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Verbrannt von P.C. Cast und Kristin Cast

Reihe: House of Night Bd. 7

Rezension von Christel Scheja

 

“Verbrannt” schließt nahtlos an „Versucht“, den sechsten Band der Reihe “House of Night“ an, denn im Grunde erzählen Mutter und Tochter Cast eine einzige Geschichte in Fortsetzungen, da im Grunde jeder Band mit einem Cliffhanger endet, der erst im nächsten Buch aufgelöst wird. So ist es mittlerweile unabdingbar, die ersten Bücher zu kennen, um überhaupt zu verstehen, was vor sich geht.

 

Zoey und einige der anderen sind Neferet und Kalona nach Europa gefolgt. Doch auf einer Insel in der Adria kommt es zur Katastrophe.

Als der immer noch unsterbliche ehemalige Geliebte der Nyx die junge Hohepriesterin bedroht, stellt sich ihr menschlicher Freund und Gefährte Heath dazwischen. Der junge stirbt und Zoeys Geist zerbricht in diesem Moment an dem Schock und Schmerz.

Mit den Teilen ihrer Seele verschwinden auch ihre Tattoos. Auch wenn sie jetzt noch lebt, so ist doch vorherzusehen, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat.

Ihre Freunde wissen, dass Zoey für den Kampf gegen die Finsternis unbedingt weiter leben muss. Sie ist A-ya, die Kalona schon einmal besiegt hat, und nur mit ihrer Stärke haben die anderen eine Chance, dem Herrn der Rabenspötter und der undurchsichtigen Neferet Einhalt zu gebieten.

So suchen sie Rat und Hilfe bei alten und erfahrenen Vampiren, die auf ihrer Seite sind und erfahren, dass allein Stark etwas tun kann, um Zoey zurückzuholen. Dafür muss er einen langen und schmerzvollen Weg gehen und das richtige Blut besitzen. Nur die Herrin von Skye, die uralte Vampyrin Sgiach weiß Rat, aber sie lässt beileibe nicht jeden x-beliebigen Angehörigen ihres Volkes auf ihre abgeschiedene Insel vor der stürmischen Küste Schottlands. Und das ist nur die erste der Prüfungen, die Stark auf seinem langen Weg zu Zoey bestehen muss.

Derweil hat auch Stevie-Ray einige Schwierigkeiten zu meistern, denn sie lässt sich auf Zauber ein, die sie der Finsternis ebenfalls viel zu nahe bringen. Und auch das Band zu dem Rabenspötter Rephaim wird enger als ihr lieb ist.

 

Eines muss man dem Autorenteam Cast lassen – die beiden sind nicht verlegen darin, ihre Leser zu überraschen und gelegentlich auch mit Gemeinheiten zu traktieren.

So dürfte nach dem sechsten Band der Schock tief gesessen haben, dass die Heldin ausgerechnet den Gefährten ihres Herzens verliert und sie selbst ebenfalls den einzigen Weg nimmt, den sie in diesem Moment noch sieht – die Flucht ins Vergessen und in den Tod. Aus diesem Grunde bleibt Zoey in diesem Band überraschend passiv.

Dafür erhalten ihre engsten Freunde mehr Raum, allen voran Stark, der sich als treuer Krieger und liebender Mann aufmacht, seine Hohepriesterin wieder ins Leben zurück zu holen. Allerdings sollte man nach der Erfahrung mit Heath nicht damit rechnen, dass er jetzt seine Position als Geliebter sicher hat. Die beiden Autorinnen haben ja nun gezeigt, dass sie durchaus auch bereit sind, Hauptpersonen sterben zu lassen.

Bei der Rettung von Zoey fließen sehr viele mystische Elemente mit ein. Man merkt, dass gerade Mutter Cast sich sehr intensiv mit den keltischen Überlieferungen beschäftigt hat und einiges davon einbringt, zudem spielen auch noch viel ältere Religionen mit hinein, die mit den Stierkulten zu tun haben. Alles in allem tritt der vampirische Aspekt der Reihe stark in den Hintergrund.

Die Geschichte ist wie immer flott erzählt und lässt keine Langeweile aufkommen, da auch die Beziehungen von Aphrodite und Stevie-Ray weiter gesponnen werden und die Hauptfiguren immer wieder Gefahren überwinden müssen, in die sie aus eigener Unvernunft stolpern.

Auch die Gegenspieler bekommen ihren Raum, auch wenn Kalona immer durchschaubarer wird. Dafür kann man davon ausgehen, dass die wirkliche Feindin die undurchsichtige Neferet bleibt, die vermutlich irgendwann einmal keine Probleme damit haben wird, ihren Verbündeten zu opfern.

Letztendlich geht es nicht nur um die Rettung von Zoey, es werden tatsächlich auch noch weitere Weichen im großen Konflikt gestellt, wie kleine Andeutungen am Anfang und konkretere Hinweise zum Ende hin deutlich machen.

Die Spannung ist im Gegensatz zu dem der letzten Bände wieder gestiegen, da endlich einmal Bewegung in ein paar Dinge gekommen ist, und die Hauptfiguren gezwungen sind, neue Wege zu beschreiten.

 

„Verbrannt“ ist damit wieder einer der Romane, die das Potential von „House of Night“ voll auszuschöpfen wissen und die Leser erneut von Anfang bis Ende in den Bann schlägt. Er beweist, dass die Reihe zum Besten gehört, was es derzeit auf dem Markt zum Thema Vampire, Abenteuer und Liebe gibt – und das ist wohl in erster Linie dem Ideenreichtum und Mut der beiden Autorinnen zu verdanken, auch einmal ein paar unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

 

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Jugendroman:

Verbrannt

Reihe: House of Night, Bd. 7

Autoren: P.C. & Kristin Cast

Original: Burned, A House of Night Novel, USA 2010

gebunden, 593 Seiten

Fischer, erschienen August 2011

Aus dem Englischen von Christine Blum

ISBN-10: 3841420079

ISBN-13: 978-3841420077

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B005JCYO5G

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.10.2011, zuletzt aktualisiert: 20.07.2019 10:39