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Ein neuer Captain von Alfred Bekker

Sternenfaust Band 1

Rezension von Ralf Steinberg

 

Erschienen: 15.02.2005

 

Commander Dana Frost tritt das Kommando des Überlichtraumschiffes Sternenfaust an. Der frühere Captain kam kurz zuvor bei einer Explosion an Bord um, und so ist es nicht verwunderlich, dass die anderen Offiziere an Bord noch nicht ganz über den Verlust ihres Captains hinweg sind. Besonders der Erste Offizier Michael Tong bleibt Commander Frost gegenüber recht kühl, hatte er sich doch selbst Hoffnung auf den Posten gemacht.

Aber die Sternenfaust hat eine wichtige Mission und Frost erschien der Space Corps, der Weltraumflotte, die bessere Wahl um den Frieden mit den rätselhaften Kridan besiegeln zu helfen: Die Sternenfaust soll den Boden für eine diplomatische Mission mit den Vogelähnlichen bereiten. Treffpunkt ist ein System zwischen den Interessensphären der beiden Rassen, dass allerdings schon von Menschen besiedelt ist. Die Pläne der Erdregierung, ihr System als Friedenspfand den Kridan zu überlassen, findet bei den Siedlern wenig Gegenliebe. So schippert Commander Frost nicht nur in eine Morduntersuchung sondern auch in die heißeste Gegend des Universums...

 

Der Redakteur Holger Kappel hat nicht zu viel versprochen, Sternenfaust bedient sich querbeet durch die bekannten SF-Serien. Das Schiffszenario erinnert an Star Trek Next Generation in Kombination mit den Marines aus Alien 2, Der Streit zwischen den Siedlern und der Erdregierung ähnelt einer Mischung aus Babylon 5 und Deep Space Nine. Bab 5 dürfte auch bei der Teilung der Kridan in Priester und Krieger Pate gestanden haben.

Technisch sind die Anleihen auch kaum zu übersehen. Von Perry Rhodan bis Star Wars reicht hier der Bogen. Die festmontierten Breitseitengeschütze mit Gaußprojektilen sind laut Redaktionsaussagen so noch nicht dagewesen, aber in Raumflotte Gothic, einem Table Top Spiel von Games Workshop, konnte man genau dies auch schon in Action sehen.

 

Der Roman ist als Opener in den Serienkosmos gelungen. Die Informationen zum Hintergrund werden in kleinen, leicht verdaulichen Stückchen dargeboten und auch die Personen sind überschaubar.

Die begonnene Liebesgeschichte interessiert mich überhaupt nicht und weckt den Wunsch, dass sie nicht sonderlich viel Bedeutung gewinnt. Zudem ist es doch ein ödes Klischee: Chefin verliebt sich Hals über Kopf in schnuckeligen Mitarbeiter.

Es gibt amerikanische Offiziersgrade, bis auf den erstaunlicherweise so beliebten Fähnrich.

Eine weitere Unebenheit ist die Frage, ob Dana Frost an Bord der New California war und ob sie auf ihr die Schlacht im Trident-System miterlebte oder doch zu spät kam.

Der Schreibstil der Handlung aber hat das richtige Tempo, dem leichten Einstieg angepasst.

 

Dana Frost erhält durch das anziehende Titelbild von Arndt Drechsler ein zusätzliches Profil: markant und hübsch, ohne aber ein typisches Schönchen zu sein.

Das Raumschiff kann ich mir hingegen nicht näher vorstellen. Zwar ist auf der Innenseite des Umschlages eine computergerenderte Risszeichnung zu finden, aber eine Zigarre macht irgendwie nicht viel her. Mit solch einer Form kann ich mich erstmal sonderlich emotional verbinden. Das Schiff wirkt weder schnell, noch beeindruckend oder gar cool. Der Kleine Tümmler des Sternenozeans - so schaut die Sternenfaust zunächst einmal aus.

 

Ein eigenes Profil ist hat die Serie im ersten Band noch nicht entwickelt.

Es wird keine reizvolle Thematik entwickelt, die ein Weiterlesen unverzichtbar machen würde. Weder ein interspeziärer Krieg noch das Leben einer Kriegsschiffcrew vermitteln den Anschein eines spannenden Handlungskonzeptes. Hier hätte man im Opener mehr machen können. Wir wissen, dass der Krieg beginnt und es nun zur Sache geht, dass aber eventuell in Zukunft noch mehr auf Dana wartet, ist dem ersten Roman nicht zu entnehmen.

Somit gibt es auch noch keine Antwort auf die Frage:

Was ist das Besondere an Sternenfaust?

 

Aber eine Serie muss sich entwickeln, das erste Heft verspricht auf jeden Fall für die weiteren gute SF-Unterhaltung, nicht in der Art von Space - Above and beyond, sondern in echter Next Generation Tradition.

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Heft:

Höllenfahrt

Reihe: Sternenfaust Band 1

Autor: Alfred Bekker

Cover: Arndt Drechsler

Erschienen: 15.02.2005

 

Zur Serie:

Sternenfaust

Weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Alfred Bekker


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Erstellt: 12.09.2005, zuletzt aktualisiert: 07.02.2015 00:47