Dishonored – Der Tod des Outsiders (PC)
 
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Dishonored – Der Tod des Outsiders

Rezension von Cronn

 

Nahe, gefährlich nahe steht die Wache.

Die Frage ist nur ob das mehr für mich oder für sie gefährlich ist, hehe!

Ich erlaube mir ein freches Grinsen und teleportiere mich nach oben auf den Balkon. Verwundert reibt sich der Mann die Augen.

»Hab ich einen Schatten gesehen? Und da war doch ein Geräusch!«

Er schaut nach links und nach rechts, sieht mich aber nicht.

Klar, ich bin ja schräg über ihm!

Ich springe zum nächsten Balkon. Nun stehe ich direkt über dem Mann, der an einen Stapel Kisten lehnt. Sogleich teleportiere ich mich nach unten hinter die Kisten, packe den Kerl am Hals und würge ihn solange, bis er ohnmächtig ist. Dann lege ich ihn hinter den Kistenstapel.

Oh, da ist ja ein Schlüssel an seinem Gürtel befestigt! Wofür der wohl gut ist?

Selbstverständlich schnappe ich mir den Schlüssel und laufe weiter. Hinein in die Bretterbude geht es, welche die Rückseite der Bühne bildet, die auf dem Platz von Karnacas Oberbezirk aufgebaut ist. Hier hält ein schmieriger Beamter probeweise eine Rede, von dem ich Informationen über eine ganz bestimmte Waffe benötige. Doch freiwillig wird er mir die Infos wahrscheinlich nicht herausrücken…

Hinter der Bühne packe ich mir einige Heiltränke und Artefakte. Da sehe ich unter mir ein Gitterrost. Beim Hindurchschauen erkenne ich einen Gang.

Ein Gang unterhalb der Bühne! Das kann nur eines bedeuten …

Ich schleiche wieder zurück, springe über eine Brüstung und lande auf einer Treppe, die zu besagtem unterirdischen Gang führt. Dort angekommen schalte ich noch einen Wächter aus und gelange unter die Bühne selbst.

Und hier ist es, was ich vermutet habe: ein Schalter für die Bühnenklappe. Ich höre die Zielperson schwadronieren, sie läuft näher, jetzt steht sie auf der Klappe.

Ich ziehe den Schalter und schwupps – es öffnet sich die Klappe und der Beamte fällt herunter und in tiefe Bewusstlosigkeit.

Sodann schnappe ich mir den Schlüssel zu seinem Büro. Sicher werde ich dort weitere Hinweise auf die Waffe finden können …

 

Auf diese Weise könnte man eine Situation im jüngst erschienenen Game Dishonored – Der Tod des Outsiders lösen. Das Spiel wurde von den Arcane Studios entwickelt, genau wie die Vorgänger Dishonored und Dishonored 2 und soll die Saga rund um die Geschehnisse in Dunnwall und Karnaca mit einem Endkapitel abschließen. Und wie gelungen das ausgefallen ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen.

 

Hintergrund:

Mit »Dishonored – Der Tod des Outsiders« führt Arcane den Spieler erneut in die Steampunk-Welt von »Dishonored« und setzt direkt am Ende von »Dishonored 2« an. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Billie Lurk alias Meagan Foster. Billie Lurk war die Schülerin des Attentäters Daud, der in »Dishonored« die Kaiserin ermordet hatte. Billie ist nun auf der Suche nach Daud, der in Karnaca gesehen worden sein soll. Es stellt sich im Laufe des Spiels heraus, dass Daud sich tatsächlich in der Küstenstadt aufhält und voller Hass einen Anschlag auf die mysteriöse Figur plant, die aus dem Zwischenreich – das »Nichts« genannt – die Fäden zieht.

 

Die Story ist geradlinig und dreht sich darum eine Möglichkeit zu finden, den Outsider zu töten. Das gestaltet sich zunächst als fast unmöglich, denn der Outsider scheint im Zwischenreich wie eine Art Gott unangreifbar zu sein. Doch mit Hilfe einer mächtigen Waffe soll es gelingen.

Die Geschichte von »Dishonored – Der Tod des Outsiders« macht Spaß und ist gelungen geschrieben. Am meisten überzeugen allerdings die Nebenquests, die es diesmal gibt. Sie erzählen kleine Mini-Geschichten innerhalb der großen Geschichte und machen die Küstenstadt Karnaca erst so richtig lebendig.

 

Gameplay:

»Dishonored – Der Tod des Outsiders« verlässt sich erneut auf das bewährte Schleich- und Actiongameplay der Vorgänger. Diesmal hat man aber auf die Durchsetzung einer Kernkomponente verzichtet: Das Chaos-System entfällt weitgehend. Die Umgebung verändert sich also nicht mehr, wenn du rein auf Action setzt und das Schleichen ignorierst und es gibt aufgrund dieses Features auch keine unterschiedlichen Spielenden, sondern die Entscheidungen des Spielers in der Story machen dies aus.

 

Billies Fähigkeiten sind etwas anders angelegt als die der Jungkaiserin Emily oder ihres Ziehvaters, bleiben aber im Rahmen des Spieluniversums. So kann man den Platz wechseln, als Geistwesen die Gegend gefahrlos erkunden oder in die Rolle eines anderen Charakters schlüpfen. Die letzte Fähigkeit ist sehr mächtig, daher leer sich der Mana-Balken auch sehr schnell.

Im Unterschied zu den Vorgängern regeneriert sich der Mana-Balken von selbst. Ansonsten sind die anderen Gadgets und Waffen sehr ähnlich: Schwert, Pistole, verschiedene Granaten und Minen, etc.pp.

 

Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad spielt sich »Dishonored – Der Tod des Outsiders« tatsächlich recht einfach. Hier kann man die Story und die Atmosphäre von Karnaca bestens genießen.

Für erfahrene Spieler, die eine Herausforderung suchen, ist allerdings der nächsthöhere Schwierigkeitsgrad empfohlen.

 

Grafik und Sound:

Unter der Haube von »Dishonored – Der Tod des Outsiders« werkelt die hausintern weiterentwickelte Void-Engine, die auf der id-Tech 5-Engine beruht. Diese erbt davon die Stärken der großen Weitsicht und relativ moderaten Spielanforderungen, aber auch deren Schwächen, als da sind: Nachladeprobleme von Texturen und deren relativ durchschnittliche Auflösung.

 

Was »Dishonored – Der Tod des Outsiders« hinsichtlich der Grafik herausragend gelingt ist das Design. Wie schon in den Vorgängern ist das Spieldesign erstklassig. Jeder Gegenstand im Spiel ist auf seine Funktion in der Spielwelt hin designt. Dabei haben die Macher sich bemüht, neue Designwege für aus unserer Realität bekannte Gegenstände zu gehen, wie beispielsweise Schreibmaschinen. Das macht die Spielwelt lebendig und gerne bleibt man stehen, um sich umzuschauen und die Welt zu erkunden.

 

Soundtechnisch ist »Dishonored – Der Tod des Outsiders« gut gelungen. Die Synchronisation hat keine Patzer und wirkt organisch. Wer kann, dem sei dennoch die englische Original-Audio empfohlen.

 

Fazit:

»Dishonored – Der Tod des Outsiders« ist ein gelungener Abschluss der Saga rund um den Kaiserinmord. Es ist zu hoffen, dass es nicht das letzte Mal war, dass man in die Spielwelt eintauchen konnte. Es wäre zu schade, denn es steckt noch das Potential für viele Geschichten darin.

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PC-Game:

Dishonored – Der Tod des Outsiders

Arcane Studios / Bethesda Softworks, 15. September 2017

 

ASIN: B071GFDZCZ

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240423232814b27c72e3
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Erstellt: 29.09.2017, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 16119