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Berlin 2037 von Frank Böhmert

Reihe: Perry Rhodan NEO 76

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Sommer 2037: Berlin als ehemalige Hauptstadt Deutschlands ist neuerdings ein Teil der Terranischen Union. Die Union ist der Weltstaat, den der ehemalige Astronaut Perry Rhodan gegründet hat, nachdem er auf dem Mond auf die menschenähnlichen Arkoniden gestoßen ist.

 

Paul Gerver und Mia Weiß interessiert das herzlich wenig. Die beiden jungen Berliner sind Cycos und besessen davon, ihre Körper unablässig zu modifizieren, zu verfremden und zu verbessern. Dazu sind ihnen alle Mittel recht, legale wie illegale, irdische Medizintechnik ebenso wie arkonidische Geräte. Die Politik oder gar das, was außerhalb der Erde geschieht, kümmert sie nicht.

 

Doch als Mia eines Tages in einer illegalen Klinik ihre Augen operieren lässt, geschieht das Undenkbare. Ein riesiges Raumschiff verdunkelt den Himmel über Berlin – und fordert die Menschen zur Kapitulation auf …

 

Rezension:

Nach jahrelanger Abstinenz kocht Frank Böhmert wieder mit am Perry Rhoden Universum. Aber diesmal an der Reboot-Reihe NEO. Die ist inzwischen bei Band 76 und Staffel Acht angelangt. Trotz aller Unkenrufe hat sich die Reihe eine feste Fanbasis erarbeitet und punktet vor allem als eBook.

 

Wenn ein Berliner über die Zukunft seiner Stadt schreibt und gehörigen Freiraum zur Ausgestaltung besitzt, kann nur etwas sehr spezielles und persönliches herauskommen, denn es gibt wohl fast so viele Kieze im größten Dorf Deutschlands, wie es BerlinerInnen gibt.

Frank Böhmert stieg extra in die Katakomben des stillgelegten Flughafens Tempelhof hinab, um seine Beschreibungen mit dem richtigen Zungenschlag und echtem Geruch niederschreiben zu können. Der Flughafen spielt dann als Handlungsort auch eine zentrale Rolle. Hier steht der Kalle-Bau und dank freigebliebenem Rollfeld bauen die Invasoren dort auch ihren Trichterbau, einen der berühmten Khasurns.

Getreu seinem Wunsch, Figuren aus den unteren Rängen benutzen zu können, lernen wir auf arkonidischer Seite einen einfachen Zugführer und im Herzen von Berlin zwei fast normale Menschen kennen.

Paul und Mia sind Cycos. Ähnlich einem Piercing stehen sie auf Implantate. Er hat Hörner und Körperpanzer, Mia will sich auch äußerlich einer Katze angleichen. Just in dem Augenblick, als sie die von Paul bezahlten künstlichen Katzenaugen bekommen soll, starten die Arkoniden ihre Invasion. Terra ist schutzlos und wird weitestgehend kampflos ins Imperium geholt.

Da Arkon eine neue Tributwelt aber keine Trümmer besetzen möchte, bemühen sich die Arkoniden darum, den administrativen Wechsel friedlich durchzuziehen. Wichtiges Mittel ist eine aus Menschen bestehende Terra-Police. Paul sieht hier die Chance seines Lebens, an außerirdische Technik zu gelangen und hofft auch, Mias Probleme mit den künstlichen Augen beseitigen zu können. Die Ausbildung ist hart, doch er scheint seinem Ziel näher zu kommen, als Lagerdiebstähle offenbar werden, und man sich auf die Lauer legt, den Dieb zu fassen …

 

Es gibt jede Menge Lokalkolorit in »Berlin 2037«, doch keine Angst, berlinert wird nur an einer Stelle, dafür aber auch punktgenau. Es wird schon recht deutlich, wie Berlin tickt und garantiert auch 2037 noch. Natürlich kann man in einem Roman, der fest in eine Serienhandlung eingebunden ist und im nächsten Band an einem ganz anderen Ort spielt, keine soziologischen Abhandlungen und Mega-Extrapolationen unterbringen. Aber zumindest baut Frank Böhmert die bolo-Bewegung ein. Sehr witzisch und entspannt als Mias Elternhaus.

Das verdanken wir wohl der hinreißenden Erzählung Ein totes im see’boloGecko Neumcke.

Damit wird das Berlin im Jahre 2037 zu einem großen Stückweit das Berlin von Frank Böhmert. Locker, tolerant und abgekoppelt vom Spiel der großen Köpfe. Ein alter Mann bringt das gegenüber dem arkonidischen Zugführer Nahor auf den Punkt: »Sperr die Augen auf! Bleib locker! Irgendwas geht immer, und manchmal hat man mehr Glück, als man denkt!«

Wenn das den NEO-LeserInnen im Ohr bleibt, wird die Zukunft gleich ein bisschen hoffnungsvoller.

 

Das Titelbild zeigt einen Kugelraumer über Berlin im Abendorange. Und an einer Brücke Grafitti. Dirk Schulz hat auch eine Vision der Stadt.

 

Fazit:

»Berlin 2037« ist ein unterhaltsamer Near Future Roman in einem Berlin, wie es sich vielleicht nur Frank Böhmert ausdenken konnte. Doch der NEO-Zug braust leider unerbittlich weiter.

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Eure Meinung:

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Buch:

Berlin 2037

Reihe: Perry Rhodan NEO 76

(Staffel 8: Protektorat Erde)

Autor: Frank Böhmert

Taschenbuch: 162 Seiten

Pabel-Moewig, 15.08.2014

Cover: Dirk Schulz

 

Kindle-ASIN: B00KKQA4HI

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 19.08.2014, zuletzt aktualisiert: 15.01.2019 09:44