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Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Bastian Balthasar Bux entdeckt in einem Antiquariat ein Buch, das ihn auf magische Weise anzieht: „Die unendliche Geschichte“. Er liest vom Reich Phantásien, in dem sich auf unheimliche Weise das Nichts immer weiter ausbreitet. Schuld daran ist die geheimnisvolle Krankheit der Kindlichen Kaiserin, die einen neuen Namen braucht, um gesund zu werden. Den kann ihr aber nur ein Menschenkind geben. Sollte Bastian selbst jenes Kind sein, das Phantásien zu retten vermag? Zusammen mit dem jungen Krieger Atréju und dem Glücksdrachen Fuchur begibt er sich auf eine Reise durch Phantásien, in der bald jede Minute zählt.

 

Rezension:

Die unendliche Geschichte von Michael Ende erschien 1979 und entwickelte sich schon bald zu einem der beliebtesten Kinder- und Jugendbücher, nicht nur in Deutschland. Inzwischen gilt das Werk auch allgemein als eines der wichtigsten phantastischen Bücher des Zwanzigsten Jahrhunderts.

 

Das liegt vor allem an der großartigen Idee, die Bücherwelt, die Fantasie und das eigene Erleben miteinander zu verknüpfen. Der kleine, von seinen Mitschülern gemobbte Junge Bastian Balthasar Bux flieht mit dem gestohlenen Buch »Die unendliche Geschichte« auf den Dachboden seiner Schule und verfolgt beim Lesen atemlos mit, wie ein anderer Junge, Atréju, versucht, das vom Untergang bedrohte Phantásien zu retten. Bis er bemerkt, dass er selbst es ist, der das Reich der Fantasie retten muss.

Und dann findet er sich plötzlich selbst im Reich der Kindlichen Kaiserin …

 

Das Wunder des Lesens, das magische Eintauchen in die Geschichte, das bedingungslose Ausblenden der Welt um sich herum wird durch Micheal Ende zu einer eigenen Geschichte. Seine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Fantasie hätte wohl kaum so viele Leser gefunden, wenn er nicht auch selbst so voller Fantasie gewesen wäre und dies in der »Unendlichen Geschichte« an jeder Stelle zu spüren ist. Liebenswerte wie auch gefährliche Kreaturen, seltsame Länder, ungewöhnliche Städte und Orte – Phantásien bietet weitaus mehr Platz für Geschichten. Der Spruch »Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.« ist inzwischen zum Inbegriff von Endes unbändiger Kreativität geworden. Es gibt kein Ende der Geschichten.

 

Für einige ist der zweite Teil, wenn Bastian als Schöpfer durch Phantásien reist, weniger interessant, weil der anfängliche Spannungsbogen um den Jungen auf dem Dachboden und seine qualvoll lange Entscheidungsfindung allein schon für eine Geschichte gereicht hätte. Phantásien ist gerettet, toll.

Doch Michael Ende wollte mehr. Bastian hat mit der Rettung Phantásiens erkannt, welche Macht die Fantasie besitzt. Er kann sich schöner, kräftiger und erfolgreicher machen, als er in Wahrheit ist. Doch er bezahlt dafür einen hohen Preis: Er verliert sich selbst, verliert nach und nach all das, was ihn zu Bastian Balthasar Bux macht mit all seinen Schwächen, aber auch all seinen Vorzügen. Denn immerhin hat dieser kleine traurige Junge auf dem Dachboden Phantásien gerettet und nicht der stolze Krieger und zukünftige Kaiser Phantásiens.

Und so gelingt es Michael Ende, aus dieser Heldenreise etwas ganz anderes zu machen. Bastian lernt, seine Fantasie für sich zu nutzen. Sie wird zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens und nicht anders herum.

 

Die Bedeutung der »Unendlichen Geschichte« mag hinreichend bekannt sein und ihr Erfolg ungebrochen, aber es gibt sie immer noch, jene unglücklichen Menschen, denen das Leben so hoffnungslos erscheint, dass sie sich in andere Welten flüchten wollen. Und von diesen Welten gibt es heute mehr denn je. Doch nur wenige von ihnen leiten auch wieder zurück. Nur wenige dieser Geschichten über Superhelden und Drachenherrscherinnen enthalten die Kraft, sich selbst zu verändern.

 

Fazit:

»Die unendliche Geschichte« von Michael Ende ist vielleicht mehr als nur ein Buch. Vielleicht ist es der Schlüssel in eine andere Welt, vielleicht ist es der Schlüssel für unsere.

Auf jeden Fall aber bezaubert die Geschichte um Atréju und Bastian Balthasar Bux stets auf neue.

»Jede wirkliche Geschichte ist eine Unendliche Geschichte.«

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Eure Meinung:

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Buch:

Die unendliche Geschichte

Autor: Michael Ende

Gebundene Ausgabe, 475 Seiten

Thienemann Verlag, 15. Juli 2004

Cover: Claudia Seeger

 

ISBN-10: 3522176847

ISBN-13: 978-3522176842

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B075X2RDVC

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 20.07.2018, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06