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BuCon 2007 - Nachlese

Autor: Ralf Steinberg

 

Nach einem Jahr Pause verschlug es mich diesjahr also wieder ins tiefste Westdeutschland, wo das Bier klein und die Straßendichte hoch ist.

Erneut durfte ich bei Michael Schmidt nächtigen und trotz Lokführerstreik kam ich wohlerhalten an. Den Vorabend des Cons nutzten wir, um uns über Bücher und Projekte auszutauschen und so waren wir am Samstag, dem 13. Oktober - ein goldiger Herbstag - gewappnet für die Szene, die sich diesmal im Bürgerhaus Sprendlingen traf. Das ist auch in Dreieich bei Frankfurt am Main, irgendwie hab ich inzwischen das Gefühl, dort gibt es auch gar nichts anderes als Vororte.

Nichts desto trotz verfuhr sich Micha gewohnt zielsicher und so schlugen wir auch etwas später in Sprendlingen auf.

Die Con-Tüte erfreute unser Herz diesmal nicht ganz so - die Sponsoren sollten sich da mehr ins Zeug legen, aber immerhin gabs für jeden ein Raumschiff - nämlich den Rettungskreuzer Ikarus als Bastelbogen.


Micha vorm Bürgerhaus in Sprendlingen - zwei architektonische Sünden

Zunächst orientierten wir uns und fanden recht schnell den Atlantis-Stand, wo uns Guido Latz stolz den neuesten Saramee-Band präsentierte. Geweckte Hunde erschien just an diesem Tag, was mich umso mehr erfreute, als ich mit Blut und verkaufter Seele an diesem Meilenstein der Literatur mitwirken durfte.

Hier mussten auch Timo Kümmel, Markus K. Korb und Tobias Bachmann Sklavendienste verrichten und Trillionen von Autogrammkarten mit ihren Kreuzen beflecken, zum Glück hatte ich einen Saramee-Band von Markus dabei, sodass ich mich in die Reihe der Autogrammpeiniger einreihen konnte.

Zu ihrem Paneel musste man dann Markus und Tobias in Ketten und Zwangsjacke schleifen, was sie mit Wahnsinnsgebrüll begleiteten.

 

Kurz darauf lief uns auch Christel Scheja über den Weg, die aber schon voll konzentriert auf die Präsentation ihres Gemeinschaftswerkes mit Charlotte Engmann wartete - Sturmbrecher

Christel

Da die Programmpunkte, die ich mir ausgewählt hatte erst später begannen, war genug Zeit, herumzugehen, die Stände zu begutachten, das minimalistische Imbissangebot zu bestaunen und mit Altbekannten zu plaudern.

Armin Rößler etwa konnte mir sein neuestes Werk in die Hand drücken: Andrade, der lang erwartete Folgeband zu seinem SF-Roman Entheete, der 2006 durchaus für positive Resonanz sorgte.

Zudem musste ich ihm erklären, dass ich meine Rolle als Gastjuror für die Corona-Kurzgeschichten versemmelte, als ich meine Wertung genau falschherum mit Zensuren, statt mit Punkten versah.

Die 2 für Andreas Flögels Geschichte sorgte nicht nur bei ihm selbst für Erstaunen.

Doch mit viel Schleim wand ich mich aus der Falle und konnte fast glaubhaft versichern, durch Alter und Stress verwirrt gewesen zu sein.

Da lächeln sie wieder: Micha, Andreas und Armin
Er sieht gut aus und versteht was von Trollen - Chrstoph Hardebusch

Das Buch war damals noch gar nicht erschienen, da durfte ich bereits mit Christoph Hardebusch über sein Buch Die Trolle plaudern (Das Interview)

Inzwischen ist bereits eine Fortsetzung erschienen und Band 3 in der Mache, darum wollte ich auch unbedingt zu seiner Lesung.

Der Mann ist nicht nur recht ansehnlich, was viele schmachtende Hörerinnen bestätigen werden, er wirft mit seinen Haaren nicht weniger um sich, als mit seinem Charme.

Die Lesung war daher auch entspannt, überzeugend und viel zu kurz. Eine Stunde ist eben im Nu vorbei.

Jedoch hatte ich den Ziegelstein von Buch dabei und ließ ihm mir signieren, mit Entzücken konnte ich vernehmen, dass Christoph sich meiner erinnerte. Damals war ich wohl noch netter.

Später am Abend konnte er sich dann für sein Debüt auch den Deutschen Phantastikpreis abholen. Trolle sind eben unschlagbar!


Stefanie Rafflenbeul - ein bezauberndes Energiebündel

Mit einer Schönheit ging es weiter, diesmal mehr für die männlichen Fans.

Stefanie Rafflenbeul schreibt Heftromane seit ihrer Kindheit, wie sie berichtete, zunächst änderte sie einfach das Ende, wenn es ihr nicht zusagte. Inzwischen konnte sie mit Uschi Zietsch eine gute Mentorin für sich gewinnen und die ersten Erfolge geben ihr Recht. Sie schreibt für Maddrax als Michelle Stern - Heft Nummer 201 Die Rachegöttin war kurz vorher erschienen. Und auch bei der Fabylon Serie Sun Quest ist sie als Autorin zu finden.

In Band 2 Der Ewige übernahm sie die erste Hälfte des Romans.

Daraus las sie nun vor, zwar merkte man ihr ihre Aufregung an und sie scheint auch grundsätzlich nicht fürs Stillsitzen geboren zu sein, aber immer, wenn sie die lebhafte As'mala imitierte, brach sich ihr burschikoses Wesen Bahn und verzauberte ihr Publikum.

Holger M. Pohl - immer eine Kolumne im Lächeln

Nach solch geistigen Hochgenüssen verdorrte mir die Zunge und ich musste mir ein Winzglas mit Bier besorgen. Anschliessend und nur unterbrochen vom Besorgen neuer Winzgläser, saßen wir mit Holger M. Pohl, seiner wunderschönen Begleiterin und mit Achim Hiltrop gemütlich beisammen und warteten auf die Verleihung des Deutschen Phantastikpreises.

Themen dieser illustren Runde waren natürlich Star Wars, aber nur kurz, Phase X, immerhin saßen lauter Redakteure des ebenfalls für den DPP nominierten Magazins beisammen und der Stand der Szene.

Mit Erstaunen stellten wir das Sinken des Altersdurchschnittes fest - André Linke hatte eine Schar weiblicher Fans mitgebracht - was zudem auch den Anteil der Frauen deutlich erhöhte. Der gegenwärtige Fantasyboom bringt wohl nicht nur Lesenachwuchs sondern auch eine Verschiebung des Gleichgewichts innerhalb der Phantastik mit sich.

Ein redaktionsinternes Highlight war das Erscheinen von Christian Endres, der im Abe Lincoln Look kritisch das Gewühl beäugte und nach Unabhängigkeit suchte. Ich bekniete ihn um ein Autogramm und sofort wurde er lockerer, blieb aber nicht lange, was aber verständlich war, kam er doch in charmanter Begleitung und in seinem Alter sollte man Samstagabends anderes machen...

Achim Hiltrop - ein Mann für jedes Universum
Mike und Micha beim Formularbefüllen.

Und dann kam die große Überraschung! Wahrscheinlich hatte Micha Guido geärgert, jedenfalls wurde er verdonnert die Laudatio in der Kategorie Bester Grafiker zu halten. Erstaunlicher Weise kannte er jeden der Nominierten - nur die Gewinnerin nicht! Inzwischen aber hat er das versäumte nachgeholt und im November stellt sich Mia Steingräber in der Kategorie 7 Fragen/ 7 Antworten seinen Fragen.


Das half ihm aber in dem Moment gar nicht, da Mike Hillenbrand, seines Zeichens Cheforganisator, Technokrat und unerbittlicher Programmdirektor. Micha in die Mangel nahm um ein ordentliches Profil für den Auftritt erstellen zu können. Micha glänzte mit Begeisterung.



Herrmann Ritter sagte sich: Augen zu und durch.

Dann aber ging es los mit der Verleihung des Deutschen Phantastik Preises in all seinen Facetten.

Mike Hillenbrand hatte die gesamte Veranstaltung stark aufgepeppt und hollywoodmäßig frisiert. Seine Einspieler und jeder technische Versager brachten ihn zwar in gesundheitlich bedenkliche Situationen, aber es war angemessen - nämlich phantastisch!

 

Wer ihn bisher nicht vermisste, wunderte sich bestimmt auch nicht sehr, als Herrmann Ritter seine Anwesenheit als Conferencier mit der arbeitsscheuen Abwesenheit von Dirk van den Boom begründete, der seine Tentakelschatten in Boomtown Ulan Bator warf.

Herrmann sagte sich: Augen zu und durch. Das half allen.


So hangelten sich die Laudatoren durch die Veranstaltung.

Herrmann konnte sich eine Bemerkung bezüglich Michas wunderbar anonymen Namens nicht verkneifen und H.D.Klein weihte uns in erfolgreiche Beziehungsstrategien als Lebensabschnittsgefährte ein. Stuhlprobleme elegant gelöst und ein Anreiz, mal in seine Bücher reinzuschnuppern.


H. D. Klein, Armin Rößler und Michael Schmidt, der wirklich so klein ist.

Dann aber kam das unvermeidliche. Dirk van den Boom kam doch noch.

Via Videoeinspieler frönte er seiner Leidenschaft für witzige Reden, warum Mike ihn so oft abwürgte, mag technisch zu begründen sein, der Saal nahm jedoch den gelungenen Gag wohlwollend auf. Wenn die Mongolen demnächst beschliessen sollten, die Welt erneut zu erobern, liegt es entweder an Military-SF Büchern, die da plötzlich auftauchten oder an dem Versuch, jene Kultur zu vernichten, die solches hervorbringt.

Aber wie auch immer, ohne Dirk wäre es nur halb so festlich geworden.

Grün Tentakel will die Weltherrschaft.
André Linke übergab Markus Heitz den Preis für die beste Webseite.

Der große Abräumer aber war Markus Heitz, der gleich in drei Kategorien die Massen mobilisieren konnte. Er versprach auch hoch und heilig, mit den Zwergen durch zu sein, wahrscheinlich werden nächstes Jahr Trolle alle Preise absahnen. Aber solange es keine Elfen sind, sei das verziehen.

Beste Serie, Bester Roman und beste Webpräsenz - Markus heitzte der Konkurrenz ein, wie ein schöner Kalauer meinte.

 

www.fantasyguide.de - auf der großen Leinwand zu Hause...

 


Der Fantasyguide hatte es auch unter die Nominierten geschafft - dafür nochmal Dank an alle Leser und Votierer!

 

Nach der großen Gala gingen wir noch mit Ines Bauer und ihrem Mann, Christian Weis und Andreas Flögel essen, um das Ereignis angemessen ausklingen zu lassen.

Wir unterhielten uns natürlich um Kurzgeschichten, SF und Fantasy und wenn das Ungeborene von Ines später nicht Astronaut oder Zauberlehrling wird, waren wir zu leise an diesem denkwürdigen Abend.

 

Es war ein wunderbares Wochenende für mich und auch wenn Micha hinterher saubermachen durfte, werd ich wohl wiederkommen dürfen.

Ad astra ...

und mit der Bierglasgröße wird das bestimmt noch was da im tiefsten Westen.

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Bester Roman Deutschsprachig

1) Markus Heitz: Die Mächte des Feuers (Piper)

2) Bernhard Hennen: Elfenlicht (Heyne)

3) Christoph Marzi: Lumen (Heyne)

4) André Wiesler: Böses Erwachen

5) André Linke: Angriff der Flukes (Machtwort)

 

 

Bestes Roman-Debüt Deutschsprachig

1) Christoph Hardebusch: Die Trolle (Heyne)

2) Jenny-Mai Nuyen: Nijura - Das Erbe der Elfenkrone (cbj)

3) André Linke: Angriff der Flukes (Machtwort)

3) Richard Schwartz: Das erste Horn - Das Geheimnis von Askir 1 (Piper)

4) Ulrich C. Schreiber: Die Flucht der Ameisen (Shayol)

 

 

Bester Roman International

1) Trudi Canavan: Die Rebellin - Gilde der schwarzen Magier 1

(Blanvalet/cbt)

2) Stephen King: Love (Heyne)

3) Sergej Lukianenko: Wächter des Tages (Heyne)

4) Stephenie Meyer: Biss zum Morgengrauen (Carlsen)

5) Brian Keene: Reich der Siqqusim (Otherworld)

 

 

Beste Kurzgeschichte

1) Martin Schemm: Das Lazarus-Projekt (Exodus 20)

2) Markus K. Korb: Insel des Todes (Insel des Todes, Eloy)

3) Helmut Marischka: Zwischen den Welten (Seelenblut, Intrag) 238

4) Andreas Gruber: Wie ein Lichtschein unter der Tür (Der dünne Mann, Blitz)

5) Volker Groß: Audio! (Die Jenseitsapotheke, EDFC e.V.)

 

 

Beste Original-Anthologie/KG-Sammlung

1) Alisha Bionda (Hrsg.): Der dünne Mann - Edgar Allan Poes Phantastische

Bibliothek 8 (Blitz)

2) Armin Rößler & Heidrun Jänchen (Hrsg.): Tabula Rasa (Wurdack)

3) Patrick Grieser (Hrsg.): Arkham - ein Reiseführer (Basilisk)

4) Fabian Vogt: Die erste Ölung (Brendow)

5) Sven Kössler & Werner Placho Liberate Me (Eloy)

 

 

Beste Serie

1) Ulldart - Zeit des Neuen (Piper)

2) Biss zum Morgengrauen (Carlsen)

3) Perry Rhodan (VPM)

4) Maddrax (Bastei)

5) Saramee (Atlantis)

 

 

Bester Grafiker

1) Mia Steingräber

2) Arndt Drechsler

3) Timo Kümmel

4) Mark Freier

5) Ernst Wurdack

 

 

Bestes Sekundärwerk

1) Thomas Höhl & Mike Hillenbrand: Dies sind die Abenteuer - 40 Jahre Star

Trek (Heel)

2) Klaus Bollhöfener (Hrsg.): phantastisch! (Achim Havemann)

3) Sascha Mamczak & Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2006

(Heyne)

4) Chris Weidler (Hrsg.): Phase X (Atlantis)

5) Michael Scheuch, Hermann Ritter (Hrsg.): Das Magira Jahrbuch 2006

(Fantasy Club e.V.)

 

 

Bestes Hörbuch/Hörspiel

1) Eragon - Der Auftrag des Ältesten (Random House)

2) Gabriel Bruns (Universal)

3) Perry Rhodan Sternenozean (Lübbe Audio)

4) Caine (Lausch)

5) Der Freischütz (Titania)

 

 

Beste Internet-Seite

1) Mahet.de

2) Elbenwald.de

3) Fantasyguide.de

4) Stephen-King.de

5) Horror-Forum.com

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Mammut
Donnerstag, 22. November 2007 22:05 Uhr
Da machen wir nächstes Jahr wieder hin. Ist schließlich schon fast sowas wie ein Familientreffen.

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Erstellt: 28.10.2007, zuletzt aktualisiert: 02.04.2017 20:00