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Weiblich, Ledig, Untot von Mary Janice Davidson

Hörbuch

Reihe: Betsy Taylor Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Rezension:

Nach den vielen leidenschaftlichen und dramatischen Vampir-Romanen, in denen die junge Heldin in erster Linie am Ende glücklich und befriedigt in die Arme ihres »Mister Right« sinken kann, sind Romane, die das ganze Thema etwas humorvoller sehen und sich auch über die gängigen Klischees lustig machen eine wirkliche Abwechslung.

Diese bietet Mary Janice Davidson in ihren Betsy Taylor-Romanen, die nun auch als Hörbücher aufgelesen werden. Der erste Band Weiblich, Ledig, Untot wird von Nana Spier gelesen, die unter anderem auch Buffy synchronisiert hat.

 

Betsy Taylor ist zu Beginn des Romans noch – wenn auch nicht mehr lange – am Leben. Ihr Dasein ist zwar alles andere als angenehm und fröhlich, aber sie versucht es sich so angenehm wie möglich zu machen.

Doch ausgerechnet an ihrem dreißigsten Geburtstag scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben: Erst verliert sie aus Rationalisierungsgründen in Firma der ihren Job als Sekretärin, dann ärgert sie sich wieder einmal über die Eskapaden ihrer penetrant aufdringlichen Stiefmutter. Und schließlich wird sie auch noch auf offener Straße von einem Wagen überfahren.

Als sie wieder zu sich kommt, liegt sie nicht im Krankenhaus wie sie eigentlich gedacht hat, sondern für das Begräbnis aufgebahrt in einer Kapelle. Es braucht eine Weile bis sie realisiert, dass sie eigentlich tot ist. Versuche, sich dann doch noch irgendwie ins Jenseits zu befördern schlagen dann auch noch fehl. Als sie schließlich begreift, dass sie gar nicht mehr lebt, sondern zum Vampir geworden ist, ist guter Rat teuer, denn sie muss sich jetzt an die neue Situation gewöhnen. Aber vielleicht kann sie sich auch noch an ihrer Stiefmutter rächen, die es nicht nur gewagt hat, sie in den billigsten Fummel und abgelegte Schuhe zu stecken, die sie finden konnte, sondern auch noch Betsys Sammlung von Designerschuhen an sich gerafft hat. Und das kann sie nicht so einfach auf sich sitzen lassen...

Leider ist sie als Vampir nicht allein auf weiter Flur. Ein vierschrötiges und untotes Ekelpaket namens Nostro erwartet, dass sie sich ihm unterwirft und seine Füße küsst. Doch dessen charismatischer Gegenspieler Sinclair scheint andere Pläne mit ihr zu haben, nachdem er sie aus einer Zwangslage gerettet hat.

Doch Betsy beschließt: Niemand soll weiter an sie Forderungen stellen und Dinge verlangen, die sie nicht will!

Denn eigentlich möchte sie das Leben das sie gewohnt ist so gut wie möglich weiterführen und ihren Spaß haben. Denn ganz offensichtlich machen ihr weder Knoblauch noch Weihwasser noch Kruzifixe oder gar Tageslicht besonders viel aus. Warum sollte sie dann etwas auf das Gerede ihres untoten und ziemlich aufdringlichen neuen Begleiters geben, der behauptet, dass sie die prophezeite neue Königin der Vampire sei?

 

Auch wenn die Geschichte im Großen und Ganzen den typischen Handlungsverlauf eines phantastisch angehauchten Liebesromans besitzt, so hat man doch immer das Gefühl, das die Autorin die Klischees auf die Schippe und sich selbst nicht besonders ernst nimmt.

Betsy Taylor ist erfrischend anders, einerseits hat man zwar das Gefühl, dass sie eine typische Blondine ist und mehr oder weniger nur Shopping und Mode im Kopf hat, andererseits entwickelt sie mehrfach unerwartet Köpfchen und Mut, den man so von ihr nicht erwartet. Sie weiß immer wieder mit schrägen Ideen und Interpretationen der Lage zu überraschen und entwickelt schon am Anfang vorhandenen Sarkasmus im Laufe der Geschichte weiter, durch den Tod verliert sie ihren Biss nicht.

Auch die Beziehung zu Sinclair dem Vampir, der dem Bild ihrer feuchten Träume entspricht, nimmt sie eher gelassen und selbstbewusst. Sie ist seinen Reizen zwar nicht abgeneigt, unterwirft sich ihm aber auch nicht mit Haut und Haaren.

So werden klassische Situationen munter auf den Kopf gestellt und man kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. Wer es dazu noch ein wenig erotisch und leidenschaftlich mag wird ebenfalls nicht enttäuscht. Nana Spier setzt mit dem Hörbuch noch eines drauf, denn sie verleiht den eigenwilligen Gedanken der Betsy Taylor den richtigen Klang und bringt durch ihren munteren Vortrag den Zuhörer noch mehr zum Schmunzeln als den Leser des Buches. Man merkt ihr den Spaß an der Rolle an und bedauert schon fast das Ende jeder CD.

 

Fazit:

Auch die Hörbuchfassung von „Weiblich, Ledig, Untot“ kann sich sehen lassen. Durch die Stimme von Nana Spier kommen die parodistischen Elemente noch mehr zum Tragen, so dass man die Lesung von Anfang bis Ende genießen kann, vor allem wenn man es schätzt, dass die gängigen Klischees der Vampir-Romanzen auch einmal gehörig auf die Schippe genommen werden. Und das macht die Lektüre auch für nicht ganz so auf Liebesgesäusel und Erotik versessene Zuhörer zu einem Vergnügen.

 

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Eure Meinung:

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Hörbuch:

Weiblich, Ledig, Untot

Gekürzte Lesung

Reihe: Betsy Taylor Band 1

Autorin: Mary Janice Davidson

Übersetzerin: Stefanie Zeller

Sprecherin: Nana Spier

Umfang: 3 CDs,

Laufzeit: ca. 212 Minuten

Argon, Juli 2009

Titelbild: Anke Koopmann

 

ISBN-10: 3866108354

ISBN-13: 978-3866108356

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 06.09.2009, zuletzt aktualisiert: 25.09.2020 15:04