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Zwei Kerzen für den Teufel von Laura Gallego García

Rezension von Christel Scheja

 

Deutsche Leser kennen Laura Gallego Garcia vor allem durch ihre magische Idhun-Trilogie, die auf ungewöhnliche Weise mit Märchen und Fantasy-Motiven spielt. Die bei Valencia lebende Autorin geht aber auch mit der Zeit und steuert nun ihre Ideen zu den derzeit so beliebten Geschichten um Engel und Dämonen, die langsam aber sicher die Vampire abzulösen beginnen, bei. Allerdings nicht so, wie es Leser erwarten, die eher durch die amerikanischen Werke zu diesem Thema verwöhnt sind.

 

Für Caterina sind Engel und Dämonen real existierende Wesen, denn sie ist selbst die Tochter des Engels Iah-Hel, der ihr in den fünfzehn Jahren seines Lebens so einiges beigebracht hat, wenn auch nicht alles.

Allerdings muss sie nun miterleben, dass auch Engel sterben können, da ihr Vater auf einer Autobahntankstelle ermordet wird. Cat gelingt es, dem Killer zu entkommen, muss aber miterleben, wie ein anderes Mädchen statt ihrer entführt wird.

Auch wenn sie als halber Engel keine besonderen Gaben besitzt beschließt das Mädchen, heraus zu finden, warum ihr Vater sterben musste, und wer dafür verantwortlich ist. Sie weiß, dass ein Dämon dahinter stecken muss, denn nur diese sind dazu fähig, Engel umzubringen.

Schon bald gesellt sich Angelo an ihre Seite. Zwar ist er ein Dämon, aber er will Caterina scheinbar nichts Böses, eher im Gegenteil, er hilft ihr, wo er nur kann und weiht sie nach und nach in weitere Geheimnisse der Engel und Dämonen ein, auch wenn er ihr nicht verrät, wer ihn dazu beauftragt hat.

Nach und nach entdeckt das Mädchen, das viel mehr hinter allem steckt, als die geahnt. Nicht, nur, dass sie heraus bekommt, dass ihr Vater sie wegen ihrer Mutter angelogen hat, sie erfährt auch eines der größten Geheimnisse der überirdischen Rassen, das viele Engel und Dämonen mittlerweile vergessen haben und ihre Fürsten gerne begraben sähen. Denn ausgerechnet die Menschheit spielt eine wesentliche Rolle in dem ganzen Drama, das vor mehr als zwei Millionen Jahren seinen Anfang nahm.

 

Vielleicht kann man vermuten, dass es zwischen Cat und Angelo etwas knistert, aber die erwartete romantische Liebesgeschichte spielt tatsächlich keine besondere Rolle. Die beiden agieren eher wie Partner, die einander unterstützen und werden zum Ende hin gerade einmal Freunde aber nicht wirklich mehr. In dieser Hinsicht enttäuscht der Roman, was ihn auf der anderen Seite aber aus der Masse ähnlicher Werke hervor hebt.

Tatsächlich geht es in Laura Gallego Garcias Roman um ganz andere Dinge, nämlich den Geheimnissen der Engel und Dämonen, die in einer Überraschung münden. Dieser ganz eigene Kosmos ist sehr intelligent und logisch aufgebaut. Er wirkt stimmig und interessant, auch wenn es vielleicht nicht das ist, was die meisten Leser erwarten.

Zudem ist die Autorin in einigen Dingen sehr konsequent und überrascht auch mit einer ungewohnten Wendung in der Mitte des Buches, die man nicht hat kommen sehen, denn die Heldin macht eine ganz besondere Veränderung durch.

Action gibt es wohldosiert eingesetzt, aber auch sie ist der eigentlichen Geschichte untergeordnet. Zudem lässt es die Autorin ruhig angehen und nimmt sich genug Zeit um ihre Geheimnisse zu enthüllen.

 

Alles in allem ist „Zwei Kerzen für den Teufel“ ein Buch für all jene Leser, die nicht unbedingt schon wieder nach einer weiteren Romanze hungern, komplexe Geschichten mit etwas Tiefgang und ausgefeilte Charaktere mögen. Nur wer ein rein romantisches oder actionlastiges Abenteuer erwartet wird ziemlich enttäuscht.

 

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Buch:

Zwei Kerzen für den Teufel

Autorin: Laura Gallego Garcia

Klappbroschur, 397 Seiten

dtv, Oktober 2010

Übersetzerin: Ilse Layer

 

ISBN-10: 342324805X

ISBN-13: 978-3423248051

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.12.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59