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Wolfsjagd von Jim Butcher

Reihe: Die dunklen Fälle des Harry Dresden Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Man mag es kaum glauben, aber Jim Butcher hat mit den Romanen um seinen Magier und Privatdetektiv einen großen Wurf getan. Derzeit werden die „Dresden Files“ in eine Fernsehserie umgesetzt, passend zu dem immer noch bestehenden Trend, Krimiserien mit einen Touch Mystery zu versetzen. Nur präsentieren sich die übersinnlichen Wesen als wesentlich handfester als die Geister der Vergangenheit, die zumeist weiblichen Medien zu schaffen machen. Ähnlich wie in der „Buffy“-Ablegerserie „Angel“ bekommt es der Held nicht nur mit Schattenwesen sondern auch Werwölfen und Vampiren zu tun. Die Romane machen es vor.

 

Es sieht nicht mehr so gut aus für Harry Dresden wie früher, denn die Polizei nimmt seine Dienste als Berater im Moment nur selten in Anspruch und auch sonst lässt sich im Moment nur schwer Geld verdienen. Es scheint so, als habe sich die ganze Welt gegen ihn verschworen oder liegt es an den Verstrickungen des letzten Falles, die ihn in Kontakt mit dem Mafiaboss Marcone brachte?

Aber bald zeigt sich ein Licht am Horizont. Es beginnt mit einer jungen Frau, die ihn um Rat wegen einer Beschwörung bittet, die sie in der nächsten Vollmondnacht durchführen will. Doch was will sie damit erreichen?

Ehe er das heraus finden kann, geschehen rund um Chicago bestialische Morde, und eines der Opfer ist ausgerechnet seine Kundin. Die Polizeiinspektorin Murphy hat nun keine andere Wahl mehr, als ihn zu den Ermittlungen ihrer Sondereinheit hinzuzuziehen, das ganze sieht nicht mehr wie die tat eines Psychopathen oder einer Gang aus. Die Toten scheinen von einem aufrecht gehenden wilden Tier angefallen worden zu sein. Mit einem Blick erkennt Harry Dresden, dass er es hier mit einem Werwolf zu tun hat. Doch was für einem, denn Werwolf ist nicht gleich Werwolf. Manche lassen sich recht leicht besiegen, andere sind selbst von mächtigeren Magiern nur schwer nieder zu zwingen.

Er wird tiefer in den Fall verwickelt als ihm lieb ist. Nicht nur, dass er bald einem ganzen Rudel von Verdächtigen in die Fänge läuft, die ihn sich ordentlich zur Brust nehmen und zusammenschlagen, er wird auch noch zu einem Hauptverdächtigen. Und das FBI, das sich zu allem Übel auch noch einschaltet ist, besitzt weit weniger Skrupel ihn über die Klinge springen zu lassen als Murphy und ihre Kollegen.

 

Harry Dresden hat ein wenig von dem Verhalten und dem angeborenen Zynismus der Detektive des Film Noir. Bissig kommentiert er seine Umwelt und ärgert sich, dass er sich doch immer wieder dazu überreden lässt, zu helfen, was mit Sicherheit wieder dazu führt, dass er vom Regen in der Traufe landet. Das war schon so in „Sturmnacht“ so. Er ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, der auch schon einmal Vorurteile hat oder jemandem zu sehr vertraut. Das macht ihn wie auch die anderen Figuren des Romans sehr menschlich und glaubwürdig.

Obwohl er und seine Gegenspieler besondere Kräfte besitzen sind sie keine Übermenschen und begehen Fehler. Das mischt die klassische Krimihandlung zusammen mit den Fantasy- und Horror-Elementen erst richtig auf. Mehr noch als „Sturmnacht“ stürzt „Wolfsjagd den Leser in ein Wechselbad aus Aufregung, Amüsement und Spannung.

 

Heraus kommt ein unterhaltsamer, wenn auch nicht unbedingt tiefgründiger Abenteuerroman mit phantastischen Krimielementen, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und gegenüber seinem Vorgänger ganz erheblich zugelegt hat.

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Wolfsjagd

Reihe: Die dunklen Fälle des Harry Dresden

Autor: Jim Butcher

Broschiert, 445 Seiten

Knaur, erschienen Januar 2007

ISBN: 978-3-426-63441-7

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

Titelfoto von FinePic

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.12.2006, zuletzt aktualisiert: 31.03.2021 19:40