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ARCANA No.9 (Magazin)

Rezension von Christel Scheja

 

Zweimal im Jahr erscheint im Verlag Lindenstruth das Magazin ARCANA. Ähnlich wie in den herausgegebenen Büchern konzentriert sich das Heft auf ungewöhnliche moderne oder nur wenig bekannte klassische Phantastik. In früheren Ausgaben wurden zumeist vergessene Perlen aus dem 19. und frühen 20. Jh. ausgegraben, und Artikel beschäftigten sich mit den Autoren und Werken der Vergangenheit oder gingen phantastischen Mythen und Motiven wie dem Werwolf auf dem Grund.

 

In der aktuellen 9. Ausgabe sieht das etwas anders. aus, denn der Herausgeber wendet sich ausnahmsweise mehr der Moderne zu. Zunächst erinnert er an den Schriftsteller, Verleger Maler und Bildhauer Wolfgang Altendorf, der im Januar 2007 im Schwarzwald verstarb und vor allem in den 70ger Jahren seine - wenn auch geringen Spuren in der deutschen Phantastik hinterlassen hat. Neben den Kurzgeschichtensammlung „Vom Koch der sich selbst zubereitete“ und „Henkersmahlzeiten“ erschien noch der Science Fiction-Roman „Das Stahlmolekül“ von ihm. Einen Einblick in sein Schaffen kann der Leser gleich selbst nehmen, denn man erhielt die Abdruckgenehmigung für eine Geschichte des Verstorbenen. Die Gäste eines rauschenden Festes sind irritiert, denn „Der tote Lebemann“ kann es auch nach seinem Ableben nicht lassen an dem geselligen Beisammensein teil zu nehmen.

Kurzgeschichten beherrschen neben einigen Rezensionen zu aktuellen Titel auch das weitere Heft. Es gibt nur einen Artikel. Rein A. Zondergeld gibt einen „Kurzen Überblick über die niederländische Phantastik“, die durchaus vorhanden, aber hierzulande so gut wie gar nicht beachtet wird.

Julia Jasper besucht noch ein Gymnasium in Dortmund, aber ihre Erzählung „Im Regen“, in der sie von einer unheimlichen Begegnung in einem zusammenbrechenden Schuppen berichtet. Sie schreibt in einem außergewöhnlich reifen Stil und lässt auch inhaltlich auf viele weitere interessante Geschichten hoffen.

 

Auf den Pfaden H. P. Lovecrafts wandelt Malte S. Sembten mit seiner Novelle Dormengruuhl, die stimmungsvoll von Michael Mittenbach illustriert wurden. Er entführt den Leser nach Arkham und mitten in die Versammlung eines unheilvollen Ordens, der nicht nur seiner verschollenen und verblichenen Mitglieder gedenkt...

 

Anders als in früheren Ausgaben ist die Mischung der Beiträge nicht ganz so gelungen, da man sich diesmal sehr stark auf Geschichten verlässt, und so gut wie fehlt, was Arcana eigentlich sonst von der Masse vergleichbarer Magazine abhebt. Der kurze Abriss über die niederländische Phantastik ist zwar interessant, aber er kann nicht darüber hinweg täuschen, das es diesmal keinen spannenden und gut recherchierten Artikel zu den Strömungen der Phantastik in früheren Jahrzehnten oder zu Sagen und Mythen gibt.

Die Geschichten sind durchweg von hoher Qualität, auch das Debüt von Julia Jasper, auch wenn die Novelle von Malte S. Sembten die beiden kürzeren Werke durch seine eindringliche Atmosphäre überschattet.

 

Zwar bietet „Arcana - Magazin für klassische und moderne Phantastik“ wie immer qualitativ sehr hochwertige Beiträge, ist aber nicht ganz so vielseitig und informativ wie frühere Ausgaben. Nur wer in erster Linie Erzählungen lesen möchte, wird mit dem Heft wirklich zufrieden sein.

 

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Magazin:

Arcana 9

Hrsg: Gerhard Lindenstruth

broschiert, A5-Heftformat 76 Seiten

Verlag Lindenstruth, Oktober 2007

ISSN: 1610-7373

 

Erhältlich bei: Verlag Lindenstruth

weitere Infos:

Hintergrundinformationen, Rezensionen und mehr zum Magazin


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Erstellt: 19.12.2007, zuletzt aktualisiert: 25.10.2019 19:26