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Der Turmfalke von Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Trilogie Bd.2

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Theo reist durch Westmark und lernt viel Neues über das Land. Es überrascht ihn nicht, wie groß die Armut allseits ist. Auch verwundert es ihn nicht, daß Korruption und moralischer Verfall die Aristokratie bestimmen. Zwei Dinge indes überraschen ihn sehr: ein Pistolenschuß, abgefeuert von dem zielsicheren Meuchelmörder Skeit ... und der ausbrechende Krieg, der Theo vor eine schwere Entscheidung stellt.

 

Inhalt:

Theo, der einstige Setzerjunge, ist aufgestiegen zum zukünftigen Prinzgemahl der neuen Königin über Westmark. Augusta, die früher einfach Bohnenstange genannt wurde, und ihn verbinden vieles. Um sich ein besseres Bild über ihr Reich machen zu können, schickt Bohnenstange ihren Liebsten aus, sich Westmark anzusehen. Widerstrebend fügt Theo sich. Doch dann kommt alles anders: Theo wird von einem Auftragsmörder gestellt und Augusta sieht sich plötzlich einem Krieg mit ihrem Nachbarreich gegenüber, den sie nur mit Hilfe Florians gewinnen kann. Florian indes hat andere Pläne mit Westmark ...

 

Rezension:

Vielleicht sollte hier zu Anfang eine kleine Information über Lloyd Alexander selbst stehen, damit man diesen Band besser versteht. Also füge ich diese kurze Info hier an:

 

Lloyd Alexander kämpfte im zweiten Weltkrieg.

 

Was ich damit sagen will? Nun, Band 2 der Westmark-Trilogie schlägt eine deutlich härtere Gangart an als bisher. Viel härter, wenn Alexander auch die Schrecken eines Krieges zu minimieren versucht (was man ihm auch deutlich anmerkt), es bleibt trotzdem noch genug übrig, um jedem Leser mehr als deutlich zu zeigen, daß Krieg keine Lösung von Konflikten ist, es nicht sein kann! Krieg bringt das schlimmste im Menschen zum Vorschein, nur einige wenige sind in der Lage, über sich hinauszuwachsen in einer solchen Situation. Theo kann es nicht. Sich selbst verfluchend, aber mehr noch nach Rache für die gefallenen Freunde dürstend, wird der einstige Setzerjunge zum „Turmfalken“, dem Freiheitskämpfer, zu dem so viele aufsehen und den seine Feinde fürchten und hassen zugleich. Erst als er erfährt, daß Bohnenstange in der Nähe ist, daß er sie vielleicht eignhändig getötet hat, kommt Theo wieder zur Vernunft. Hervorragend empfand ich die Schilderungen des Stumpfsinns, in dem Theo immer mehr versinkt. Als Leser merkt man deutlich, daß Alexander ein Stück weit seine eigenen Erfahrungen beschreibt, seine persönlichen Grabenkämpfe während des zweiten Weltkrieges. Und dabei ist die Lösung eine ganz andere, eine sehr viel einfachere, wie er am Ende aufzeigt.

 

Alexander vermischt in Westmark seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen mit einer Welt, wie sie kurz vor der französischen Revolution gewesen sein mag. Dabei aber läßt er seine Protagonisten Herz und Verstand einsetzen. Sie sind nicht weit fort vom Volk, wie das berühmt-berüchtigte Zitat der Marie-Antionette. Ganz im Gegenteil, Bohnenstange will Veränderungen, sie will wieder Gerechtigkeit in ihrem Reich. Die Gefahr geht von den Adligen aus, die sich letztendlich mehr oder weniger selbst in Sackgassen manövrieren mit ihren Standesdünkeln. Auch wenn weite Teile in Alexanders Werk liebenswert vorhersehbar sind, so hat er mich mit der Herkunft Florians doch überrascht. Und plötzlich wurde dieser für mich mehr zum Menschen, als er im vorhergehenden Band gewesen ist. Ein Buch, das die Schrecken des Krieges erzählt, ohne dabei zu sehr in Erwachsenenliteratur abzurutschen, so lautet mein Fazit. Nicht für die Kleinsten geeignet, aber lehrreich.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Der Turmfalke

Autor: Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Zyklus

Verlag: Lübbe

Format: broschiert

Umfang:

ISBN: 3404205022

Erscheinungsdatum: Januar 2005

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 14.08.2005, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53