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Befreiung in Camouflage von Michael M. Thurner

Reihe: Atlan: Lepso-Trilogie, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Neben Perry Rhodan ist der unsterbliche Arkonide Atlan die beliebteste Figur der Serie. Das ist Grund genug, ihn immer wieder eigene Soloabenteuer zu gönnen, so wie aktuell im „Lepso“-Zyklus, der in Zusammenarbeit mit Fantasy Productions in Taschenbuch-Form heraus gegeben wird.

Erschienen sind bereits die Romane „Totentaucher“ von Wim Vandemaan und „Die acht Namenlosen“ von Christian Montillion. Nun folgt der Abschluss der Trilogie unter dem Titel „Befreiung in Camouflage“.

 

Im Jahr 3102 erfährt Atlan, der noch immer als Lordadmiral die United Stars Organisation (kurz: USO) tätig ist, dass er angeblich auf Lepso ermordet worden sein sollte. Ein Nachrichtensender hat diese Information mit entsprechenden Filmaufnahmen galaxisweit verbreitet.

Natürlich geht er kurzerhand persönlich der Sache nach und findet nach turbulenten und gefährlichen Abenteuern zusammen mit der Piratenkönigin Tipa Riordan und einigen USO-Spezialisten heraus, dass dieser Mord ein persönlicher Hilferuf an ihn war.

Die letzten Überlebenden aus der Rasse der Tyarez, die mit Arkoniden aus dem Hause da Onur eine Symbiose eingegangen sind, brauchen seine Unterstützung um weiter existieren zu können. Zwar haben die hautähnlichen Außerirdischen ihre Träger über Jahrhunderte am Leben erhalten, aber es war ein gemeinsames Geben und Nehmen.

Nun sind jedoch andere auf ihre Technologie und ihre Fähigkeiten aus, die eher eigensüchtige Motive und Interessen haben - so wie Artemio Hoffins, dem ehemaligen Leiter der schwarzen Garde. Der Mann startet mit dem letzten Tyarez-Schiff, das er selbst kurz zuvor aufgebracht hat, von Lepso und versucht Camouflage zu finden, den letzten Rückzugsort der Tyarez, an dem noch mehr Geheimnisse und Vermächtnisse der alten Rasse ruhen.

Atlan nimmt die Verfolgung von Hoffins auf, nicht ahnend, dass er schon längst mitten in der Fehde zwischen zwei arkonidischen Clans steckt, die sich nicht scheuen, auch ihn ans Messer zu liefern, wenn es sein muss.

 

Michael M. Thurner setzt die von Christian Montillion in „Die acht Namenlosen“ begonnene Entwicklung fort und greift dort die lose hängenden Fäden auf, um sie geschickt zum Ende zu führen. Nicht nur, dass die geheimnisvolle Geschichte der Tyarez nach und nach enthüllt wird, auch die Motive der anderen Figuren und vor allem der beiden Arkoniden-Clans werden enthüllt.

Wie schon sein Vorgänger verzichtet Thurner darauf all zu viele Anspielungen auf die Perry Rhodan Serie einzubringen oder Sprüche zu klopfen. Er konzentriert sich neben Atlan nur auf wenige andere Charaktere, dabei vor allem die von Montillion eingeführten Figuren, die er gelungen weiter führt. Da ist einmal Ohm Santarin, ein USO-Spezialist, der seinem Vorgesetzten gegenüber durchaus Geheimnisse pflegt, und Aizela da Onur, die mehr über die Geheimnisse ihrer Familie und deren Verbindung zu den Tyarez erfahren möchte.

Beide tragen in ihren eigenen Nebenhandlungen zur Lösung des Rätsels bei, während Atlan wieder einmal gefangen wird und aus einem Arbeitslager entkommen muss, in dem vor allem Brutalität und Grausamkeit gepflegt werden. Und das nur, weil er wieder einmal in eine offensichtliche Falle gelaufen ist und sich von einem jungen weiblichen Psychovampir hat einlullen lassen.

Das sind wohl die beiden größten Schwachpunkte des Romans. Die Gefangenschaft liest sich wie eine Wiederholung der Geschehnisse aus dem letzten Band und Atlan ist noch immer nicht er selbst, lässt viel von der zynischen Ader, der Welterfahrung und dem gesunden Argwohn vermissen, den er durch sein Alter eigentlich haben müsste. Und auch wenn er früher Frauen nicht unbedingt von der Bettkante geschubst hat, so war er doch nicht unbedingt so sexbesessen und blind gegenüber Gefahren wie im „Lepso“-Zyklus dargestellt.

Ansonsten liefert Michael M. Thurner ein von Anfang bis Ende spannendes Action-Abenteuer ab, in dem geliebt, gekämpft und immer dann geschossen wird, wenn man mit Worten nicht mehr weiter kommt. Ein besonderes Highlight des Romans ist dabei die phantasievoll und exotisch geschilderte Vergangenheit der Tyarenz, die viel über das Volk preis gibt und so die Geschichte abrundet.

 

„Befreiung in Camouflage“ bietet wie „Die acht Namenlosen“ kurzweiliges und solide verfasstes Science-Fiction-Abenteuer ohne all zu viele Brücke und inhaltliche Schwächen. Auch die Trilogie wird sauber abgerundet und zufriedenstellend zum Ende geführt.

Nur die Figur des Arkoniden Atlan ist immer noch zu zahm und friedlich geschildert, seine bald zwölftausendjährige Lebenserfahrung kommt nicht so zum Tragen wie man es sich als alter Fan erhoffen könnte.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH, www.fanpro.com und www.f-shop.de.

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Befreiung in Camouflage

Reihe: Atlan: Lepso-Trilogie, Bd. 3

Autor: Michael M. Thurner

Broschiert, Taschenbuch, 334 Seiten

Fantasy Productions, erschienen Februar 2007

ISBN: 978-3-89064-488-2

Titelbild von Arndt Drechsler

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.07.2007, zuletzt aktualisiert: 15.01.2019 09:44