Vegane Schokolade (Autorin Fran Costigan)
 
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Vegane Schokolade von Fran Costigan

Rezension von Christel Scheja

 

Nachdem es zu einem richtigen Trend geworden ist, vegan zu leben, und viele Menschen nun versuchen ganz ohne tierische Produkte auszukommen, stellt sich die Frage, ob man wirklich auf alles verzichten muss, was man liebt und mag. Gerade Schokoladen-Liebhaber hatten bisher das Nachsehen, aber Autoren wie Fran Costigan nun in „Vegane Schokolade“ beweisen, dass es auch anders geht, wenn man nur mutig genug ist, es auszuprobieren.

 

Die Autorin ist selbst mit Süßigkeiten aller Art aufgewachsen und hat vor allem die Spezialitäten New Yorks zu schätzen gelernt. Dennoch hat sie sich für ein veganes Leben entschieden und in den letzten Jahren nach Wegen gesucht, Schokolade auch ohne einen der wichtigsten Bestandteile, wie Milch und Eier, die ja eigentlich dort hinein gehören. herzustellen. Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Experimente und gleichzeitig ein Leitfaden, wie man die vermisste Köstlichkeit in all ihren Formen auch in seine Küche zurückholen kann.

In einer ausführlichen Enleitung beschreibt sie den Weg zum Buch, ihre Intention und die Jahre, in denen sie alles Mögliche ausgetestet hat. Dann folgt eine ausführliche Beschreibung dessen, was man zum Herstellen von Kuchen, Pralinen, Keksen und anderen Süßigkeiten mit Schokolade benötigt.

Erst danach folgen die entsprechenden Rezepte, durch die man sich nach und nach an die komplizierten Schleckereien heranarbeiten kann. Ob nun Trüffel-Pralinen, Kuchen, Cookies, Pies, Tartes, Cremes, Pudding oder gar Eis und Konfekte oder Getränke – nicht nur Experten, sondern auch Anfänger finden Rezepte.

Diese sind teilweise sogar sehr einfach und schnell umzusetzen und daher mehr als alltagtauglich. Sie zeigt, dass man auch ohne Milch und Eier an die klassischen Schokoladen-Desserts und Leckereien anschließen kann ohne einen Geschmacksverlust zu erleiden, wenngleich man nicht damit rechnen sollte, dass viele Rezepte dadurch kalorienärmer als die Originale werden. Einige aber immerhin schon – so dass auch figurbewusste LeserInnen und Hobbyköche ihren Spaß haben werden.

 

Wirklich darauf an kommt es aber nicht in dem ansprechend gestalteten Buch um „Vegane Schokolade“. Man merkt, dass die Autorin ein Thema umgesetzt hat, dass ihr sehr am Herzen liegt und für das sie leidenschaftlich eintritt um Skeptikern zu beweisen, dass man trotz seines Verzichtes nicht eingeschränkt im Konsum leckerer Lebensmittel ist.

Nicht nur in der Einführung, auch in den einzelnen Kapiteln merkt man, wie leidenschaftlich sie an die Sache herangeht und wie sehr ihr am Herzen liegt, auch andere zu ermuntern, ihr zu folgen und ebenfalls zu probieren, wie sie mit der Zubereitung zurecht kommen.

Sie ermutigt jeden noch unsicheren Leser mit warmen und einfühlsamen Worten, gibt Tipps, wie man „Fehler“ vermeiden kann und verrät kleine Tricks, wie man Schwierigkeiten umgehen kann. Sie beschreibt die Herstellung jeder Köstlichkeit aber auch mit sehr viel Herz und verzichtet darauf, all zu sachlich zu werden, gerade in den einleitenden Worten schafft sie es, dass dem Leser das Wasser im Munde zusammenläuft. Dabei bleibt sie in ihren Beschreibungen klar, verständlich und übersichtlich genug, um das Buch auch beim Backen neben sich liegen zu lassen, um direkt mit ihm zu arbeiten.

Auch nach der ersten Zubereitungsphase lässt sie die Leser nicht im Regen stehen, denn es gibt auch Ratschläge zur bestmöglichen Lagerung, dem Zeitpunkt, an dem man die Leckerei servieren sollte und was man bei der ein oder anderen Gericht zusätzlich beachten sollte.

Zwar gibt es nicht zu allen Rezepten auch die entsprechenden Fotos, aber das nimmt auch den Druck, die Kekse oder Kuchen alle genau so aussehen zu lassen, gerade wenn es sich um nachempfundene Spezialitäten aus dem Raum New York dreht.

Letztendlich ist das Backbuch sehr auf den amerikanischen Gaumen und damit viel Süße ausgerichtet – aber auch als Europäer kann man sicherlich seinen Weg finden, um das richtige Maß an Zucker für den eigenen Geschmack heraus zu finden. Auf jeden Fall macht jede Seite deutlich, dass man auch als Veganer nicht auf besonders viele schokoladige Leckereien verzichten muss, wenn man es richtig anstellt.

 

„Vegane Schokolade – Unvergleichlich köstliche und verführerische milchfreie Desserts“ sei vor allem den Lesern empfohlen, die sich einerseits bewusst dazu entschieden haben, auf tierische Produkte zu verzichten, andererseits aber auch den Leckereien nachtrauern, die sie lange Zeit zwischendurch und zum Kaffee genossen haben. Das Buch beweist nämlich mit sehr viel Herz, Leidenschaft und Verstand, dass man mit ein bisschen Mut und Experimentierfreude auf Schokolade ganz und gar nicht verzichten muss.

 

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MEDIUM:

Vegane Schokolade

Autorin: Fran Costigan

gebunden, 304 Seiten

Unimedica im Narayana Verlag, erschienen Oktober 2014

Übersetzung: Irmela Erckenbrecht

Fotos: Kate Lewis

ISBN-10: 394412524X

ISBN-13: 978-3944125244

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240618042429f0e597e1
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Erstellt: 17.10.2014, zuletzt aktualisiert: 16.08.2023 14:37, 13734