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Der letzte Vampir von David Wellington

Rezension von Carina Schöning

 

1983. Der Special Deputy Jameson Arkeley hat es endlich nach langen Ermittlungen geschafft den Aufenthaltsort des letzten Vampirs Piter Byron Lares herauszubekommen. Sofort wird ein SWAT Einsatzteam nach West Viginia bestellt. Dort vor einem24-Stunden-Diner lauern sie auf Lares. Doch wider Erwarten richtet er ein wahres Blutbad unter den Gästen und Angestellten an und kann danach in seinen geheimen Unterschlupf fliehen. Arkeley wurde von ihm paralysiert und als kleiner Bluthappen für Zwischendurch mitgenommen. Dort wird er Zeuge von etwas Grauenvollem: vier Särge mit vier scheinbar vertrockneten Leichen. Lares würgt das aufgenommen Blut hervor und spuckt es in die Särge. Sofort bilden sich Fleisch- und Gewebestückchen um die Überreste der alten Vampire und Arkeley gelingt erst im letzten Augenblick überraschend die Flucht. Er zündet das alte Bootshaus an und läuft davon…

 

2003. Zwanzig Jahre später nach diesem Vorfall wird die junge State Trooper Laura Claxton während einer Routine-Verkehrskontrolle in Pennsylvania von einem Fahrer brutal angegriffen. Dieser zerstückelt einige ihrer Kollegen und flieht dann in den nahe liegenden Wald. Im Kofferraum des verlassenen Wagens findet Claxton weitere ausgesaugte Leichenteile. Alles deutet auf Vampire hin, obwohl diese widernatürlichen Wesen angeblich schon seit vielen Jahren ausgestorben wären?

Der berühmt und berüchtigte Experte und jetzige U.S. Marshall Jameson Arkeley wird gerufen und soll mithelfen den Fall zu lösen. Er ernennt spontan Claxton zu seiner neuen Partnerin und zeigt ihr anschließend was wirklich von dem Brand vor zwanzig Jahren übrig geblieben ist… nämlich Justinia Malvern. Sie war eine der Leichen in den vier Särgen von Lares. Ihr Körper hatte nicht genug Blut bekommen und konnte sich daher nicht so schnell regenerieren wie die der anderen Vampire. Im Gegensatz zu den Anderen verbrannte sie deshalb nicht vollständig.

Da Malvern ursprünglich ein Mensch war und kein Verbrechen im eigentlichen Sinne begangen hatte, steckte man sie auf gerichtliche Anordnung in ein altes und verlassenes Sanatorium in Pennsylvania und hielt sie unter ständiger Kontrolle am Leben. Ihre Krankenstation ist hermetisch abgeriegelt und ein Arzt gibt ihr regelmäßig einen kleinen Teil seines eigenen Blutes. Es reicht nur zum Überleben, nicht aber zum richtigen Leben. Weitere Vampire müssen her, um ihr genügend Blut zu bringen und Rache an Arkeley nehmen zu können.

 

Mit „Der letzte Vampir“ ist dem Autor David Wellington ein erstklassiges Debüt rund um das altbekannte Thema Vampire gelungen. Genügend frische Ideen und gespickt mit überraschenden Wendungen bietet der Roman wirklich Spannung bis zur letzten Seite. Dabei sind Wellingtons Vampire nicht von der melancholischen Sorte à la Anne Rice sondern wahre Bestien in Menschengestalt. Vollkommen blass und haarlos mit spitzen Ohren und Haifischgebiss gieren sie ähnlich wie Junkies nach ihrer „Droge“ und wollen immer mehr. Das Vorgehen ist dabei sehr brutal und kompromisslos. Einzig Malvern bedenkt die entstehenden Konsequenzen und überrascht durch ihre intelligente und hinterhältige Art. Auch die Erschaffung eines Vampirs ist hier anders als man es sonst kennt. Das potenzielle Opfer wird von einem Vampir paralysiert, gedanklich „vergewaltigt“ und muss sich dann selbst das Leben nehmen, um als Vampir auferstehen zu können.

Das Setting des Romans überzeugt durch Detailreichtum und Abwechslung. Das alte, verfallene Sanatorium, das von zombieähnlichen Halbtoten umgebene Haus oder auch der Kampf im Stahlwerk. Alle Szenen ausführlich beschrieben und auch die Mischung zwischen erzählender Handlung und Action-Szenen ist gut gewählt. Hinzu kommt das eher ungewöhnliche Ermittlungsduo Arkeley und Claxton. Beide eher verzweifelte und gestrandete Existenzen. Der eine ist ein mürrischer Einzelgänger für den nichts anderes zählt als seine Rache und die andere eine Kampflesbe, die ständig um Annerkennung kämpfen will. Beide Figuren sind im Roman gut ausgearbeitet und agieren realistisch und nachvollziehbar. Die Sprache ist dabei durchgängig einfach gehalten und leicht verständlich.

 

Insgesamt ist David Wellington mit seinem Debüt „Der letzte Vampir“ ein äußerst fesselnder und spannender Vampir-Roman gelungen. Einmal mehr wird die düstere und schonungslose Seite des Vampirismus in den Vordergrund gerückt. Wer sich daher nicht an den hohen Gewaltfaktor oder Blutorgien stört, bekommt actionreiche Unterhaltung mit einigen überraschenden Wendungen geboten.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

bella
Freitag, 08. Februar 2008 16:21 Uhr
kingt interressant!!
ich lese es bestimmt.

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Der letzte Vampir

Autor: David Wellington

Broschiert: 384 Seiten

Verlag: Piper (November 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3492266436

ISBN-13: 978-3492266437

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.11.2007, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57