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Wolfsbann von Lori Handeland

Reihe: Nightcreature-Zyklus, Bd.5

Rezension von Christel Scheja

 

Der fünfte Band des „Nightcreature“-Zyklus hängt eng mit seinem Vorgänger „Wolfsfieber“ zusammen, auch wenn die Hauptfiguren wechseln. Standen in vorhergehenden Band noch die Kryptozoologin Diana Malone und der Ex-Elite-Soldat Adam Ruelle im Mittelpunkt, die sich in den Sümpfen Floridas kennen und lieben lernten, so ist es nun die Voodoo-Priesterin Cassandra, die in die Aufmerksamkeit des Lesers gerückt wird..

 

Die junge Frau, die bis zur Überschwemmung von New Orleans einen eigenen kleinen Laden für Zauberbedarf geführt und sich mit den okkulten Künsten beschäftigt hat, ist von der Organisation der Jäger-Sucher gebeten worden, etwas gegen den magischen Fluch zu tun, der über Adam Ruelle liegt und ihn wie seine Vorfahren zu einem „loup garou“, einen Werwolf macht. Denn seine Leidensgeschichte beginnt schon im 19. Jahrhundert. Damals verfluchte die amtierende Voodoo-Königin seinen Ahnen, weil er ihr und ihren Leuten viel Unricht angetan hatte. Das verdammte allerdings auch seine Nachfahren dazu, sich bei Vollmond in eine blutrünstige Bestie zu verwandeln.

Nun soll die junge Frau, die selbst viel durchgemacht hat und sich deswegen der dunklen Religion verschrieben hat, heraus finden, was sie dagegen tun kann. Das bedeutet aber auch, dass sie die schon lange tote Königin wieder erwecken muss.

Zu diesem Zweck reist sie nach Haiti, dem Mutterland des Voodoo, um dort nach Spuren, Geheimnissen und vor allem einem Priester zu suchen, der dieses alte Rituale kennt, da sie selbst noch keine Erfahrung damit hat.

Niemand ahnt, dass das der vom Leben gezeichneten und verbitterten Frau sehr gelegen kommt. Sie sucht nämlich schon seit Jahren nach einer Möglichkeit sucht, ihre von den Komplizen ihres verbrecherischen Mannes ermordete Tochter wieder zum Leben zu erwecken.

Auf der Reise in den Urwald wird sie von dem zwielichtigen aber recht anziehenden Glücksritter Devon Murphy begleitet, der schon bald vergessen geglaubte Gefühle in ihr weckt und sie zu einem Fehler verleitet, den sie bereuen könnte, wenn sie nicht aufpassen. Denn ist er überhaupt ehrlich zu ihr? Oder hütet auch er Geheimnisse, die ihren Zielen entgegen stehen.

 

Langsam scheint Lori Handeland die Lust an ihrem Zyklus auszugehen. Denn auch wenn die Geschichte immer noch recht flüssig und unterhaltsam geschrieben ist, so will doch nicht mehr so recht der Funke überspringen.

Weder die Figuren, noch die Handlung wissen zu überzeugen, da alles zwar routiniert aber ohne Begeisterung abgespult wird. Im Gegensatz zu den Figuren des ersten Bandes bleiben Cassandra und Devon eher blass und unausgereift, man nimmt nicht wirklich Anteil an ihren Nöten und Gefühlen, manch eine Aktion erscheint eher unmotiviert als glaubwürdig und gerade zum Ende hin bemüht die Autorin Zufälle, um ein Happy End zu erzwingen. Gerade weil die Geschichte lange nicht weiß, wohin sie eigentlich zielt, irren auch die Helden eher ziellos durch den Dschungel und beginnen ein lahmes erotisches Techtelmechtel miteinander. Auch die Voodoo-Elemente sind nicht wirklich gruslig und unheimlich, sie bedienen nur gängige Touristen-Klischees. Das alles verstärkt nur noch den traurigen Eindruck, den die Geschehnisse machen.

 

Alles in allem ist dieser Band der schwächste des ganzen Zyklus und es bleibt nur zu hoffen, das sich dies wieder ändert, oder sich die Autorin neuen Ufern zuwendet und dort mit mehr Elan weiter schreibt.

 

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Buch:

Wolfsbann

Reihe: Nightcreature-Zyklus, Bd.5

Autorin: Lori Handeland

Original: Midnight Moon, USA 2006

broschiert, 350 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen Januar 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Patricia Woitynek

Titelbildgestaltung von Hildendesign unter Verwendung von Motiven von shutterstock

ISBN-10: 3802582616

ISBN-13: 978-3802582615

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.03.2010, zuletzt aktualisiert: 09.11.2018 15:20