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Digitaler Albtraum von Thorsten Hunsicker

Reihe: Shadowrun Bd.82

Rezension von Thomas Götz

 

Inhalt

Schwere Unwetter fegen über München hinweg und verwandeln den Sprawl in ein Chaos. Der Sturm bricht aber auch im Untergrund los, denn in den Elendsvierteln tobt eine gnadenlose Hexenjagd. Sie droht die aufgehetzte Bevölkerung zu erfassen und die Straßen in Blut und Asche versinken zu lassen. Auf der Suche nach einem unsichtbaren Gegner sind die gejagten Runner vielleicht der entscheidende Faktor, der die Zivilisation, wie wir sie kennen, in den Abgrund stürzen könnte.

Ein gefährliches Bündnis mit dem Feind des Feindes scheint die einzige Möglichkeit, den drohenden Kollaps zu verhindern. Immer vorausgesetzt, die manipulierten Marionetten blasen sich vorher nicht gegenseitig das Licht aus.

 

Kritik

Der mittlerweile 82.Shadowrun-Roman präsentiert eine schöne Story um eine KI, welche ausbrechen will und verknüpft dabei gekonnt die aktuellen Ereignisse aus dem Regelwerk 4.0 mit diesem Band.

 

Die Story an sich erscheint durch die vielen Nebenhandlungen am Anfang etwas undurchsichtig, glücklicherweise gibt sich dies im Laufe des Buches, da sich die Handlungsstränge in dessen Verlauf vereinen. Die Story um die neuen Technomancer nach dem Crash 2.0 ist dabei auch endlich derart, das diese neuen Ereignisse stärker noch als in Vorgängerbänden eingebunden werden.

Sicher gibt es eine Unzahl an Charakteren, vom Reporter, vom ausgetricksten Geheimagenten bis hin zur erwähnten Technomancerin, aber jeder Charakter bekommt seine Szenen, in denen er sich gut profilieren kann, was sicher mit dazu beiträgt, das die Story ihre Übersichtlichkeit behält und keiner von den Personen in der Anonymität versinkt.

 

Auch die Action kommt in der Story vielleicht hie und da etwas zu kurz, passt aber ausgewogen schön in die Charakterszenen hinein - aber die Verschwörungsstory ist sowieso viel interessanter, als das ganze Geballere. Schön ist auch, das eine Unzahl an Runnern gezwungen werden, zusammenzuarbeiten und ihre Differenzen beiseite zu legen, um den 3.0-Crash zu verhindern. Auch schön zu lesen ist, das kaum ein Charakter das Ende des Buches überlebt (bzw. einige Schicksale im Dunkeln bleiben) - eine Unberechenbarkeit, die sehr schön funktioniert und überraschend ist, geht man doch normalerweise von überlebenden Helden aus.

Immerhin machen einige der offen gebliebenen Fragen auch Lust auf mehr bzw. eine Fortsetzung.

 

Fazit:

Zusammenfassend bleibt zu sagen, das das Buch vielleicht nicht der Überflieger schlechthin ist, aber mit Sicherheit eines der besseren Shadowrun-Bücher.

 

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Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH,

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Eure Meinung:

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Felix
Donnerstag, 29. Januar 2009 22:49 Uhr
Tja Flo,
ich habe das Buch auch gelesen und fand es im Gegensatz zu Dir, trotzdem SUPER GEIL! Hinsichtlich der falsch verstandenen Story muss ich anmerken, dass das Shadowrun Universum von der Redaktion überwacht wird und eine so katastrophale Falschinterpretation der Dinge doch sicherlich aufgefallen wäre.. also vielleicht hast DU da etwas falsch verstanden, he Chummer?

Was DU zudem als Größenwahn des Autors ansiehst, finde ICH einfach nur einen sehr intelligenten und genialen Plot, wie es ihn lange nicht mehr bei Shadowrun gegeben hat. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten!

ICH hoffe jedenfalls es wird noch mehr von Thorsten Hunsicker zu lesen geben. Ich fands toll!

Flo
Montag, 15. September 2008 20:14 Uhr
Ich muß widersprechen: Das Buch als "schlecht" zu bezeichnen, würde ihm bei weitem nicht Genüge tun. Der Autor scheint von Shadowrun nur eine sehr grobe Vorstellung zu haben und die Unterschiede zwischen 2050 und 2070 scheinen sich bei ihm darauf zu beschränken, das Wort "WiFi" ab und zu fallen zu lassen.
Der Plot ist vollkommen hinrissig und widerspricht teilweise sogar völlig dem offiziellen Setting, die Darstellung von Technomancern, etc. ist bestenfalls "schwach", in einigen Punkten auch einfach nur "falsch" zu nennen.
Dass der Autor sich völlig im bombastischen Größenwahn verliert und einen Plot strickt, der viel zu groß für ihn ist, trägt dann nur noch mehr zum Untergang des Romans bei, genauso wie der traurige Versuch, alle Geheimnisse von Shadowrun zu lüften (wobei der Autor nur beweist, dass er selbst vieles falsch verstanden hat, indem er z.B. die KIs Mirage und Megaera verwechselt), wobei selbst der letzte Schrottplatz-Besitzer auf einmal kompetent genug wird um Vergleiche zwischen der Macht von Deus und den neuen KIs (deren Auftauchen übrigens mit den in Shadowrun bekannten Ereignissen nichts zu tun hat) ziehen zu können.

Alles in allem: Finger weg, eindeutig eines der schlechteren Shadowrun-Bücher, klassisch deutsch, wo das Niveau täglich sinkt.

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Digitaler Albtraum

Reihe: Shadowrun Bd.82

Autor: Thorsten Hunsicker

Broschiert: 287 Seiten

Verlag: Fantasy Productions; Auflage: 1 (Februar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3890641237

ISBN-13: 978-3890641232

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 20.03.2008, zuletzt aktualisiert: 21.08.2019 20:32