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Der eiserne König von John Henry Eagle

Rezension von Christel Scheja

 

John Henry Eagle ist der Sohn eines in der Lüneburger Heide stationierten britischen Offiziers, der eine Deutsche heiratete. Obwohl er einige Zeit in England lebte und auf mehreren Internaten war, sich später als Börsenmakler versuchte, ging der 1971 geborene Autor doch nach Deutschland zurück und widmete sich ganz dem Schreiben.

Er verfasste mehrere Drehbücher und Romane unter Pseudonym, so dass der hier vorliegende Roman „Der eiserne König“ der erste ist, der ganz unter seinem echten Namen erscheint.

 

Hans weiß nicht viel mit sich anzufangen, seit er seine Schwester Grete aus den Augen verloren hat, nachdem sie eine böse Hexe besiegten. So treibt er sich eine ganze Weile mit einer Räuberbande herum, auch wenn er immer ein Außenseiter unter den rauen Gesellen bleibt.

Das aber rettet ihm das Leben, als seine Kumpane sich grob an ein geheimnisvolles Mädchen mit honigfarbenem Haar und grünen Augen heranmachen und es bedrängen. Sie zahlen dafür einen hohen Preis.

Während alle anderen in dem von ihr heraufbeschworenen Feuer verbrennen, bleibt er am Leben. Das jedoch wird zu einem Wendepunkt in seinem Leben, denn eine alte im Wald lebende Muhme macht ihm klar, das sein Wissen allein die geliebte Heimat retten kann. Denn es gilt das Mädchen zu finden ehe es andere tun. Sie trägt auf ihrem Rücken nämlich die Karte eines Labyrinths, das zum Schlüssel im Kampf gegen den Eisernen König werden kann. Noch mag der Finstere in seinem Grab ruhen, aber schon schlägt er finstere Gesellen in seinen Bann, die den Menschen des märchenhaften Landes nur übelwollen, wie etwa sieben wunderschöne Jünglinge mit kalten Augen und der wieder zum Leben erwachte Räuberhauptmann Grimm.

So muss Hans schließlich mit einer Schar von Gefährten ausziehen – nicht nur um das Mädchen zu finden, sondern auch um den Eisernen König aufzuhalten, bevor er zu mächtig wird...

 

Die Namen verraten es schon – John Henry Eagle hat sich von den Märchen der Gebrüder Grimm inspirieren lassen. So tauchen nicht nur bekannte Figuren wie Hänsel, Reinecke Fuchs oder Schneewittchen auf, auch Motive aus verschiedenen Geschichten sind zu finden – sei es nun aus „Die sieben Raben“ oder anderen. Allerdings interpretiert der Autor vieles auch neu, so dass man nicht unbedingt vorhersehen kann, wie die Szene nun endet.

Die Handlung selbst ist eher simpel. Grob gesehen folgen die Helden einer Queste – erst nach dem Mädchen, dann dem Ort, an dem sie die einzige Waffe gegen den Eisernen König finden können.

Was der Geschichte aber etwas mehr Pfiff verleiht sind die vielen kleinen Begegnungen und Szenen, die eine durchlaufende Hommage an die „Kinder- und Hausmärchen“. Mal darf man schmunzeln, wenn der Autor die Motive auf den Kopf stellt, mal auch eine unerwartete Wendung genießen.

Letztendlich wendet sich das Buch aber nicht an den normalen Fantasy-Leser, der ausgefeilte Helden und Action erwartet – beides kommt hier doch eher zu kurz. Die Spannung ist eher moderat, die Figuren bleiben Archetypen. Auch der Stil ist ein wenig poetisch und verträumt.

 

„Der eiserne König“ ist eine ganz spezielle Geschichte, die vermutlich nicht jedem Leser liegen wird, da sie mit klassischen Motiven spielt und selbst fast eines ist, so dass Action und Charakterentwicklung oder gar Romantik zu kurz kommen. Vor allem Liebhaber der grimm’schen Märchen werden ihre Freude an dem Spiel mit daraus bekannten Figuren und Motiven haben.

 

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Buch:

Der eiserne König

Autor: John Henry Eagle

Taschenbuch: 651 Seiten

Fischer, Januar 2012

Titelbild: Hauptmann & Kompanie

 

ISBN-10: 3841421172

ISBN-13: 978-3841421173

 

Erhältlich bei: amazon

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Erstellt: 24.04.2012, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53