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White Horse von Alex Adams

Rezension von Christel Scheja

 

Alex Adams wurde in Auckland in Neuseeland geboren. Sie lebte in Australien und Griechenland, ehe sie nach Portland in den USA umsiedelte, wo sie auch zu schreiben begann. „White Horse“ ist ihr Debütroman und der Auftakt zu einer Trilogie.

 

Die junge Amerikanerin Zoe arbeitet als Putzfreu in einem renommierten Unternehmen und ist ganz zufrieden, da sie halbwegs sorgenfrei leben kann und in Nick einen treuen Freund hat, der sie vielleicht auch heiraten wird.

Eines Tages findet sie beim Nachhausekommen einen seltsamen Behälter in ihrer Wohnung. Sie wagt das Glasgefäß nichts zu öffnen und sucht sogar einen Therapeuten auf. Als sie es dennoch wagt, sich des Gegenstandes anzunehmen, passiert erst einmal nichts.

In den nächsten Wochen werden allerdings viele ihrer Nachbarn krank und sterben. Schon bald zeigt sich, dass sich eine Seuche über die Erde ausbreitet, gegen die nur wenige Menschen immun zu sein scheinen.

Die junge Frau weiß zunächst nicht, was sie tun soll, dann aber reist sie ihren Freund Nick nach, der bei den ersten Anzeichen für die Krankheit aus Sorge um seine Eltern nach Griechenland gefahren ist. Sie hat einen guten Grund dafür, denn sie ist schwanger.

Kaum in Europa angekommen bricht entgültig alles zusammen und sie muss ihren Weg in einer immer feindlicheren Welt finden, in der sich jeder selbst der nächste ist.

 

„White Horse“ zeichnet sich dadurch aus, dass die Geschichte nicht geradlinig sondern ineinander verschachtelt geschrieben wurde. Die Jetztzeit konzentriert sich auf die Reise der jungen Frau durch Europa, während die Rückblenden enthüllen, was zuvor passiert ist, angefangen von der Beziehung mit Nick, den sie gerade einmal ein paar Wochen kennt, über die Entdeckung des Glasgefäßes, bis hin zu den ersten Auswirkungen der Seuche, die das gewohnte Leben immer mehr zum Erliegen bringen.

Allein die Struktur des Romans sorgt für Spannung, die eigentlichen Entwicklungen weniger. Die Autorin arbeitet mit sehr vielen Archetypen und Klischees, angefangen mit dem Mann, der durch die Katastrophe nur noch die dunklen Seiten seines Wesens zeigt und seine Angst und Wut grausam an den Schwachen auslässt.

Action und schockierende Szenen bietet der Roman reichlich, auch bei den Schilderungen der Katastrophe hat sich die Autorin ordentlich aus der Mottenkiste entsprechender Romane und Filme bedient. Dementsprechend dürften sich zartbesaitete Leser stellenweise auch nicht sehr wohl fühlen.

Schwächen zeigen sich dadurch leider auch viel deutlicher als man denkt. Gerade die Figuren wirken nicht immer glaubwürdig – statt Menschen die ihr eigentlich näher stehen, sucht Zoe lieber den Kontakt zu einem Mann, den sie nur wenige Wochen kennt und seiner unbekannten Familie. Sie wirkt zunächst sehr schwach und empfindlich – entwickelt aber immer dann, wenn es hart auf hart kommt auch einen starken Überlebenswillen, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Die Nebenfiguren bleiben zudem eher blass. Sie sind meistens nur auf wenige Eigenschaften reduziert.

Alles in allem erweist sich das Buch als nettes Experiment in Aufbau und Szenario – ist aber letztendlich auch nicht mehr als eine Dystopie, die sich letztendlich doch nur auf den inzwischen breit ausgetretenen Pfaden des Genres bewegt.

 

Alles in allem ist „White Horse“ eine solide Dystopie mit einem manchmal leicht verwirrenden Aufbau, der allerdings für Spannung sorgt. Vor allem Fans düsterer, gelegentlich brutaler Endzeitgeschichten mit einem Hauch Romantik werden sich von dem Buch angesprochen fühlen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

White Horse

Autor: Alex Adams

Klappbroschur, 444 Seiten

Piper, erschienen September 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Birgit Reß-Bohusch

Titelbildgestaltung von Guter Punkt

ISBN-10: 349270252X

ISBN-13: 978-3492702522

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B0098WY0FW

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 13.01.2013, zuletzt aktualisiert: 31.03.2021 19:40