Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Das Blut von Brooklyn von Charlie Huston

Reihe: Joe Pitt Band 3

Rezension von Carina Schöning

 

Der amerikanische Autor Charlie Huston ist in Deutschland vor allem durch seine rasante Krimi-Trilogie über den sympathischen Verliertyp „Hank Thompson“ berühmt geworden. Seine zweite Hauptfigur Simon alias „Joe Pitt“ ist dagegen weniger bekannt. Obwohl die Reihe um den zynischen Vampir in den USA mittlerweile schon fünf Romane umfasst, kennen ihn hier nur wenige Leser. Mit „Das Blut von Brooklyn“ liegt nun sein drittes Abenteuer vor.

 

Im modernen New York und Manhattan konkurrieren zwei unterschiedliche Vampirorganisationen unerbittlich miteinander. Während die „Society“ für ein friedliches Miteinander von Vampiren und normalen Menschen ist, sind letzteres für die konservative „Koalition“ einfach nur nützliches Schlachtvieh.

Der wortkarge Einzelgänger Simon alias Joe Pitt kennt beide Gemeinschaften nur zu gut, denn in den früheren Romanen „Stadt aus Blut“ und „Blutrausch“ hat er als Unabhängiger und Außenseiter schon beiden Seiten geholfen – natürlich nur gegen Bares oder Blut. Seit etwa ein Jahr arbeitet er nun als „Mann fürs Grobe“ exklusiv für die Society und ihren Anführer, den sympathischen Althippie Terry Bird. Die Spannung zwischen den beiden Organisationen nimmt seit kurzem deutlich zu. Etwas scheint sich in der Unterwelt von New York zusammenzubrauen und verschiedene Gruppierungen aus dem Umland suchen Schutz und wollen sich anschließen. Terry versucht natürlich der Koalition und seinem Konkurrenten Dexter Predo zuvorzukommen und schickt daher seine besten Leute, Joe für Angriff und Verteidigung und die redegewandte Feministin Lydia für die Kommunikation mit den Neuen nach Brooklyn. Gemeinsam sollen sie nach Coney Island reisen, um sich einige der Anwärter genauer anzuschauen.

 

„Das Blut von Brooklyn“ ist wie die Vorgänger auch eine actionreiche Mischung aus Vampirroman und Thriller. Man merkt schnell, dass der Autor Charlie Huston eine Vorliebe für überzogenen Pulp hat. Er zeichnet in seinen fast schon comic-artigen Romanen ein sehr düsteres Bild von einem modernen New York voller Gewalt, Korruption und Blut. Der Vampirismus wird hier durch ein heimtückisches und parasitäres Virus übertragen, dass beim Wirt die klassischen Vampir-Symptome wie Blutdurst, Sonnenempfindlichkeit und verstärkte Körperkräfte auslöst. Der Infizierte kann sich fortan einer der vielen Organisationen unterordnen oder es in den schmutzigen Straßen als Unabhängiger selbst versuchen. Joe ist zwar auch käuflich, aber er hält trotzdem an seinen Prinzipien fest. Erstmals kommt sein Privatleben auch stärker in den Mittelpunkt, denn seine große Liebe Evie ist an AIDS erkrankt und siecht mehr oder weniger im Krankenhaus vor sich hin. Doch kann Joe selbst Schicksal spielen und sie gegen ihren Willen mit dem Virus infizieren? Überlebt sie das überhaupt?

In einem knappen, sehr direkten Sprachstil erzählt der lakonische Antiheld mit dem unterkühlten Charme selbst von seiner Reise nach Brooklyn, die letztendlich in einer blutigen Gewaltorgie endet. Der Roman ist zwar erzähltechnisch etwas schwächer als die Vorgänger, bietet dafür aber deutlich mehr Überraschungen. Wer die romantischen Vampirschnulzen nicht mehr sehen kann, liegt hier goldrichtig.

 

Insgesamt ist „Das Blut von Brooklyn“ ein action- und temporeicher Mix aus Thriller und Vampirroman mit etwas Wortwitz und viel, viel Blut und Gewalt.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

MEDIUM:

Das Blut von Brooklyn

Reihe: Joe Pitt Band 3

Autor: Charlie Huston

Deutsche Erstausgabe 2009

Amerikanische Originalausgabe 2007 „Half the Blood of Brooklyn“

Übersetzung Kristof Kurz

Karten David Lindroth

Umschlaggestaltung Eisele-Grafik Design, München

Heyne Verlag

Taschenbuch, 319 Seiten

ISBN 978-3-453-43418-9

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 11.09.2009, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18