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Die Schrift von Henri Loevenbruck

Reihe: Das Geheimnis der weißen Wölfin Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Henri Loevenbrucks Trilogie um „Das Geheimnis der weißen Wölfin“ richtet sich an Leser jeden Alters. Dank einer recht klaren Geschichte und einer jugendlichen Heldin können auch

Leser im Teenager-Alter, den Abenteuern von Alea und ihren Freunden recht problemlos folgen. „Die Schrift“ geht nun dort weiter, wo „Der Ring“ aufhörte.

 

Die dreizehnjährige Alea wächst im Lande Gaelia auf. Dieses besteht aus Fürstentümern, die peinlich genau darauf achten, dass die Nachbarn nicht zu viel Macht gewinnen. Aber auch Probleme von außen machen den Menschen zu schaffen. Da sind zum einen die christlichen Mönche, die das Volk vom Glauben an die Moira abbringen wollen, und nicht zuletzt die Heerscharen eines mythischen dunklen Herrschers, die sich in Bewegung gesetzt haben, um das Land erneut zu unterjochen.

Durch den Fund eines Ringes wird das Straßenkind zur Trägerin großer Macht. Sie ist nun der Samildanach, erfüllt von Kräften, über die sonst nur die Druiden gebieten. Da sie nur ein schwaches Mädchen zu sein scheint, versucht man sie unter Kontrolle zu bringen, doch Alea ist von Natur aus misstrauisch und lässt sich nicht einmal von den Druiden übertölpeln.

Das eigenwillige Mädchen will sich nicht zum Spielball der Herrschenden machen lassen und beschließt selbst herauszufinden, warum das mit ihr geschehen ist. Auf ihrer Reise gewinnt sie den Zwerg Mjölln, die Bardin Faith und den geheimnisvollen Druiden Phelim zu Freunden. Diese drei helfen Alea, ihr Schicksal zu akzeptieren. Sie lernt nach und nach mit den Gaben umzugehen und spürt eine seltsame Verbindung zu der weißen Wölfin Imala, die nicht mehr nur durch ihre Träume geistert. Und sie muss einen ersten Kampf bestehen, der einen hohen Blutzoll kostet.

Nun versucht das Mädchen eine Schrift zu finden, die ihr mehr über ihre Aufgabe verraten soll, aber das ist gar nicht so einfach. Man versucht sie immer noch einzufangen und auf eine Seite zu zwingen.

Inzwischen versinkt Gaelia im Krieg. Nicht nur die Fürsten bekommen sich in die Haare, auch das alte Volk der Tuathann taucht aus dem Untergrund auf und versucht sich ihr Recht in der Menschenwelt zu erstreiten.

Und nicht zuletzt beginnt der düstere Herrscher die Offensive. Wahre Heerscharen von Monstern, wie den Gorgunen fallen über die Menschen her. Und schließlich erstehen auch noch die Toten auf, um die Schergen des Bösen anzuführen und die schwärzeste aller Magien zu entfesseln...

 

Ganz so märchenhaft und harmlos wie die Handlung des ersten Bandes „Der Ring“ ist die von „Die Schrift“ nicht mehr, aber sie wird auch nicht all zu brutal. Der Krieg ist Thema dieses Bandes, und der Autor spart dabei auch die düsteren Seiten nicht aus. Es ist die Feuerprobe, die aus dem Mädchen die einzige Waffe schmiedet, die gegen den dunklen Herrscher bestehen kann. Da Alea nun ihre Kräfte akzeptiert, reift sie auch erstaunlich schnell, denkt und handelt innerhalb von Tagen so, als sei sie gleich um Jahre älter geworden.

Insgesamt bleibt die Handlung klar und geradlinig, die Charaktere sind weiterhin recht schlicht dargestellt, so dass auch jüngere Leser leicht mit ihnen zurecht kommen. Die Entwicklung von Alea und ihren Freunden ist eher oberflächlich und auf mehrere markante Eckpunkte beschränkt.

Der Eindruck es mit einer unverbrämten Kopie Irlands zu tun zu haben vertieft sich übrigens noch mehr. Nun tauchen auch noch die Tuathann auf, das Volk aus den Hügeln, die ihre Heimat auch Sid nennen oder eine Insel namens Britania wird erwähnt. Da Loewenbruck phantastische mit realen Begriffen mischt, wirkt der Hintergrund weiterhin seltsam unausgegoren und flach.

Immerhin bleiben einige Geheimnisse ungeklärt, denn noch immer weiß man nicht so recht, welche Verbindung Alea und die namensgebende weiße Wölfin Imala zueinander haben, auch wenn man das ein oder andere inzwischen erahnen kann.

 

Wie auch schon der erste Band ist „Die Schrift“ zwar ein unterhaltsam geschriebener Fantasy-Roman, wirkt aber vom Aufbau der Spannung und des Inhaltes ebenfalls wie ein Jugendbuch, das ältere Lesern durch die schlichte Handlung und die oberflächlichen Charaktere unter Umständen sehr stark enttäuschen könnte.

Eure Meinung:


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Die Schrift

Reihe: Das Geheimnis der Weißen Wölfin Bd. 2

Autor: Henri Loewenbruck

Broschiert, 445 Seiten

Blanvalet, erschienen Februar 2007

ISBN 978-3-442-24390-7

Übersetzung aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn

Titelbild von Tertia Ebert

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.01.2007, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53