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Gegen das Schicksal von Veronica Roth

Reihe: Rat der Neun Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Veronica Roth dürfte den meisten Lesern als Autorin der dystopischen Science-Fiction-Trilogie Divergent bekannt sein. Nun erscheint mit Rat der Neun ein Zweiteiler, der viele Elemente der Erfolgsreihe aufgreift aber doch ein ganz anderes Setting bietet. Mit Gegen das Schicksal findet die Saga einen Abschluss.

 

Cyra und Akos wachsen in einer scheinbar magischen Welt auf. Die Menschen haben den Weltraum erobert und eine ganze kleine Galaxis für sich erobert. Die Bewohner der verschiedenen Welten sind alle mehr oder weniger mit besonderen Gaben gesegnet, so dass – obwohl Wissenschaft und Technik nicht weg zu denken sind – auch die Magie einen besonderen Stellenwert hat, vor allem die Kunst in die Zukunft oder das Schicksal der Menschen zu blicken.

Und genau letzteres belastet das Leben der beiden jungen Leute, die aus zwei konkurrierenden Familien stammen. Cyra soll irgendwann eine Grenze überschreiten und Akos durch die Hand von jemandem aus der Familie seiner Liebsten sterben.

Bisher haben sie versucht, diesem Pfad zu entkommen, aber das ist ihnen nicht wirklich gelungen. Deshalb bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich dem Schicksal zu stellen und vielleicht zu trotzen, vor allem da nun auch Cyras tyrannischer Vater von den Toten zurückgekehrt scheint und nur Unheil im Sinn hat.

 

Schuf Veronica Roth mit »Divergent« eine gut vorstellbare und beklemmende Zukunftswelt, die in einigen Bereichen sehr konsequent verlief, ist das bei „Rat der Neun“ anders. Vielleicht wollte sie mit dem Mix aus Fantasy und Science Fiction Neuland erkunden, was ihr allerdings nicht besonders gut gelingt.

Das Setting bleibt sehr spannend, auch die Strukturen werden einem beim Lesen nicht besonders klar, dreht sich die eigentliche Handlung tatsächlich nur um den Generationenkonflikt und den Versuch der jüngeren Helden aus dem Schicksal auszubrechen, was andere für sie vorgesehen haben, sprich sie müssen sich von den Wünschen der Elterngeneration emanzipieren und eigene Wege gehen.

Das könnte interessant werden, obwohl es eines der beliebtesten Themen in »Young Adult«-Romanen jeder Couleur ist, ist es aber gerade in diesem Zweiteiler nicht. Denn die Autorin zerfasert ihre Geschichte in zu viele Nebenhandlungen, konzentriert sich nicht nur auf einige wenige Helden, sondern springt ständig hin und her.

Zudem stehen die persönlichen Bedürfnisse und Beschreibungen von Äußerlichkeiten im Vordergrund, während die inneren Gedankengänge und Gefühle der Helden eher auf Klischees reduziert sind. Bei den Nebenfiguren sieht es noch schlimmer aus – vor allem der Gegenspieler bleibt völlig blass.

Das sorgt dafür, das keine wirkliche Spannung entsteht und die Geschichte mehr oder weniger dahin plätschert, bis sie zu einem relativ unspektakulären und einfachen Ende findet, das nicht wirklich überraschend ist, sondern schon früh voraus zu ahnen. Vielleicht dient es auch dazu, um den Fans einmal ein Happy End zu gönnen.

 

Fazit:

Alles in allem kann »Gegen das Schicksal« der zweite Band von »Rat der Neun« nicht wirklich überzeugen, weil die Autorin nicht so wirklich weiß, was sie eigentlich erzählen will und am Ende nur einen oberflächlichen und relativ spannungsarmen Hybriden aus vielen Trend-Themen bietet, der den Leser einfach nicht fesseln kann.

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Eure Meinung:

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Buch:

Gegen das Schicksal

Reihe: Rat der Neun Band 2

Original: The Fates Divide, 2018

Autorin: Veronica Roth

gebunden, 542 Seiten

cbj, Januar 2019

Übersetzung: Petra Koob-Pavis

 

ISBN-10: 3570165035

ISBN-13: 978-3570165034

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07GBX1NGM

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.02.2019, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38