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für immer 8 BIT von Uwe Post

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Sommer 1983. Ich bin 16. Ich stehe auf Atari-Computer, Musik und … auf Anna. Gemeinsam wollen wir ein Spiel programmieren, das die Welt verändert.

 

Rezension:

Der deutsche Science-Fiction-Autor Uwe Post verdient seine Brötchen als Software-Entwickler und verfasste neben SF-Komödien und Zentauren-Fantasy eine Reihe von IT-Fachbüchern.

Mit für immer 8 BIT blickt er nun zurück in die Zeit seiner Jugend, in der ein Atari der Beginn und das Ende aller Träume darstellte. Natürlich abgesehen von Pen & Paper Rollenspielen, Kino und Mädchen. Und so begegnen wir einem leicht abgewandelten Alter Ego des Autors, der im Jahre 1983 die Gelegenheit nutzt und seiner heimlich Angebeteten erst eine Luftpumpe und dann Nachhilfeunterricht anbietet. Dabei stolpert er über den ausgemusterten Atari von Annas Vater, der damit nichts anzufangen wusste. Ein Paradies! Das tollste Mädchen und der beste Computer der Welt in einem Zimmer! Und das genialste: Anna hat da eine Idee, die brachliegenden Programmierkenntnisse gewinnbringend einzusetzen: MauMauXXX für den Atari 800 – wobei das XXX auf eine kleine Besonderheit hinweist. Die Computergegnerin legt bei jeder Niederlage ein Kleidungsstück ab …

 

Uwe Post springt mit seiner Leserschaft ohne große Umstände in die 80er und hinein in eine süße, erste große Liebe. Zwischen Codezeilen und Bastelanleitung für einen TV-Scanner werden die Geheimnisse der Geschlechter und die noch unscharfe Zukunft erforscht. Zu den Höhepunkten des Kurzromans gehört passenderweise die Entscheidungsmöglichkeit im Stile eines Spielbuches, in welche Richtung sich die Handlung an einem wichtigen Punkt bewegen soll. Auch für das Ende gibt es mehrere Möglichkeiten. Ganz nach dem persönlichen Geschmack verändert sich so nicht nur das Fazit des Romans, sondern auch der Ausgang der Romanze.

 

Neben dem Singen einer begeisterten Lobhymne auf den Atari liefert Uwe Post zudem eine augenzwinkernde Erinnerungsreise in die Peinlichkeiten eines Teenageralltags und lässt ganz nebenbei das spießige Flair der alten Bundesrepublik wiederauferstehen.

Gewürzt mit Post-typischem Humor, den passenden Songzeilen unvergessener Musiklegenden und einer großen Prise Flunkerei entstand dabei eine kleine Wohlfühllektüre, die einem zumindest ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

 

Allerdings finden sich auch ernstere Untertöne. Neben den etwas verschreckenden Berufsperspektiven gehört dazu die Manifestation der Einsamkeit in Form eines imaginären Freundes. Uwe Post schüttelt diese kleine psychologische Auffälligkeit scheinbar ganz locker aus dem Ärmel, dennoch beweist er dabei eine aufmerksame Sensibilität und Gespür für eine tiefergehende Charakterisierung seiner Hauptfigur, mit der Anna nicht mithalten kann. Zumal Annas Darstellung durch die abweichenden Handlungsverläufe stark variiert. Vielleicht besticht deshalb der zweite Teil nicht mehr in Gänze. Auf jeden Fall aber sollte man sich keine der alternative Wendungen entgehen lassen.

 

Natürlich kann man MauMauXXX auch selbst spielen. Eine Android-App ist direkt beim Autor erhältlich und enthält explizite 8 BIT.

 

Fazit:

»für immer 8 BIT« von Uwe Post ist eine Kuscheldecke für alle Computernerds, die in den 80ern der Pubertät entstiegen, egal welchen Geschlechts. Eine Zeitreise zurück zu dem Konvergenzpunkt der Jugend, an dem sich alle Interessen zu einem leidenschaftlichen Rausch bündelten, zu einem unvergesslichen Summer of Love in 8 BIT.

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Eure Meinung:

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Buch:

für immer 8 BIT

Autor: Uwe Post

Taschenbuch, 161 Seiten

Begedia Verlag, 28. September 2018

Cover: Uwe Post

 

ISBN-10: 3957771161

ISBN-13: 978-3957771162

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07K87H6B2

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.12.2018, zuletzt aktualisiert: 13.01.2019 21:11