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Vater unser von Jilliane Hoffman

Reihe: Martin Hammerschmidt

Rezension von NAME REZENSENT

 

Nach ihren beiden Bestsellern „Cupido“ und „Morpheus“, die eine große Leserschaft gefunden haben, hat Jilliane Hoffman nun ihr nächstes Buch „Vater unser“ geschrieben und versucht an die Erfolge ihrer Vorgänger anzuknüpfen. Mit von der Partie ist erneut die ehrgeizige Staatsanwältin Julia Valenciano, die allerdings erstmals direkt mit einem Mordfall betraut wird.

 

Bei der örtlichen Polizei geht mitten in der Nacht ein Notruf ein. Am anderen Ende des Telefons meldet sich ein kleines Mädchen mit den Worten „Hilfe, Hilfe“. Als die Polizeidienststelle merkt, dass es sich nicht um einen Scherz handelt, ist er bereits zu spät.

Der Täter, der angesehene Chirurg Dr. David Marquette, hat seine Frau und seine drei kleine Kinder brutal ermordet.

In dem Mordfall wird die relativ junge Staatsanwältin Julia Valenciano beauftragt mit einem, ihr höher gestellten Kollegen, mit dem sie auch eine Affäre hat, die Anklageschrift zu vertreten. Ziel des Gerichtsprozesses ist am Ende die Todesstrafe für Marquette. Doch zu ihrer vollkommenen Überraschung plädiert die Verteidigung auf Freispruch. Marquette soll psychisch krank sein und zur Tatzeit unter dem Einfluss der Schizophrenie gelitten haben. Diese Argumentation geht Valenciano stark unter die Haut, denn ihr Bruder litt damals ebenso an Schizophrenie und brachte ihre Eltern um. So sicher sie auch vor der Jury und der Öffentlichkeit auftritt, so bewusst ist ihr, wie paranoide und schizophrene Wahnvorstellungen sich auf den Menschen auswirken. Obwohl sie dazu angehalten ist, Marquette als bestialischen Mörder hinzustellen, ist sie doch sehr von Selbstzweifeln geprägt und muss sich überwinden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dabei steht die selbst zwischen den Fronten. Ihr Vorgesetzter verlangt die Todesstrafe, während die Presse fordert, die Anklage gegen den offensichtlich kranken Mann fallen zu lassen.

Jetzt liegt es an Julia für welche der beiden Möglichkeiten sie sich entscheidet und ob es am Ende auch die richtige ist.

 

Auf knapp 600 Seiten ist Jilliane Hoffman eine gelungene Fortsetzung der Julia-Valenciano-Reihe gelungen, wobei „Vater unser“ mehr Schwächen aufzeigt als die anderen beiden Bücher.

Vorweg muss erst einmal gesagt werden, dass die deutsche Übersetzung nicht sonderlich überragend ist, sondern doch an einigen Stellen eher holpert.

Ansonsten ist der Inhalt ansprechend, interessant und spannend. Allerdings sollte Leser, denen rasante Action eher gefällt, dieses Buch sein lassen, da es sich hier eher um einen Justizthriller mit psychologischen Aspekten handelt.

So gewährt uns Jilliane Hoffman, selbst ehemalige Staatsanwältin, die mit Polizei und Spezialeinheiten zusammengearbeitet hat, einen tiefen Einblick in das amerikanische Rechtssystem. Zudem fasst sie die derzeitigen Erkenntnisse zum Thema „Schizophrenie“ zusammen, sodass der Leser einigermaßen auf den neusten Stand gebracht wird.

 

Der Plot ist, wie die Zusammenfassung ja schon schließen lässt, einfach und simple gehalten. Im Großen und Ganzen geht es im Buch darum, ob Marquette jetzt unschuldig ist oder nicht und die Auseinandersetzung Julias mit ihrer eigenen Vergangenheit. Um viel mehr handelt das Buch gar nicht. Trotzdem ist es interessant wie sich Julia im Verlauf des Buches entwickelt und bis an ihre Grenzen gehen muss, um die Frage der Schuld oder Unschuld ihres Erachtens richtig zu beantworten.

Dabei verfällt sie bedauerlicherweise häufig in ihre „Weinphase“, was nach einiger Zeit doch ziemlich nervt und das Buch somit unnötig in die Länge zieht, Hier hätte Hoffman alles besser komprimieren sollen, um somit langweilige Passagen zu vermeiden.

 

Des Weiteren ist es für einen Verlag ziemlich schwach, dass der Name der Protagonistin im Klapptext falsch wiedergegeben wird. Zu Gute halten kann man nur, dass wenigstens ein Lesebändchen und Hintergrundinformationen zur Schriftstellerin enthalten sind.

 

Als Fazit bleibt zu sagen, dass „Vater unser“ ein gelungener Roman für alle Fans von Jilliane Hoffman und Justizthrillern sind. Obwohl es Hoffmans schwächstes Buch bisher ist, hat es dennoch seine Reize und ist durchaus Bestsellerwürdig!

 

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Vater unser

Autor: Jilliane Hoffman

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Verlag: Wunderlich (19. September 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3805208324

ISBN-13: 978-3805208321

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.10.2007, zuletzt aktualisiert: 23.03.2019 19:51