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Vision – Das Zeichen der Liebenden von Ana Alonso & Javier Pelegrin

Rezension von Christel Scheja

 

Das Ehepaar Ana Alonson und Javier Peregrin gehört zu den bekannten und beliebten Kinder- und Jugendbuchautoren Spaniens. Die Schriftstellerin/Übersetzerin und der Lehrer für spanische Sprache/Literatur sind in Deutschland dagegen noch nicht in Erscheinung getreten.

Das könnte sich mit „Vision – Das Zeichen der Liebenden“ schon bald ändern. Das Buch ist lupenreine Urban Fantasy und der Auftakt zu einer ungewöhnlichen Trilogie, die schon im Februar 2012 mit „Illusion – Das Zeichen der Nacht“ fortgesetzt wird.

 

Alex hat erst vor kurzem seinen Vater verloren. Alle Zeichen deuten auf Selbstmord, auch wenn er es nicht glauben kann und will. Deshalb ist er um so mehr auf der Suche nach menschlicher Wärme und hofft diese bei Jana zu finden, einem Mädchen aus seiner Schule, in die er sich verliebt hat.

Doch als er ihr nach einer Party folgt und sie sogar nach Hause begleitet, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn David, der jüngere Bruder von Jana sticht ihm ein Tattoo, von dem er behauptet, dass es magische Kräfte habe und er ihm damit helfen wolle, ganz bei ihr zu sein.

Alex will ihm zunächst nicht glauben, wird dann aber eines besseren belehrt, denn von nun an kann er zwar Janas Gefühle und Empfindungen spüren, sie aber nicht mehr berühren. Und das ist nur der Anfang. Schon bald stellt sich heraus, dass Jana wie auch ihr Bruder und Erik, sein Schulfreund nicht einmal richtige Menschen sind.

Sie gehören den Medu an, einer Rasse, die besondere Fähigkeiten besitzt, mit denen sie die Menschen beherrschen, in die Irre führen und beeinflussen können, wenn sie wollen. Allein die Furcht vor den „Wächtern“ hält sie davon ab, sich ganz zu Herren über die Menschheit aufzuschwingen und ihre Kräfte offen auszuleben. Vor allem der „Letzte“ von ihnen könnte dem recht kleinen und in Klans organisieren Volk das Ende und den Untergang bringen.

Alex muss schließlich erfahren, dass auch in ihm das Blut der Medu fließt. Je mehr er in Welt und die Mythologie der verborgen lebenden Rasse eintaucht, erwacht in ihm aber auch noch eine weitere Erkenntnis.

 

Sicherlich ist die Idee nicht gerade neu, auch Cassandra Clare mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ lässt ein vermeintlich einfaches Menschenkind in eine Welt eintauchen, die unbemerkt von den Sterblichen neben der normalen existiert, aber schon viel älter als die Kulturgeschichte der Menschen existiert. Je mehr der Protagonist in die Geheimnisse eintaucht, desto mehr erkennt er dann leider auch, dass er selbst viel engere Bande zu der Magie hat, als er dachte.

Interessant ist, was Ana Alonso und Javier Pelegrin daraus machen. Ihre Ideen weichen ein wenig von den üblichen Klischees ab. Hier steht der Protagonist sehr schnell zwischen den Stühlen und hält doch schon bald die Fäden in der Hand, auch wenn er am Anfang nicht viel damit anfangen kann.

Tatsächlich ist die Liebesgeschichte zunächst nur der Aufhänger, der die Ereignisse in Gang setzt und nicht das Hauptthema. Das dreht sich mehr um das Erwachen des Helden, der nicht nur verdauen muss, dass er selbst nur halb ein Mensch ist, sondern auch, dass ihm eine ganz besondere Rolle zukommt.

Hier brechen sie aus den Mustern aus, die der angloamerikanische Raum vorgegeben hat und gehen ihren ganz eigenen Weg. Man merkt zudem, dass sie um einiges religiöser geprägt sind, ohne dass sie anfangen mit dem moralischen Zeigefinger zu winken. Das aber gibt dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre.

Insgesamt erzählt das Autorenpaar sehr fantasievoll und abwechslungsreich. Action und Hintergrund kommen gleichermaßen gut zur Geltung. Allein das Ende wirkt zunächst überhastet, ist aber dennoch logisch eingebunden und sehr zufriedenstellend.

Dazu kommt ein sehr angenehmer Erzählstil, der meistens sehr lebensnah bleibt und niemals ins Kitschige abgleitet.

 

Alles in allem lohnt es sich einen Blick in „Vision – Das Zeichen der Liebenden“ zu werfen, da der Roman durchaus mit den „Chroniken der Unterwelt“ mithalten und so vielleicht die Wartezeit auf den vierten Band verkürzen kann. Denn auch wenn vieles vertraut vorkommt – die Handlung enthält genug überraschende Wendungen, die man noch nicht so kennt und weiß immer wieder durch den stimmungsvollen Hintergrund in den Bann zu schlagen.

 

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Roman:

Vision – Das Zeichen der Liebenden

Autoren: Ana Alonso & Javier Pelegrin

Tatuaie, Spanien 2010

Arena-Verlag, Würzburg, erschienen Juli 2011

gebunden, 453 Seiten

Übersetzung aus dem Spanischen von Ilse Layer

Titelbild von Frauke Schneider unter Verwendung von Fotos von Mohamad Itani/plainpicture und diversen von Shutterstock

ISBN-10: 3401066552

ISBN-13: 978-3401066554

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.07.2011, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54