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Wenn Engel fallen

Rezension von Dominik Cenia

 

Im letzten Jahr, brachte Pegasus mit dem Rollenspiel „Der Hexer von Salem“ endlich mal wieder eine richtige Speerspitze in Sachen Pulp-Rollenspiele heraus. Das sonst so schwerwiegende und umfangreiche Gerne des Cthluhu-Horrors wurde dank Wolfgang Hohlbeins Romanvorlage auf lockere und abenteuerliche Weise dem Leser neu zugänglich gemacht. Pulp ist Jules Verne, Pulp ist Doktor Fu Manchu, und Pulp ist…ja, der Hexer von Salem natürlich! Denn wer sonst hat mit dem Stockdegen und Schoggottenstern so vielen Großen Alten das Fürchten gelehrt!

 

Mit nur 43 Seiten, wirkt der erste Abenteuerband für ein Pegasus-Produkt verhältnismäßig dünn. Vor allem wenn man beim Durchblättern bemerkt, dass das eigentliche Abenteuer erst auf Seite 16 beginnt. Denn neben dem Abenteuer, enthält der Band auch noch die neue Hexer-Kurzgeschichte „Der Sturmbringer“ von Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkel. Die Geschichte leitet ansatzweise mehr oder weniger einen Bezug zu dem folgenden Abenteuer her, ist aber im Grunde genommen für den Verlauf des Abenteuer nicht all zu wichtig. Es ist trotzdem recht nett nach vielen Jahren mal wieder eine kleine Geschichte über den Hexer lesen zu dürfen. Vor allem, weil die Figur des Robert Craven auch nach so langer Zeit nichts von seinem Charme verloren hat.

 

Das eigentliche Abenteuer, geschrieben von Matthias Oden, verlässt allerdings den Weg des Hexers aus der einleitenden Kurzgeschichte.

 

Die Spieler begleiten Richard Craven, den Sohn des Hexers, auf einen Jungfernflug mit einem neuen Prototyp von Propellermaschine, unter der Leitung des passionierten Flugzeugbauers Victor van Heugen. Die Handlung spielt ungefähr in den 1920ern, und es ist für den Spielleiter relativ einfach, aufgrund der gegebenen Umstände die Spieler als Gruppe zusammen zu bringen.

 

Aber selbstverständlich läuft der Flug bei weitem nicht so wie erwartet, und schon bald finden sich die Spieler und der Sohn des Hexers nach dem Absturtz auf einer einsamen Insel gestrandet wieder. Hier dürfen sie sich dann nicht nur mit eingeborenen Wilden herumschlagen, sondern auch ein unterirdisches Höhlensystem erforschen, ehe den Spielern klar wird, dass die unsanfte Landung, und die Ereignisse auf der Insel einem viel größeren Plan unterworfen sind.

 

Das Abenteuer ist an vielen Stellen recht linear aufgebaut, und nimmt sowohl den Spielleiter als auch die Spieler häufig an die Hand, um sie auf den richtigen Weg zu führen. Ein gutes Abenteuer also für Neulinge und Einsteiger. Viele der im Text erwähnten Hilfestellungen sind jedoch für fortgeschrittene und erfahrene Gruppen nur noch von geringem Nutzen.

 

Was bleibt, ist ein einfaches und locker spielbares Abenteuer mit hohem Actionanteil, dass ein bis zwei Abende für gute Unterhaltung sorgt. Dem Autor ist es gut gelungen, den Cthulhu-Mythos in einen lockeren und actionreichen Context zu übertragen, um voll und ganz den Nerv eines echten Pulp-Abenteuers zu treffen. Für „normale“ Cthulhu-Settings ist das Abenteuer allein von seinem Inhalt her nicht zu gebrauchen. Aber genau dafür gibt es ja den „Hexer“.

 

Ein schöner Abenteuerband also, mit einer kleinen Kurzgeschichte als Bonus. Insgesamt hätte dem Band etwas mehr Umfang recht gut getan, aber dafür sprechen Ausstattung und Aufmachung wieder für sich.

 

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Wenn Engel fallen

Abenteuerband

Ein Abenteuer in der Welt von Robert Craven

Autor: Matthias Oden, Wolfgang Hohlbein

Broschiert - 43 Seiten - Pegasus Spiele

Erscheinungsdatum: März 2006

ISBN: 3937826726

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 24.04.2006, zuletzt aktualisiert: 21.02.2015 22:56