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Die Bettlerkönigin von Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Trilogie Bd.3

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Der Krieg mit Regia ist vorüber, aber die Menschen, die ihn Seite an Seite ausgefochten haben, kämpfen nun in den Straßen gegeneinander. Theo, Florian und Justin, einst Waffenbrüder, bekleiden inzwischen Führungspositionen in der Westmark-Regierung. Mickle, die Königin, muß sich ihrem alten Feind Cabbarus stellen, der die Macht an sich reißen will. Theo und seine Bettlerkönigin werden von einem Wirbelwind aus Betrug, Heldentum und Entsetzen erfaßt, der den phänomenalen Höhepunkt der Westmark-Trilogie bildet.

 

Inhalt:

Zwei Jahre sind seit dem Krieg gegen Regia vergangen, die Lage in Westmark ist ruhig. Zumindest bis die Feinde Augustas, oder besser Bohnenstanges, sich neu formieren und die Macht in Marianstad an sich reißen. Plötzlich sehen sich Theo und seine Weggefährten einer noch größeren Gefahr gegenüber als sie bisher hinter sich gebracht haben, denn Cabbarus ist aus dem Exil zurückgekehrt und greift erneut nach der Macht im Reich. Wird es Theo, Florian, Justin und Bohnenstange gelingen, auch diese Gefahr zu meistern? Und wie wird es mit Westmark weitergehen nach dieser allumfassenden Bedrohung?

 

Rezension:

Im dritten und letzten Teil der Westmark-Trilogie fährt Lloyd Alexander noch einmal alles auf, was er hat. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden, und die Gefahr ist noch größer als bisher, den dieses Mal steht neben dem Leben seiner Protagonisten das ganze Reich auf dem Spiel. Alexander zeigt im Westmark-Zyklus deutlicher als in seinem Paradepferd Taran die Entwicklung seiner Figuren. Alle seine Hauptfiguren sind in den Bänden gereift, entgültig erwachsen geworden und kennen sich selbst und ihre Stärken und Schwächen - zumindest mal mehr und mal weniger. Dennoch gelingt es dem Autoren, noch einen draufzusetzen. Stellenweise scheint der Roman ein bißchen in sich selbst unterzugehen. Zu viele Einzelschicksale, zu viele unterschiedliche Perspektiven, und nicht alle sind schön und führen zum Ziel. Dennoch gelingt es Alexander, dieses Gewebe zusammenzufügen und zu einem Abschluß zu bringen, der auch ein Anfang sein könnte und es auch ist. Durch den geraden Erzählstrang hält sich die Verwirrung der vielen Wechsel zwischen den einzelnen Erzählern in Grenzen. Eines jedoch ärgerte mich als Leser: Die fast vollständige Negierung der Entscheidungsschlacht. Plötzlich springt die Erzählung nach vorn, bzw. Von den handelnden Personen weg zu Theo und Bohnenstange, und das gerade an der allerspannendsten Stelle. Statt zu erfahren, wie es in Marianstad weitergeht, folgt man den beiden auf ihrem Weg zurück in die Stadt. Und das ist schon recht ärgerlich. Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, daß Alexander ein reiner Jugendbuchautor ist und sich nicht zu sehr ins Schlachtgetümmel stürzen wollte, um seine überwiegende Leserschaft nicht allzu sehr zu schockieren. Dann allerdings hätte der zweite Teil der Trilogie nie veröffentlicht werden dürfen, da es dort mehr als genug Schreckensszenen gibt, schon allein durch die Handlung des Krieges bedingt. Falls der Autor also versucht haben sollte, die Spannung zu erhöhen wie so oft in den drei Romanen, so schlug dieser Versuch an dieser Stelle gründlich fehl. Als Leser ärgerte es mich, nicht näheres zu erfahren und darauf warten zu müssen, bis Theo und Bohnenstange sich endlich bequemten, nach Marianstad zurückzukehren. Schade für dieses wirklich ausgezeichnete Buch, denn ansonsten finde ich nichts zu meckern. Das Ende überrascht nicht wirklich, höchstens eine kleine, aber nicht unbedeutende Handlung Bohnenstanges, die doch sehr zum Schmunzeln anregt. Was ist wohl die letzte Handlung einer Königin vor ihrer Abdankung?

 

Alexander ist es in der Westmark-Trilogie gelungen, einem jungen Publikum eine Zeit nahezubringen, die doch noch nicht allzulange her ist, wenn auch im Rahmen einer Fantasygeschichte. Der Autor zeigt wesentlich mehr als im Taran-Zyklus die Schwächen der Menschen, ihre Sorgen und Nöte in einer Zeit des Umbruchs. Und schon allein dafür lohnt es sich, diese Bücher im Regal stehen zu haben.

 

Mein Fazit: Mehr als lesenswert. Ein MUß!

 

Eure Meinung:


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Buch:

Die Bettlerkönigin

Autor: Lloyd Alexander

Reihe: Westmark-Zyklus

Verlag: Lübbe

Format: broschiert

Umfang:

ISBN: 3404205030

Erscheinungsdatum: Februar 2005

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 14.08.2005, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53