ...

 

 

Eine Dreiecksgeschichte, zwei mächtige Freunde, die um die Liebe einer bezaubernden Frau buhlen und das in der wild-romantischen Kulisse der schottischen Highlands, das erinnert ein wenig an Diana Gabaldon. Brigitte Metzler aber geht einen eigenen Weg.

 

Sie beschränkt sich bewusst auf einige ganz wenig Handelnde, auch das schottische Tal als stimmungsvoller Handlungsort wird kaum genutzt. Stattdessen mischt sie ihre eigenen Cocktail voller Romantik, uralter Zauberei und dem Kampf um die Macht. Dabei hält sie für ihre Leser so manche Überraschung und Wendung bereit. Das liest sich dann recht flott und flüssig, ohne dass der Text mich aber wirklich in seinen Bann ziehen konnte.

 

Woran mag dies gelegen haben?

 

Vielleicht daran, dass Metzler einfach zu viele Versatzstücke in ihren wohltuend kurzen Roman hineingepackt hat. Nicht genug mit der Auseinandersetzung der verschiedenen Machtgruppierungen um die Herrschaft, dem Verrat und dem alten Fluch, der über der Gegend, der Herrscherfamilie liegt, die Nosferatu mussten auch noch in die Handlung integriert werden. So wirkt der Plot überfrachtet, fehlt letztlich der Platz dafür, die Handlung mit Hintergrund zu füttern, die phantastischen Sequenzen behutsam, aber überzeugend aufzubauen.

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Vampyr

Autorin: Brigitte Melzer

Ueberreuter, Juli 2006

Gebundene Ausgabe, 271 Seiten

ISBN: 3800052687

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.08.2006, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38