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Die dunkle Bedrohung. STAR WARS Episode I von Terry Brooks

Rezension von Ralf Steinberg

 

Auf dem fernen Wüstenplaneten Tatooine lebt der achtjährige Sklavenjunge Anakin Skywalker mit seiner Mutter. Beide schuften im Laden eines Schrotthändlers, für den Anakin auch an Pod-Race Rennen teilnimmt – er ist der einzige Mensch, der dies bisher vermochte. Denn Anakin ist anders.

Nicht weit von Tatooine entfernt, versuchen die Jedi Qui Gon Jin und Obi Wan Kenobi die Blockade des Planeten Naboo durch die Handelskonförderation zu beenden. Doch sie geraten in eine Falle und müssen sich auf den Planeten zurückziehen, mitten hinein in die Invasion des friedlichen Planetens durch die Droidenarmee der Handelskonförderation.

Dabei stoßen sie auf Jar Jar Binks, der dem zweiten intelligenten Volk des Planeten angehört, den Gungans. Zusammen gelingt es ihnen zur Königin der Naboo, Amidala vorzustoßen und mit dieser zu fliehen. Sie wollen vor dem Senat der Republik gegen die Invasion protestieren und Hilfe beantragen.

Doch sie schaffen es nicht bis nach Coruscant, der Hauptwelt der Republik, sondern müssen auf Tatooine landen um hier die nötigen Ersatzteile zu beschaffen. Dies scheint nur mit Hilfe des kleinen Anakin Skywalkers und seinen Pilotenkünsten möglich zu sein.

Doch den Jedi ist ein mächtiger Feind auf der Spur. Ihre alten Feinde, die Sith sind dabei, die Macht zu erlangen...

 

Episode 1 – The Phantom Menace wurde wie kein anderer Film vorher von den Fans sehnsüchtig erwartet. Terry Brooks bekam von Georges Lucas das Angebot, das Buch zum Film zu schreiben und schlug sofort zu. Brooks, durch seine Fantasy-Reihe Shannara, prädestiniert, über vom Schicksal auserwählte Kinder zu schreiben, sollte die Geschichte aus der Sicht Anakins erzählen. So baute er eigene Szenen ein, veränderte die Dialoge und veränderte die Gewichtung. Allerdings stand er wohl vor dem nicht unerheblichen Problem, ein schwaches Drehbuch in einen lesbaren Roman umzusetzen. Eine Lösung fiel ihm nicht ein. Dabei will ich hier nicht auf die ganzen inhaltlichen Schwächen und Fan-Ärgernisse eingehen, da diese auf das Konto von Lukas gehen und in die Filmrezension gehören. Terry Brooks konnte am Grundkonzept, soweit vorhanden, nichts ändern.

Lukas Film besteht zum Großteil aus Action. Das Pod-Race Rennen, die Fahrt der Jedi durch die Meere Naboos, die finale Schlacht zwischen Droiden und Gungans und die Kämpfe mit Darth Maul. All dies sind keine Aufgaben für Brooks. Ihm gelingt es nicht einmal ansatzweise, eine adäquate Umsetzung der Szenen niederzuschreiben. Alles bleibt blass, schwer vorstellbar und träge. Besonders den Schwertkämpfen fehlt es an Dramatik. Man merkt, dass Brooks, wie die meisten Zuschauer, nur schnelle bunte Bilder sahen, ohne wirklich nachhaltig angesprochen worden zu sein.

Zwischen der Action versucht Brooks die Handlung herauszufiltern. Da es dem Film aber daran besonders mangelt, kommt auch Brooks nicht recht in Fahrt. An vielen Stellen beschränkt er sich darauf, die Filmszenen zu beschreiben. Das funktioniert natürlich nicht. Der Leser wird immer wieder mit der Nase darauf gestoßen, dass hier eine Sekundeneinstellung ausgewalzt wird, weil sie auch im Film zu sehen war und deshalb im Buch nicht fehlen darf.

Besonders schlecht ergeht es den Figuren. Wo im Film das Talent der Darsteller wenigstens ab und zu etwas Farbe in die Pappaufsteller an Figuren brachte, findet Brooks einfach keinen Zugang. Er klebt an den offensichtlichen Eigenschaften, überbetont sie, ohne ihnen ein psychologische Tiefe zu geben, von handlungsrelevanter Nuancierung ganz zu schweigen.

Lediglich bei der Charakterisierung von Anakin merkt man, dass er schon oft Kinder mit der Last einer riesigen Aufgabe skizzierte. Dabei legt er sich auf eine Fixierung des Jungen auf Mutter und Padmé fest, die in ihrer Übertreibung abstößt.

Durch die schlechte Figurenführung fehlt es dem Buch an einem Helden, einer wirklichen Hauptfigur. Die ganze Geschichte um die große Intrige der Sith ist belanglos und uninteressant. Die einzige halbwegs charismatische Figur, stirbt zum Schluss. Film und Buch bilden in ihrer Einheit den Tiefpunkt der gesamten Serie.

Blanvalet versah diese Sonderausgabe mit Filmfotos im Mittelteil, was bei einem Preis von 5 Euro sehr ungewöhnlich ist und das Buch stark aufwertet. Das Cover entspricht der gesamten 5 Euro Edition, ist also auch bunt, einfallslos und billig. Für den schnellen Konsum bestimmt.

Damit treffen sich Form und Inhalt.

 

Fazit:

Schnell vergessen.

 

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Buch:

Titel: Die dunkle Bedrohung. STAR WARS Episode I

Reihe: STAR WARS

Autor: Terry Brooks

Original: The Phantom Menace (1999)

Übersetzerin: Regina Winter

Broschiert - 320 Seiten - Blanvalet

mit 14 Filmfoto Seiten

Erscheinungsdatum: April 2005

ISBN: 3442363136

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.08.2005, zuletzt aktualisiert: 20.08.2018 19:10