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Vango – Zwischen Himmel und Erde von Timothée de Fombelle

Rezension von Heike Rau

 

Paris im Jahre 1934. Kurz vor der Priesterweihe geschieht das Unglaubliche. Kommissar Boulard und seine Helfer stürmen auf den Platz vor der Kathedrale Notre-Dame, um Vango Romano zu verhaften. In einer waghalsigen Flucht versucht der junge Mann zu entkommen, geradewegs über die Dächer von Paris

Das Mädchen mit den grünen Augen verfolgt, wie so viele andere, das Schauspiel. Zum Glück erteilt Boulard ein Schießverbot. Ein Fremder tut es dennoch. Ethel sieht den Mann, der auf Vango schießt. Sie berichtet später Kommissar Boulard davon, kann sogar eine Zeichnung liefern.

Vango wird des Mordes verdächtigt. Vielmehr wird er vorverurteilt und der Mord ihm untergeschoben. Für Vango gab es keinen Grund Pater Jean zu ermorden.

Möglicherweise hat Vangos Vergangenheit damit zu tun. Wer er ist, weiß er nicht. Als Schiffbrüchiger landete er mit seiner Amme als kleiner Junge an einer der Äolischen Inseln. Auf Salina wächst er auf.

Als er Pippo Troisi mit seinem Boot bei Unwetter versucht zu retten, lernt Vango die Insel Arkudah kennen und entdeckt hier ein geheimes Kloster. Pippo Troisi wird hier aufgenommen, während Vango nun auf seiner Insel und der Insel der Mönche lebt. Als Vango verkündet, ebenfalls Mönch werden zu wollen, rät ihm der Pater, die Welt kennenzulernen.

 

Sehr facettenreich ist diese abenteuerliche Geschichte, mit der man von der ersten Seite an in Spannung versetzt wird. Vango ist ein mutiger junger Mann mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, von der er selbst nichts ahnt. Die Amme könnte für Aufklärung sorgen, doch scheinbar aus gutem Grund, schweigt sie.

So wird er aus unerfindlichen Gründen zum Gejagten. Aber nicht nur die Polizei ist wegen des angeblichen Mordes hinter ihm her. Das scheint nur eine Intrige zu sein. Unbekannte trachten ihm nach dem Leben und ziehen dabei noch ganz andere Register als die Polizei.

Die Geschichte steht in einem interessanten historischen Kontext. Die örtlichen und zeitgeschichtlichen Gegebenheiten zeichnen Vangos Weg vor. Wenn man das sehr schöne Buchcover genauer betrachtet, bekommt man eine Ahnung davon.

Keine Minute Ruhe hat Vango auf seiner Flucht. Der Autor arbeitet dies in einer rasanten Erzählweise auf, die dennoch überaus detailreich und damit bildgewaltig ist.

Selbst die Liebe hat Platz in diesem Buch. Immer auf dem Laufenden hält sich Ethel, die schon geraume Zeit fasziniert von Vango ist. So manches Mal gibt sie Unterstützung aus dem Hintergrund und verblüfft durch ihre gute Kombinationsgabe.

Schnelle Szenewechsel sorgen für spannungsgeladene Unterhaltung. Und auch Blicke in die Vergangenheit, die der Schlüssel für alle Rätsel zu sein scheinen, lassen die Gegenwart deutlicher werden. Die Übersicht verliert man trotzdem nie. Der Autor verrät natürlich eine ganze Menge im Verlaufe des Buches, hält aber auch vieles zurück. So wird das Interesse am zweiten Band des Buches aufrecht erhalten.

 

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Vango – Zwischen Himmel und Erde

Autor: Timothée De Fombelle

Gerstenberg, erschienen Juni 2011

gebunden 500 Seiten

Original: Vango. Entre ciel et terre

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing

Altersempfehlung 12-15 Jahre

ISBN-10: 383695365X

ISBN-13: 978-3836953658

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.10.2011, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49