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Virals – Tote können nicht mehr reden von Kathy Reichs

Rezension von Christel Scheja

 

Kathy Reichs dürfte den meisten bekannt, auch wenn sie nicht unbedingt viel lesen. Die ehemalige Forensikerin hat die Buchreihe um Temperance Brennan geschaffen, die später in die Fernsehserie „Bones“ umgesetzt wurde. Nun betritt sie Neuland für sich selbst, dreht es sich bei „Virals - Tote können nicht mehr reden“ doch um den vermutlich ersten Band ihrer ersten Jugendbuch reihe.

 

Victoria alias Tory Brennan ist die Großnichte von Temperance. Aber das weiß das vierzehnjährige Mädchen auch erst seit etwa einem halben Jahr. Nach dem überraschenden Unfall-Tod ihrer Mutter ist sie zu ihrem Vater gekommen, der als Meeresbiologe in einem Institut bei Charleston lebt und arbeitet, und bisher gar nichts von ihr wusste.

Inzwischen haben sich die beiden aneinander gewöhnt und Tory beginnt auch langsam die Freundin ihres Vaters zu akzeptieren, aber sie lässt sich nicht unbedingt verbiegen.

Das Mädchen verzichtet noch immer darauf, sich hübsch zu kleinen und auf ihr Aussehen zu achten so wie viele andere ihres Alters und hat nur männliche Freunde.

Aber da Tory ohnehin als geistiger Überflieger gilt und eine Klasse übersprungen hat, würde das vermutlich auch nicht viel an ihren Außenseiterstatus ändern. Denn sie kann nicht anders als sich über die verwöhnten Mädchen der exklusiven Highschool zu amüsieren und ist viel lieber mit den anderen Jungs zusammen, deren Eltern auch in dem Institut arbeiten und auf einer, der Stadt vorgelagerten Insel, leben.

Bei einem ihrer Streifzüge entdeckt Tory alte Hundemarken, die einmal einem Soldaten gehörten. Doch wie sind diese dahin gekommen? Da sie das nur herausbekommen können, wenn sie diese mit den Gerätschaften des Instituts reinigen, brechen die Kinder eines Tages in ein abgelegenes Labor ein, wo sie eine weitere grausige Entdeckung machen.

Schon bald haben sie mit mehreren unangenehmen Dingen zu kämpfen – einem Skelett im Sand der Insel, das Spurlos verschwindet, einen Mordfall aus dem Jahr 1968, einem Virus, der überraschende Auswirkungen auf ihren Körper hat und zudem unheimlichen Verfolgern, die nicht unbedingt wollen, dass ihre Entdeckungen ans Licht kommen...

 

Es ist verwunderlich, dass Kathy Reichs nicht schon früher auf die Idee gekommen ist, Jugendbücher zu schreiben und damit die Zielgruppe für ihre Geschichten zu erweitern. Denn so oft wie „Tante Temperance“ erwähnt wird, so deutlich macht sie die jungen Leser darauf aufmerksam, dass es noch mehr in diese Richtung gibt.

Tatsächlich ist Tory eine jüngere Ausgabe ihrer erfahrenen Heldin, ein hochintelligentes Mädchen, dass in ihrer Highschool eine Außenseiterstellung einnimmt, weil sie eben kein typischen Mädchen ist, dass nur Mode, Kosmetik und Jungs im Kopf hat. Zwar schaut auch Tory hin und wieder ihre Mitschüler sehr interessiert an, viel mehr lässt sie sich aber auch von dem Fall einfangen, der sich vor ihren Augen entwickelt und ihr Neugier weckt

Die Sache mit dem Virus erweist sich nicht als das Hauptthema – tatsächlich dient sie nur dazu, den Jugendlichen ein paar Vorteile zu verschaffen, damit sie mit den Erwachsenen mithalten können. Allerdings lockt sie die Leser damit auch erst auf eine falsche Fährte, da der eigentliche Fall sehr spät beginnt.

Alles in allem kommt in dem Buch aber keine Langeweile auf. Der Autorin fällt immer wieder etwas Neues ein, um Tory und ihre Freunde aber auch die Leser in Atem zu halten. Sie baut die Geschichte spannend und dramatisch auf, überrascht immer wieder mit neuen Wendungen und Entwicklungen, so dass man am Ende ganz zufrieden sein kann. Letztendlich verzichtet sie eigentlich nur darauf, all zu eklig und gruselig bei den Leichen zu werden und schraubt auch die Gefahren für die Jugendlichen etwas herunter. Ansonsten hat man eigentlich einen echten „Reichs“ vor sich, der die geschätzte Mischung aus Krimi und persönlichen Problemen der Heldin bietet.

 

Das macht „Virals – Tote können nicht mehr reden“ durchaus auch für ältere und erfahrenere LeserInnen interessant, die bisher nur auf Temperance Brennan schworen. Tory ist jedenfalls ihre jüngere aber nicht minder kluge und eigensinnige Verwandte, die ebenso pfiffig und wagemutig auf den Spuren der Tante wandelt.

 

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Virals – Tote können nicht mehr reden

Autorin: Kathy Reichs

cbj, erschienen März 2011

gebunden, 480 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Knut Krüger

Titelbild von Hanna Hörl

ISBN-10: 357015288X

ISBN-13: 978-3570152881

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B004T186HU

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 17.08.2011, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06