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Wien blutet von Markus Leshem

Rezension von Carina Schöning

 

Unter dem Einfluss des bösen Dämonen Phiomet kommt der Vampir Rossoit Tessier mit seiner Meute nach Wien. Die Stadt steht zwar seit geraumer Zeit unter der Herrschaft und dem Schutz des Vampirs Cedric DeMornay, aber der ehemalige Schüler will ihn tötet und die Satdt übernehmen. Phiomet hat ihm aufgetragen ein geheimnisvolles Artefakt mit seinem Blut zu finden. Einst wurde er in den Dämonenkriegen getötet und nur wenn sein Blut an einem bestimmten Tag vergossen wird, kann er auferstehen und blutige Rache nehmen.

Rossiot will gleich nach seiner Ankunft in Wien eine Einheimische zu einem seiner Untertanen machen. Er hat sich dafür Sylvia ausgesucht, eine äußerst musikalisch begabte und hübsche junge Studentin. Sogleich macht er auch Bekanntschaft mit Cedrics Untertanen, die sein Gebiet verteidigen: Lucian der Schattengänger und die beiden verfluchten Steinmenschen William und Claudius.

 

Zur gleichen Zeit macht der junge Student Ralph Desgardes an einem verschneiten Novemberabend eine unglaubliche Entdeckung. Nach einer Vorlesung an der Uni ist er mit seinem besten Freund Benjamin gutgelaunt nach Hause gegangen und musste entsetzt feststellen, dass Unbekannte in seiner Wohnung eingebrochen sind. Ralph gerät plötzlich zwischen den Fronten und mit seinem ruhigen Studentenleben ist es fortan vorbei. Schwer verletzt wacht er in Cedrics Unterkunft, der Peterskirchen von Wien auf. Seine geliebte Sylvia ist tot, im Kampf versehentlich von Cedrics Untertan Claudius getötet und ein „Vampir“ erzählt ihm die ganze Wahrheit über seinen verschollenen Vater, der ein Zeitreisender für eine ominöse Gesellschaft war und den bevorstehenden Krieg zwischen ihm und Rossoit. Die Apokalypse steht kurz bevor und selbst die Vampire der „Gesellschaft der Vergangenheit“, die in der dunklen Kanalisation unterhalb Wiens hausen und der glorreichen Vergangenheit unter dem ermordeten Vampirfürsten Matthias Corvinus Hunyadi nachtrauern, können nichts gegen Phiomet ausrichten, wenn er wieder zu seinen vollen Kräften gekommen ist. Hinzu kommt, dass die Überläuferin Julie Ralph den „Kuss“ gegeben hat und er nun selbst ein Vampir ist. Verwirrt und ungläubig möchte er anfangs sein neues Schicksal nicht akzeptieren.

 

Die Ankunft von Rossoit in Wien ist auch von anderen Wesen nicht unbemerkt geblieben. Der Werwolf Jack DeMornay hat die Kämpfe zwischen den verhassten Vampiren mitbekommen und da sich bekanntlich der Dritte freut, wenn zwei sich streiten, plant der Onkel von Cedric selbst die Macht in die Stadt zu übernehmen. Sollen sich die Vampire doch gegenseitig umbringen? Verbündet mit den ortsansässigen Werwölfen wartet Jack im Verborgenden nur noch auf die passende Gelegenheit für seinen großen Auftritt.

 

„Wien blutet“, der erste Band von Markus Leshem Vampir Trilogie wurde im Selbstverlag herausgebracht und bietet eine Vielzahl von Handlungselementen und –Strängen. Die Spannung wird dabei hauptsächlich von den zahlreichen Action-Szenen und den Konflikten zwischen den verschieden Hauptfiguren voran getrieben. Da gibt es Konkurrenzkämpfe, Neid und Hass aufeinander, Liebeleien, Zeitreisende, Werwölfe, Geheimgesellschaften, ein verlorener Vater, ein verratener Verräter etc. alles zwar recht spannend und überzeugend erdacht, aber in der Masse der vielen Ideen geht das Wesentliche leider im Roman unter. Es hätte dem Roman vielleicht besser getan, wenn sich der Autor nur auf ein oder zwei Handlungen konzentriert hätte. So fehlt einfach ein roter Faden und es entsteht leider beim Leser ein leicht konfuser, unstrukturierter Eindruck. Hinzu kommt, dass die Kapitel und Abschnitte im Roman leider sehr kurz gehalten sind und die Beschreibungen der Personen und Orte eher oberflächlich und blass wirken. Gerade bei dem Titel erwartet man als Leser eigentlich mehr Infos und Beschreibungen zu der Stadt an sich. Bis auf Peterskirche, Stephansdom und Ringstraße wirkt alles recht beliebig, als könnte man die Handlung auch in jede andere Stadt der Welt verlegen?

Dennoch zeigt der Autor in dem Roman gute Ansätze und auch der klare und eher einfach gehaltene Sprachstil ist für einen Debütroman schon recht gut.

 

Insgesamt ist „Wien blutet“ ein spannender und actionreicher Vampir Roman, der zwar einige Schwächen bei der Ausarbeitung hat, aber dafür mit vielen interessanten Figuren und Handlungssträngen aufwarten kann. Wer darüber hinweg sehen kann, bekommt abwechslungsreiche und kurzweilige Unterhaltung geboten.

 

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Wien blutet

Wien Trilogie Band 1

Autor Markus Leshem

Deutsche Erstausgabe 2007

Selbstverlag

Taschenbuch, 306 Seiten

ISBN 978-320-000-9974

Preis 11,90 EUR

Versand bisher über Homepage www.wien-blutet.at

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.11.2007, zuletzt aktualisiert: 31.03.2021 19:40