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Archiv News & Updates

Meine Mutter fürchtete sich auf dem Dachboden. Eine ungeheuerliche, verstörende Erkenntnis. Die große Seherin, deren Bett ich in meinen schlimmsten Nächten aufsuchte, um Trost und Rat und zu finden, hatte selbst Angst. Die tapfere Kriegerin, die meine Alpträume tötete und mich beruhigt an ihrer Seite einschlafen ließ, bewaffnet mit einem riesigen Schwert, das griffbereit zwischen uns beiden und meinem ungläubigen Vater lag, war nicht gefeit vor meinen Feinden. Schreien. Schatten. Meinem Spuk.…

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Es war einmal ein Schriftsteller, der ein Weihnachtsmärchen erzählte. Es handelt von einem Mann namens George Bailey aus Bedford Falls, der sich am Heiligabend in den Fluss stürzen will, weil er keinen Sinn mehr sieht. Wie der letzte, absolute Versager kommt er sich vor. Und in seinem ganzen Jammer und Kummer meint er, dass es den Menschen in seiner Stadt, die geliebte Ehefrau und die gemeinsamen Kinder eingeschlossen, ohne ihn viel besser gehen würde. Aber dann taucht ein seltsamer Fremder auf…

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Ich war noch sehr klein, als ich dachte, Kirchturmglocken würden ihn ankündigen. Sie schlugen zwölfmal, und ich hätte längst schon schlafen müssen, neben mir eingerollt meine jüngere Schwester, der grüne Bär und die einarmige Katze zwischen uns, gut zugedeckt, um die Nacht sicher zu überstehen. Aber es war nicht mein Bett. Es war keine Nacht, die mir richtig erschien, weil sie mich ganz allein für sich haben wollte. Da war kein vertrautes Ohr, in das ich verschwörerisch hätte flüstern, kein nach…

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Interviews & Artikel

Kiez-Killer Honka: Suff, Schmutz und Sünde


Fritz Honka war weder optisch noch mental der Mann, dem verklärte Frauen Liebesbriefe in die Zelle geschickt hätten. Krumme Körperhaltung, kaputte Zähne, Schielen, Hasenscharte. Honka war ungepflegt, jähzornig, Frauen verachtend, alkoholabhängig, sexuell zutiefst gestört und ungebildet. Da war nichts wirklich Erfreuliches an ihm.

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Die Geisteskranken im Wald kennen wir. Wir wissen, dass wir auf der Hut sein müssen. Wir befürchten, keine Chance zu haben. Es sind komplett Wahnsinnige, das dürfen wir nicht vergessen. Unsere gute Erziehung, unsere Sprache, unser Pazifismus, unser Schmerz … unser Verstand … gilt alles nicht mehr. Die Geisteskranken hausen in einer Hütte mit Fleischerhaken an der Decke, Kreissäge in der Schublade und einer Gefrierbox in der Ecke. Oh ja, diesbezüglich sind sie zivilisiert. Sie haben Strom. Und…

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Für 2023 kündigen sich große Dinge an, denn in der Con-technisch unterentwickelten Metrople Berlin soll endlich wieder ein Fan-Ereignis stattfinden, der MetropolCon. Der dahinterstehende Verein schlägt bereits fleißig die Trommeln, damit der Con zu einem Event wird, dass nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch Potential für Wiederholungen entwickelt. Um solch schöne Idee zu unterstützen, baten wir die wunderbare Claudia Rapp, verantwortlicher Vereinsvorstand, ein paar Fragen über sich,…

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Interviews & Artikel

The Northman – ein Kommentar


Was will uns der Film erzählen?

König Aurvandil (Ethan Hawke) kehrt mit reicher Beute heim. Sohn Amleth (Oscar Novak) stürzt zu seiner Mutter Königin Gudrún (Nicole Kidman), um ihr die Neuigkeit mitzuteilen. Empört, ob seines Eindringens ohrfeigt sie ihn beinahe, dann besinnt sie sich eines besseren. Während Vater und Sohn sich lieben, ist die Beziehung der Mutter zu ihnen distanziert. Da Aurvandil schwer verletzt ist und seiner Wunde möglicherweise erliegen wird, geht er mit seinem Sohn zu…

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Interviews & Artikel

Die Unheimlichen: Bloß nicht der Hund


Ihren Hund hat Die Fremde in dir am Ende einer langen Nacht wieder. Er taucht während des Films, der übrigens großartig ist, einfach spurlos unter, und die Sorge um ihn begleitet die Angst um Erica wie ein trotziger Schatten, den das Drehbuch prinzipiell ohne Gewicht wirft. Denn der Hund ist nur Nebendarsteller. Einer von vielen. Aber sterben darf dieser eine nicht. Muss er gottlob auch nicht. Und das ist richtig so: Bloß nicht der Hund!

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Ich bin schrecklich. Oder völlig normal. Tatsache ist, dass ich mit mir selbst wette, was passieren könnte. Zwei Möglichkeiten sind Regelfall. Gewinnt eine dritte, habe ich etwas Furchtbares dazugelernt. Das kann nicht schaden, der Horror im Kopf will gefüttert werden.

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Interviews & Artikel

Die Hand, die ins Irgendwas greift


Damals dachte ich, dass es möglich wäre, in Spiegel zu greifen. Die Finger hinein zu tunken wie in eine Pfütze oder ein Glas Milch. Nur die Finger. Mehr vorzustellen traute ich mich nicht. Später sagte mir ein alter Mann am Kamin, dass es zu viele schlechte Geschichten über Spiegel gäbe. Es würde ihn langweilen, dahinter die verkehrte Welt zu sehen. Ich teilte seine Meinung nicht, nickte aber höflich. Er war grau und müde, er betrachtete nicht mehr wirklich.

 

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Erstellt: 05.04.2005, zuletzt aktualisiert: 07.03.2019 13:20