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Vorstoß zum Uranus von Nicolai von Michalewsky

Reihe: Mark Brandis, Bd. 5

Rezension von Christel Scheja

 

Mit Vorstoß zum Uranus verlässt Nicolai von Michalewski die Gefilde der politischen Science Fiction. Mark Brandis und seine Leute sind nicht länger die „Weltraumpartisanen“ sondern erfüllen nun wieder die Aufgaben, die ihnen eigentlich bestimmt sind – wissenschaftliche Missionen und Forschungsreisen, ebenso wie Rettungsflüge in den tiefen Raum.

 

Mark Brandis hat das Kommando über die „Hermes“ übertragen bekommen, des ersten Schiffes mit Protonenantrieb, das schneller als alle anderen Raumschifftypen sein könnte. Schon bald soll er ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.

Zunächst einmal muss er sich aber damit abfinden, dass seine Crew nicht mehr die alte ist, sondern ganz neu zusammengestellt wird. Ihm behagt wenig, dass erstmals eine Frau mit an Bord ist, weil er Schwierigkeiten unter den Männern befürchtet. Allerdings erwarten die ihn von ganz anderer Seite.

Sein neuer Pilot Martin van Kerk ist zwar ein hochdekorierter Kriegsheld, aber auch ein übler Rassist. Das lässt er vor allem den schwarzen Bordtechniker William Xuma spüren, der zwar ein hochintelligenter Kopf ist, aber für den Südafrikaner wegen seiner Hautfarbe nur ein Mensch zweiter Klasse.

Die Bewährungsprobe kommt schneller als Mark ahnt, denn man hat einen Notruf empfangen. Commander Scott ist mit der „Delta IX“ in der Nähe des Uranus gestrandet. Auch dieses Schiff ist ein Prototyp, der nicht unbedingt in die Hände der VOR geraten sollte. Da einer der Kreuzer der Chinesen dort draußen im All gesichtet wurde, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur die „Hermes“ ist schnell genug, aber auch die darf nicht in die Hände der Vereinten Orientalischen Republiken geraten, was leicht passieren könnte. Denn der tiefe Raum birgt viele Geheimnisse und Tragödien.

 

Nun wendet sich der Zyklus den Dingen zu, die vermutlich auch dem Autor mehr am Herzen liegen – den Abenteuern bei der friedlichen Erforschung des Raumes. Nicht länger müssen Mark Brandis und seine Leute kämpfen ... denken sie zumindest. Denn die Bedrohung durch die VOR geht weiter – etwas, was auch der Autor und seine Leser in dieser Zeit kennen. Der Kalte Krieg bleibt dem Romanzyklus erhalten – das stumme Belauern der beiden Machtblöcke. Insofern ist auch dieser Roman noch politisch, auch wenn das eher eine untergeordnete Rolle spielt. Tatsächlich hat der Commander mehr mit individuellen Vorurteilen zu kämpfen – den eigenen, was die Anwesenheit von Frauen an Bord betrifft, die Mitglieder der Crew sind, und die Spannungen zwischen dem rassistischen weißen Captain aus Südafrika – auch das eine Anspielung auf die damalige Lage in diesem Land – und dem schwarzen Bordtechniker. Wie er diese Konflikte und Probleme löst ist interessant und versöhnlich gemacht.

Das ganze ist in eine spannende Handlung eingebunden, die von einer Rettungsmission im tiefen Raum erzählt, die schnell mehr werden könnte, man spürt stellenweise die Einsamkeit im All und die Verzweiflung der havarierten. Dazu kommt die latente Bedrohung durch das feindliche Schiff.

 

All das macht „Vorstoß zum Uranus“ zu einem spannenden Weltraumabenteuer auf mehreren Ebenen. Denn neben der großen Mission erwarten Mark Brandis und seine Leute noch ganz andere, sehr persönliche Konflikte und Katastrophen, die aus menschlichen Beweggründen entstanden sind.

 

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Buch:

Vorstoß zum Uranus

Reihe: Mark Brandis Band 5

Autor: Nicolai von Michalewsky

broschiert, 182 Seiten

Wurdack-Verlag, erschienen August 2009

Titelbild von Ernst Wurdack

ISBN-10: 3938065508

ISBN-13: 978-3938065501

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.11.2010, zuletzt aktualisiert: 31.08.2021 16:30