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Warriors von James Harpur

Rezension von Christel Scheja

 

Die Bücher aus dem Verlag Ars Edition sind eine Mischung aus Bildband und Sachbuch. Vor allem die verspielte Aufmachung der großformatigen Werke ist auffällig, denn durch eingeklebte Dokumente und Taschen, in denen Zettel oder Karten stecken, Pop-Up-Karten und anderes laden sie nicht nur zum Schmökern, sondern auch zum Entdecken ein.

Die im Original zumeist aus Großbritannien stammenden Bücher mögen auf den ersten Blick an Kinder zwischen zehn und sechzehn Jahren gerichtet sein, tatsächlich kann man aber auch als Erwachsener viel Spaß an ihnen haben und Wissenswertes entdecken, auch wenn die Bücher in erster Linie eher bekannte Informationen aufbereiten.

 

In der Reihe „Geheime Welten“ erscheinen in loser Folge Werke zu phantastischen oder historischen Themen. Waren zunächst die Piraten an der Reihe, die durch die „Fluch der Karibik“-Trilogie wieder in das Interesse der Öffentlichkeit rückten, so sind es jetzt die „Warriors“, Krieger aus aller Herren Länder und Epochen.

Das Buch konzentriert sich nicht unbedingt auf einzelne aus Mythen und Sagen bekannte Helden sondern stellt das Kriegswesen der Völker vor, die vor allem durch ihre militärischen Erfolge bekannt wurden. So beginnt der Streifzug durch die Geschichte nicht bei den Ägyptern sondern erst bei den Assyrern, die eines der ersten wirklich großen Weltreiche schufen und auch über einige Zeit hielten. Ihr Einflussbereich lag nicht nur im Zweistromland, sondern reichte auch bis an die Mittelmeerküsten Kleinasiens bis hinunter in den Sinai.

Weitere große Krieger sind die Spartaner. Stellvertretend für die Griechen wird ihre Kriegskunst dargestellt. In ihre Fußstapfen traten später die Makedonier, deren größter Feldherr Alexander der Große war, der durch seine Eroberungen Orient und Okzident zusammen führen sollte.

In seine Fußstapfen traten – was die Größe ihres Weltreiches anging – schließlich die Römer. In der Dauer überflügelten sie ihn um Jahrhunderte. Rom war die Militärmacht, die am effektivsten arbeitete und deren Bürger auch in Friedenszeiten Kriegerspiele – genossen, kämpften in den Arenen doch Gladiatoren zur Belustigung der Massen gegeneinander.

Die Kelten waren ihr barbarisches Gegenstück im Norden, mussten sich jedoch bald der Übermacht geschlagen geben. Nach den Wikingern und Rittern verlässt das Buch Europa, um sich anderen dann anderen Kriegergruppen und –völkern aus dem Rest der Welt zuzuwenden, die ebenfalls unvergessen sind.

Die Samurai und Ninja finden ebenso Eingang in das Buch wie Dschingis Khan, die Krieger der Azteken und die Zulukrieger, die sich auch noch im 19. Jahrhundert mit Schwert und Speer gegen die überlegenen Waffen der europäischen Eroberer stellten.

 

Jeder dieser Gruppen ist eine Doppelseite gewidmet (eine Ausnahme bilden die Römer und die Ritter mit jeweils vier Seiten), auf denen die wichtigsten Informationen in Wort und Bild festgehalten werden. Dabei hat man auf eine stimmungsvolle Gestaltung geachtet. Die Texte sind von vielen Zeichnungen umgeben, man kann in eingeklebten Heftchen und Briefen weitere Informationen finden. Der Wissensgehalt ist allerdings eher gering. Zwar erhält man hier einen ersten überblick über die Völker, mit denen man sich vielleicht noch nicht so sehr beschäftigt hat, dieser ist aber relativ punktuell und unvollständig.

Gerne wird auch auf alten Klischees herumgeritten wie den männermordenden Amazonen, die sich eine der Brüste abschneiden und ausbrennen. Auch scheint das Kriegertum eine rein männliche Angelegenheit gewesen zu sein, Man erwähnt zwar die Amazonen und Jeanne D’ Arc, verschweigt bei den Ninja allerdings leider die Kuonichi. Dementsprechend sollte man für eine genauere Recherche zu einer bestimmten Kriegergruppe besser zu anderen Büchern greifen, die das gewünschte Thema umfassender und aktueller abdecken.

Aber wenn man sich in erster Linie von den atmosphärischen Bildern und Texten in eine bestimmte Stimmung versetzten lassen will – sei es nun, um eine Geschichte zu schreiben, ein Rollenspiel zu leiten oder einfach nur zu träumen oder sich kurzweilig unterhalten zu lassen, dann ist das Buch genau richtig.

 

Denn als Bildband ist „Warriors“ unübertroffen schön und stimmungsvoll. Die Bilder fangen genau das ein, was die Krieger einer Epoche oder eines Volkes ausgemacht haben dürfte und wecken die Phantasie. Und das nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.

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Warriors

Autor: James Harpur

gebunden, 32 Seiten

Ars Edition, erschienen Juli 2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Eva Wagner

Titelbild und Innenillustrationen sowie Fotos stammen aus diversen Bildarchiven und von unterschiedlichen Künstlern wie Angus McBride

ISBN-10: 376073278X

ISBN-13: 978-3760732787

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.09.2008, zuletzt aktualisiert: 15.01.2015 00:30