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ARCANA No.8 (Magazin)

Rezension von Markus K. Korb

 

Fanzines und Magazine sind aus der deutschen Phantastik-Landschaft auch in Zeiten von Internet-Zines und Webblogs nicht wegzudenken. Mit viel Fachkenntnis und Liebe zum gewählten Sujet erstellen die Macher dieser Publikationen ihre Magazine.

Eines davon ist „Arcana“. Bereits seit dem Jahr 2003 veröffentlichen Gerhard Lindenstruth und Robert N. Bloch, beides ausgewiesene Kenner des Genres, dieses Magazin. Es beschäftigt sich vornehmlich mit klassischer und moderner Phantastik und bietet vornehmlich sekundärwissenschaftliche Beiträge, gemischt mit Neuveröffentlichungen von Erzählungen, die dem modernen Leser unbekannt sein dürften, und Rezensionen aktueller Publikationen.

Mit der vorliegenden achten Ausgabe des Magazins ändert sich dies dahingehend, dass der Band nahezu ausschließlich ein Storyzine ist, d.h. er wird fast nur von Kurzgeschichten bestritten.

 

Inhalt:

Die erste Geschichte heißt „Zweifel“ und stammt aus der Feder von Andrea Bottlinger, einer noch unbekannten Autorin. Es wird darin berichtet, wie der Erzengel Gabriel eine Selbstmörderin rettet, nur um sie daraufhin in einer pervertierten Show zu präsentieren.

 

Es schließt sich mit Die Selbstmörderbrücke eine kurze Erzählung von Malte S. Sembten an, in welcher der Autor von einer schicksalhaften Begegnung im venezianischen Karneval erzählt.

In der dritten Story „Zombi-Tussis in der Einkaufs-Hölle“ stellt Uwe Voehl Betrachtungen anlässlich eines Kaufhallenbesuchs an, wobei sich Realität mit Sozialkritik mischt.

„Die Versuchung“ stammt von Michael Siefener und bietet Einblick in eine zerrüttete Familie, die Bekanntschaft mit einem unheimlichen Besucher der Hölle macht.

Die abschließende Erzählung mit dem Titel „Der mitternächtige Turmteufel“ stammt von Ladislaus Tarnowski, einem polnischen Erzähler des frühen neunzehnten Jahrhunderts. Hier gerät ein armer Bartscherer auf die schiefe Bahn, da er seiner Familie ein besseres Leben zu geben hofft.

Zwei Rezensionen beschließen den vorliegenden Band. Die erste stammt von Robert N. Bloch. Er rezensiert „Fieberreigen“, die Anthologie niederländischer Erzähler, zusammengestellt von Rein A. Zondergeld. Die zweite Kritik wurde von Dr. Marco Frenschkowski verfasst, der sich mit Christian Brachthäusers sekundärwissenschaftlichem Werk „Eine grenzenlos einsame Seele. H.P. Lovecraft – Leben und Werk“ kritisch auseinandersetzt.

 

Kritik:

„Arcana 8“ ist immer wieder ein interessanter Lesestoff. Die ausgewählten Autoren sind bereits seit vielen Jahren in der Phantastik-Szene bekannt für ihre stilistische Sicherheit im Umgang mit Sprache und Sujet. Verbleibt auch die ein oder andere Geschichte als Fingerübung im Gedächtnis, so stechen sie doch meilenweit aus den Veröffentlichungsdschungel manch anderer Kleinverlage hervor. „Arcana 8“ bietet somit wieder ein spannende Exkursion in die Weiten der Phantastik, die insgesamt lesenswert ist.

 

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Magazin:

Arcana 8

Hrsg: Gerhard Lindenstruth

Taschenbuch, 76 Seiten

Verlag Lindenstruth, Gießen Dezember 2006

 

Erhältlich bei: Verlag Lindenstruth

weitere Infos:

Hintergrundinformationen, Rezensionen und mehr zum Magazin


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Erstellt: 08.03.2007, zuletzt aktualisiert: 25.10.2019 19:26