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Die Tramps von Luna von Robert A. Heinlein

Rezension von Ralf Steinberg

 

Kennen Sie Tribbles?

Dann wird es Sie freuen zu hören, dass es tatsächlich literarische Vorbilder für die Wollknäuel gibt.

Bereits 1947 schuf Robert A. Heinlein in seiner amüsanten Familien Space Opera Die Tramps von Luna kleine, glücklich machende Tiere, die einer unkontrollierten Fortpflanzung anheim fallen.

Zwar ist die Episode mit den marsianischen Flachkatzen nur eine von vielen, aber nicht minder witzig.

 

Trotz der eindeutig veralteten Technik, geht von Heinleins Roman eine große Faszination aus. Hier lebt der Ingenieursgeist der Nachkriegsjahre, eine Gewissheit mit ein paar Ventilen und Atomkraft alles unternehmen zu können. Die Stones, eine toughe Familie, lebt auf dem Mond. Die Zwillinge Castor und Pollux sind fidele Bastler, die mit der Idee in die Familie stürmen, mittels eines aufgemöbelten Raumschiffs vom Schrottplatz in den Weltraumhandel einzusteigen. Familienoberhaupt Roger Stone ändert den Plan kurzentschlossen in eine Vergnügungsreise zum Mars und die ganze Familie reist mit. Das Raumschiff Moostöter durcheilt daraufhin unser Planetensystem.

 

Fernab großer Visionen vom Universum und dem ganzen Rest, bäckt Heinlein für heutige Verhältnisse kleine Brötchen. So dauert eine Reise vom Mond zum Mars mehrere Monate, sind exakte astronautische Berechnungen und Kurskorrekturen stets von Nöten, muss man sich um ausreichende Stützmassen und jedes Gramm Gewicht Gedanken machen und trägt man überall Raumanzüge.

Physikalisch korrekt und den Möglichkeiten der Gegenwart weitaus angepasster, als gängige moderne Werke, lassen sie den Roman wie ein Fossil der Science-Fiction erscheinen. Dabei ist die Zukunft, die Heinlein malt, gar nicht so unrealistisch. Es gibt zwar keine Computer bei ihm, aber was Geschwindigkeiten und Reisemöglichkeiten betrifft, sind Heinleins Grundlagen wohl logischer als andere Konzepte.

 

Aber die technische Seite ist nicht annähernd so beeindruckend, wie die wunderbare Situationskomik, die wirklich jede Szene ausfüllt und dem Leser ein Dauergrinsen ins Gesicht schreibt. Die Art und Weise, wie die Mitglieder der Familie Stone miteinander umgehen, lockere Bemerkungen mit trockenem Humor würzen, ist ein großes Vergnügen.

Allein die beständige Fortschreibung der Handlung einer SF-Serie für das Erdfernsehen, an deren Entstehen die gesamte Familie beteiligt ist, wird zum unerschöpflichen Quell skurriler Einfälle. Gleichzeitig ist es ein kleines Fenster in eine Zeit, da Serien wie Flash Gordon Millionen begeisterten.

 

Luna, Mars und Halleluja-Knoten, sind Gebiete am Rande der Zivilisation. Großmutter Hazel trägt nicht umsonst beständig eine Pistole mit sich herum, auch wenn sie Hustenbonbons enthält. Ein Hauch Western-Romantik weht durch die Seiten, sind Taten gefordert, nicht große Reden. Solidarität und unkomplizierte Lösungen fernab strenger Regeln und Gesetze und die Familie im Zentrum der Sorgen und Wünsche der Figuren lassen die guten alten Zeiten wieder lebendig werden.

 

Fazit:

In »Die Tramps von Luna« behandelt Robert A. Heinlein nicht die ganz großen Themen, aber er liefert beste Unterhaltung.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Tramps von Luna

Original: The Rolling Stones, 1952

Autor: Robert A. Heinlein

Übersetzerin: Birgit Reß-Bohusch

Cover: Jürgen F. Rogner

Taschenbuch, 188 Seiten

Goldmann, 1980

 

ISBN-10: 3442233593

ISBN-13: 978-3442233595

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.01.2021, zuletzt aktualisiert: 06.01.2021 17:35