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Der Ausgestoßene von Aaron Allston

Reihe: Star Wars - Das Verhängnis der Jedi-Ritter 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Darth Caedus, der einst Jacen Solo und Luke Skywalkers Neffe war, ist tot. Doch seine Taten haben Leid und Zerstörung über die Galaktische Allianz gebracht. Luke Skywalker wird dafür verurteilt, Jacens Wandlung zum Sith-Lord nicht verhindert zu haben. Er nimmt das Urteil an – denn er spürt eine neue Gefahr heraufziehen, und beim Kampf gegen sie würden ihn seine Pflichten als Jedi- Meister nur behindern …

 

Rezension:

Im Star Wars Universum kehrte in den letzten Jahren das große Wiederaufbereiten und Breittreten ein. Wächter der Macht erhob die politische Intrige und motivationslose Charakterentwicklungen zum neuen Konzept - man konnte gespannt sein, ob die neue Reihe Das Verhängnis der Jedi Ritter aus diesem Sumpf wieder herausfindet.

Den Auftakt steuert erneut Routinier Aaron Allston bei.

 

Nach dem Ende von Jacen Solo ist die Galaktische Allianz nicht gut auf die Jedi zu sprechen. Staatscheffin Daala würde am liebsten den Orden zu einer Regierungsbehörde machen, um so eine bessere Kontrolle über die gefährlichen Machtnutzer zu erlangen. Da der Orden hier nicht mitspielt, werden juristische Winkelzüge aufgefahren und mal schnell hinterfragt, wer den Jedi eigentlich erlaubt, Verbrechern etwa ihre Arme abzuschneiden.

Luke Skywalker denkt über das Problem nach und beschließt, Schluss mit der Eigenbrötelei zu machen. Er stellt sich stellvertretend einem Prozess und wird als Mitverantwortlicher an den Übeltaten Darth Caedus’ verbannt. Gemeinsam mit seinem Sohn begibt er sich auf die Spuren von Jacen, um seine Hinwendung zur Dunklen Seite aufzuklären. Bestärkt wird dieses Anliegen durch ein plötzliches Phänomen unter den Jedi, durch das sie scheinbar wahnsinnig werden und vermuten, all ihre Freunde und Kollegen seien Schauspieler und die Originale verschleppt. Die daraus resultierende Amokläufe tragen nicht dazu bei, dass die Bevölkerung Jedi toll findet.

Der neue Großmeister Kenth Hamner versucht derweil, den Jedi -Orden durch die Restriktionen der Regierung zu lavieren, während seine Ordensmitglieder alles tun, um ihm genau das besonders schwer zu gestalten.

 

Nun, Allston gibt sich große Mühe, den Stoff durch Humor und Action zu entstauben. Man muss jedoch ehrlich sagen, dass bereits der Grundansatz nicht funktioniert. Es läuft dem Märchenansatz der Saga zuwider, wenn man plötzlich danach fragt, ob der Held den Drachen ohne gerichtliche Vollmacht töten darf. Vielleicht ist es ja als Trend ganz toll, die Helden zu zerpflücken, ihre Psychosen aufzudecken und mit den alten Traditionen zu brechen. Aber irgendwann muss man sich fragen, was man als Leser von Star Wars lesen möchte. Und das sind nun mal keine Lehrbücher über Politik.

So muss man sich zunächst einhundert Seiten durch langweiliges Politikergeschwätz quälen, bevor endlich ein bisschen Handlung beginnt.

Im Wesentlichen geht es um die Suche von Ben und Luke nach den Gründen für Jacens Wandel - etwas, das eigentlich Thema der Wächter-Bände hätte sein sollen und da schmerzlich vermisst wurde.

Natürlich bietet sich so den Autoren die Gelegenheit nette Einzelabenteuer von Vater und Sohn zu erzählen, aber es zeichnet sich bereits im ersten Band ab, dass es nur Episoden in einem lahmen Kontext sein werden, für deren Ausarbeitung kein Platz ist.

Man fragt sich, wohin das führen soll. Auf jeder Station lernen die beiden irgendwelche neue Machttechniken von Leuten kennen, die plötzlich aus dem Staub des Vergessens auftauchen. Wo einst Luke der Letzte der Jedi war, stellt sich nun im Nachhinein heraus, dass er nur ein Krümel einer unter einer ganzen Armee von Sahnetorten gewesen ist. Irgendwann ist Luke der göttliche Jedi-Overlord, der mit einem Fingerschnippen Universen platzen lässt.

Dass das Verhältnis zwischen Ben und Luke verdächtig nach den Abenteuern von Obi-Wan und Anakin riecht, macht die Sache auch nicht gerade besser.

 

Wohin es inzwischen mit dem Erzählen spannender Star Wars Abenteuer gekommen ist zeigt auch die Nebenhandlung um Han und Leia.

Die mysteriösen Beben auf Kessel werden Nebenher im Schnelldurchlauf erledigt, die eigentlich hoch interessanten antiken Maschinen und Ruinen verkommen zu reiner Kulisse. Eigentlich wäre das Hintergrund einer hoch spannenden Story gewesen, doch kaum angerissen, endet das ganze mit einer unmotivierten Rückkehr nach Corucsant.

 

Wie schon gesagt, Allston glänzt bei aller Plot-Schwäche durch Humor und Gefühl zumindest für die klassischen Figuren. Doch auf Dauer reicht das nicht, um Star Wars am Leben zu erhalten.

 

Fazit:

Das Vermächtnis der Jedi beginnt, wie Die Wächter der Macht endeten - unbefriedigend. Anstelle von spannender Action stehen langatmige und nicht nachvollziehbare politische Intrigen im Vordergrund, ausgetragen von grausam uninteressanten Figuren.

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Buch:

Der Ausgestoßene

Reihe: Star Wars - Das Verhängnis der Jedi-Ritter 1

Original: Star Wars Fate of the Jedi 01. Outcast, 2009

Autor: Aaron Allston

Übersetzer: Andreas Kasprzak

Cover: Ian Keltie

Taschenbuch, 445 Seiten

Blanvalet, 19. Juli 2010

 

ISBN-10: 3442266602

ISBN-13: 978-3442266609

 

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.10.2010, zuletzt aktualisiert: 16.04.2019 09:45