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Der Zeitkrieg von Andreas Brandhorst

Reihe: Kantaki-Zyklus

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Das Schicksal jeglichen Lebens im Kosmos steht auf Messers Schneide. Nachdem es den Temporalen gelungen ist, beinahe alle Zeitlinien zu manipulieren, wollen sie nun das Ende des Universums herbeiführen. Valdorian, ehemaliger Herrscher über ein interstellares Wirtschaftsimperium, hat es den Temporalen ermöglicht, ihren Zeitkerker zu verlassen, um seinem eigenen Tod zu entrinnen. Und er hat dafür einen hohen Preis bezahlt: Der einstmals mächtigste Mann der Galaxis ist seither ein Sklave, der dem Willen seiner Herren gehorchen muß. Doch Valdorian widersetzt sich dem Plan der Temporalen - mit fürchterlichen Konsequenzen ...

 

Inhalt:

Valdorian, früher der Primus inter Paris des Konsortiums, ist ein Sklave der Temporalen geworden, nachdem er ihne ermöglicht hat, den Zeitkerker zu verlassen, in dem sie seit dem ersten Zeitkrieg saßen. Als Teilnehmer des "Spiels" ist er hilflos dem ausgeliefert, was diese Rasse plant. Doch ihm gelingt die Flucht, und er kennt nur ein Ziel: Er will Diamant, die Kantaki-Pilotin und seine erste und einzige große Liebe, aufsuchen, um mit ihr zusammen das Ende von allem aufzuhalten. Doch er muß erkennen, daß das Universum inzwischen in tausend Varianten aufgesplittert ist, und in fast jeder dieser Varianten herrschen die Temporalen und verhindern, daß wichtige Personen noch lange leben. Valdorian nimmt den Kampf gegen die Temporalen auf, auch wenn er von Anfang an weiß, wie sinnlos dies alles sein kann. Doch dann erkennt er die wahre Bedeutung dessen, was sich noch hinter den Temporalen verbirgt. Eine noch größere Gefahr, und er weiß, er ist in dessen Fäden verstrickt ...

 

Rezension:

Eins, mal wieder, zum Anfang: Wieder einmal hat Heyne es versäumt, diesen Roman als Teil eines Zyklusses kenntlich zu machen. Irgendwie kommt mir das allmählich wie ein Deja-vu vor, was ich hier schreibe. Vielleicht ist es einfach zu kostspielig, einen Hinweis auf einen möglichen Mehrteiler auf Vorder- oder Rückklappe, geschweige denn in dem innenstehenden Inhaltstext, unterzubringen, keine Ahnung. Eine gute Nachricht aber folgt sofort: Auch wenn Teil eines Zyklusses, der Roman funktioniert auch so für sich allein. Ist doch schon mal was.

 

Brandhorst ist beileibe innerhalb der deutschen SF-Szene kein Unbekannter. Sein Stil ist ausgefeilt und sehr aktiv und actionreich. Interessant auch seine Charakterentwicklung, die hier seine Figur Valdorian durchmachen muß. Zu Anfang ist der Leser schockiert, dann könnte man ihn kurzfristig an die Wand klatschen, bis man dann gegen Ende Sympathie und Mitleid für ihn empfindet. Hier hat der Autor hervorragend gearbeitet, was denn auch gleich ein großes Lob nach sich zieht.

 

Genau gegenteilig entwickelt sich die zweite Hauptfigur Diamant. Ich kenne nu leider die beiden vorhergehenden Bücher nicht, insofern kann ich nicht recht sagen, ob die dortige Diamant teilweise ebenso kalt und abweisend wirkt, ich glaube es allerdings eher nicht. Und hier fragte ich mich, ob es tatsächlich an ihren Verlusten lag, oder ob Brandhorst sich nicht vielleicht doch ein wenig Unlust über seine Figur Luft machte. Aber ich möchte hier keine Gerüchte in die Welt setzen und bleibe bei der ersten Version, um ihre Entwicklung zu begreifen.

 

Eine, logische, Schwere bei diesem Thema, das Brandhorst sich da für den dritten Teil seines Kantaki-Zyklusses ausgedacht hat, liegt schon allein in der Thematik. Doch vor allem zu Anfang verwirren die vielen ähnlichen und unähnlichen Szenen etwas, man braucht als Leser seine Zeit, um wirklich hinter das zu sehen, was der Autor mit "Braun", "Indigo" und ähnlichem meint. Hat man jedoch einmal das Farbgerüst der verschiedenen Variationen der Zeit wirklich verstanden (was nicht lange dauert), kommt ein wirklicher Lesespaß auf.

 

Die vielen Handlungsstränge sind zwar, im Gesamtzusammenhang gesehen, nur logisch und lösen sich gegen Ende von allein auf, dennoch wirken sie auch ein wenig störend, vor allem am Anfang. Wie gesagt, das Buch für sich gelesen, funktioniert auch allein, trotzdem hat man, gerade am Anfang, immer wieder das Gefühl, als wäre einem etwas unterschlagen worden. Ob dies so stimmt, kann ich bisher noch nicht sagen, ich werde mich jedoch um die beiden ersten Bände bemühen und sehen, inwieweit die Handlungen dort die des "Zeitkrieges" beeinflußen. Insofern also wieder ein Pluspunkt, denn so sollte es sein: Gleich an welchem Punkt des Zyklusses der Leser ansetzt, er möchte die anderen Teile ebenfalls kennenlernen. Brandhorst ist Profi, und das merkt man als Leser auch sehr genau. Er dosiert gerade genug, um den Leser neugierig zu machen, ohne aber zuviel zu verraten.

 

Alles in allem ein interessantes und fesselndes Buch, das durchaus Lust auf mehr macht. SF aus deutschen Landen.

 

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Der Zeitkrieg

Reihe: Kantaki-Zyklus

Autor: Andreas Brandhorst

Broschiert - 589 Seiten - Heyne

Erscheinungsdatum: Oktober 2004

Auflage: 1

ISBN: 3453521021

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.01.2006, zuletzt aktualisiert: 16.04.2019 09:45