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Wiplala – Kannst du zaubern? von Annie M. G. Schmidt

Rezension von Miriam Kraft

 

“Ich möchte, dass mal irgendetwas geschieht”, sagte Nella Della.

“Ich wünschte wir hätten einen fliegenden Teppich oder es käme jemand auf einer fliegenden Untertasse vom Mond.”

“Still!”, rief Herr Blom. “Ich kann nicht arbeiten!”

“Ich wünschte, dass wir uns ein Eis kaufen dürften”, flüsterte Johannes, “und dass wir ein richtiges Auto hätten.”

“Wir haben ein langweiliges Leben”, seufzte Nella Della.

“Es geschieht zu wenig.”

 

Die Langeweile hat schnell ein Ende, als hinter dem Sofa ein seltsames kleines Wesen auftaucht, das sich selbst Wiplala nennt. Weil Wiplala nicht richtig zaubern – oder besser noch tinkeln – kann, haben ihn die anderen Wiplalas weggeschickt und nun ist er ausgerechnet in die Wohnung der Bloms geraten. Natürlich sind sich Nella Della, Johannes und der Vater darüber einig, dass sie den kleinen Kerl nicht einfach im Stich lassen können und er findet bei ihnen ein neues Zuhause. Dass seine Tinkel-Versuche bald unliebsame Ereignisse und so mache Gefahren nach sich ziehen werden, ist zu diesem Zeitpunkt keinem von ihnen klar. Ein versteinerter Dichter, ein Flug auf dem Rücken einer Taube über Amsterdam oder eine zum Leben erwachte Statue sind erst der Anfang einer Reihe Abenteuer, die die vier zu bestehen haben, bevor sie wieder in ihr normales Leben zurückkehren können.

 

Das vom Verlag als “Klassiker” angepriesene Kinderbuch macht schon rein äußerlich einen guten Eindruck, der zum (Vor-)Lesen verlockt. Die großformatigen Seiten sind bunt und mit einer guten Mischung aus Text und ausgiebigen Illustrationen versehen, die zwar alle in einem sehr markanten, fast fahrigen Zeichenstil gehalten sind, die Geschichte aber auflockern und dem Buch einen eigenen Flair verleihen.

Auch die Geschichte an sich vermag große und kleine Leser schnell in ihren Bann zu ziehen. Die Figuren – die beiden lebenslustigen Kinder Nella Della und Johannes, der etwas zerstreute Herr Blom und Wiplala mit seinen missglückenden Tinkel-Versuchen – sind sympathisch und lassen sich rasch ins Herz schließen.

Schon nach wenigen Seiten besticht die Handlung durch zahlreiche lustige und spannende Momente, aber es fehlt der Erzählung auch nicht an nachdenklichen Seiten.

 

Ein weiterer positiver Punkt an Wiplala ist seine erstaunliche Komplexität, die im Vergleich zu moderneren Kinderbüchern hervorsticht. Auch wenn der lange (doch sehr klein gedruckte) Text Kinder vielleicht vor dem Selberlesen abschrecken mag, gewinnt die Geschichte dadurch letztendlich nur an Qualität und beweist, dass auch kleinere Kinder durchaus in der Lage sind, mit einer längeren Erzählung umzugehen. Eine Tatsache, die vorallem vielen Kinderbüchern der heutigen Zeit. als Vorbild dienen sollte.

 

Fazit:

Ein schönes Kinderbuch zum Vorlesen und für ältere Kinder mit ein wenig Übung auch zum selber genießen in einer prächtigen Neuausgabe mit großzügigen Bildern (auf jeder Doppelseite mindestens eines). Auch für den erwachsenen Vorleser hält Wiplala einiges an Witz, Spannung und Unterhaltung bereit.

 

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MEDIUM:

Wiplala - Kannst Du zaubern?

Autor: Annie M. G. Schmidt

Gebundene Ausgabe: 102 Seiten

Verlag: Boje; Auflage: N.A. (Februar 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3414821710

ISBN-13: 978-3414821713

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 7 Jahre

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.09.2009, zuletzt aktualisiert: 25.05.2018 14:40