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Feuer im Blut von Boris Koch

Reihe: Schwarzlichter

Rezension von Nina Horvath

 

Nachdem die Direktion ihre Schülerzeitung immer rigoroser zensiert, schreiten die Freunde Bender, Mark und dessen jüngerer Stiefbruder Sandro zur Tat und gründen eine neue, inoffizielle Schülerzeitung, in der sie unter Pseudonymen schreiben, den Blackspot.

Dazu dringen sie nachts mit einem nachtgemachten Schlüssel in die Schule ein, um einige Ausgaben heimlich als Lesestoff für ihre Mitschüler zu platzieren.

Doch die drei sind nicht die Einzigen, die zu dieser späten Stunde in der Schule waren: Am nächsten Tag erfahren sie, dass jemand im Turnsaal Feuer gelegt hat.

Nachdem sie nachts in der Schule waren, stehen sie nun auch in Verdacht, etwas damit zu tun zu haben und tatsächlich wird der Bender, Mitglied einer Band und kein Freund konservativer Kleidung, schon bald von seiner Klassenlehrerin darauf angesprochen. Der Jugendliche lässt sich jedoch nicht davon einschüchtern, es bestärkt die drei jedoch in ihrem Entschluss, den wahren Schuldigen zu finden. Aber wo anfangen?

Die drei Burschen haben keine Erfahrung in Detektivarbeit und dazu fällt es ihnen besonders anfangs schwer, jemanden zu finden, der überhaupt ein Motiv haben könnte. Nachdem die Wände der Schule mit aufgesprayten Sprüchen geschmückt sind, fängt Sandro in der Sprayerszene zu suchen an, wo er dann auch übel bedroht wird.

Mark versucht es inzwischen mit einem wenig ergiebigen Anruf bei der Polizei, während Bender in einem Forum namens Schwarzlichter.com, auf dem auch der Name dieser Jugendkrimireihe zurückzuführen ist, von dem User Falloutgirl – wohl die Protagonistin eines anderen Buches der Reihe - wertvolle Tipps erhält.

Interessant zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass diese Community tatsächlich im Internet zu finden ist. Man kann sich dort auch einfach registrieren und seine Meinung zu den – gänzlich oder größtenteils – fiktiven Beiträgen abgeben. Zweifellos eine interessante Idee – wer wollte nicht schon mal Kontakt zu den Helden seines aktuellen Lesestoffes aufnehmen?

Schade finde ich nur, dass das Ganze doch mehr den Charme einer Kleinanzeigenbörsen versprüht, wo die erfunden Beiträge mit einigen höchstwahrscheinlich echten und einigen wohl ebenso fiktiven Kommentaren darunter ohne in themenbezogene Unterforen eingeordnet zu sein – heutzutage für jedes bessere Forum ein Muss, um die Übersichtlichkeit zu bewahren – einfach der Reihe nach - aufgefädelt sind.

Doch zurück zur Handlung: Mark ist schließlich auf der heißesten Spur bisher und zwar wird ein Spieler des gegnerischen Teams verdächtigt, aus Frust über ein verlorenes Spiel das Feuer gelegt zu haben. Einige Burschen aus Marks Mannschaft beschließen dann, einen verdächtigen Spieler – der zudem auch noch besonders gerne foult – zu verprügeln. Mark hält ihn zwar für verdächtig, aber hier siegt sein Gerechtigkeitssinn und er versucht alles, um die Gruppe davon abzubringen. Aus dem Grund sucht er auch den talentierten Spieler Jörg auf, der als angehendes Nachwuchstalent – die Zeitung hat bereits über seine Erfolge berichtet – mit seinem Wort mehr erreichen sollte als der durchschnittliche Spieler Mark.

Jörg ist zurzeit verletzt, angeblich beim Laufen gestürzt – allerdings sieht seine Wunde so aus, als wäre sie ihm mit Gewalt zugefügt worden. Und nun ergibt sich ein neuer Verdachtsmoment ... Sind vielleicht Profispieler, die Jörg in ihr Team zwingen wollten, in die Sache verwickelt ...?

 

Obgleich ich nicht mehr zu der primären Zielgruppe gehöre, muss ich doch sagen, dass ich angenehm überrascht von „Feuer im Blut“ war und mir beim Lesen nicht langweilig wurde. Der Schluss – der an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten wird – kommt überraschend und ist überzeugend. Auch wenn die üblichen Jugendbuchzutaten wie erste Liebe nicht fehlen dürfen, bewegt sich der Roman weitgehend außerhalb gängiger Klischees dieser Altersgruppe. Die Charaktere vermitteln überzeugend Werte wie Zivilcourage, eben weil sie in weniger bedeutenden Angelegenheiten nicht päpstlicher als der Papst sind und sich schon mal ohne Erlaubnis ein Bier aus dem Keller nehmen oder kopierte CDs weitergeben. Und darauf kommt es schließlich in der Vermittlung gegenüber Jugendlichen an: Nicht darauf, perfekt zu sein und alles so zu machen, wie es die Erwachsenen wollen (da fliegt das Buch sehr schnell ungelesen in eine Ecke), sondern nach den eigenen Überzeugungen zu handeln – dort, wo es wirklich wichtig ist.

 

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Feuer im Blut

Reihe: Schwarzlichter

Autor: Boris Koch

Broschiert: 232 Seiten

Verlag: Beltz

Auflage: 1 (2. Oktober 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3407740530

ISBN-13: 978-3407740533

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.07.2008, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54