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Krieg der Vampire von David Wellington

Reihe: Laura Caxton Band 2

Rezension von Carina Schöning

 

„Krieg der Vampire“ ist der zweite Teil des amerikanischen Autors David Wellington um seine eigensinnige Polizistin Laura Caxton. Der Dark-Fantasy Roman spielt kurz nach den Geschehnissen im Vorgänger „Der letzte Vampir“. Ein dritter Band ist derzeit auch schon unter dem Arbeitstitel „Vampire Zero“ geplant.

 

Erst knapp ein Jahr ist vergangen nachdem die junge State Trooper Polizistin Laura Caxton ihre erste Begegnung mit den blutsaugenden Untoten hatte. Damals ist sie mehr aus Zufall mitten in den Ermittlungen des erfahrenen und neurotischen Deputy Jameson Arkeley geraten. Trotz des anfänglichen Widerwillens von beiden Parteien, konnten sie sich jedoch zusammenraufen und sich auf den gemeinsamen Feind konzentrieren. Dabei verlor Laura bei dem Kampf gegen die Vampire ihre damalige Lebensgefährtin und Jameson musste einen Teil seiner Kraft und Schnelligkeit durch diverse Verstümmelungen einstecken.

 

Nun wendet sich Laura nach einem missglückten Einsatz wieder an ihren früheren Mentor. In der ruhigen und beschaulichen Touristenstadt Gettysburg wurde bei einer Studentenausgrabung unterhalb eines Munitionslagers ein versteckter Raum mit Särgen gefunden. Bei näherer Betrachtung erkennt Laura das ganze Ausmaß dieses grausigen Fundes. Bei den Skeletten in den Särgen handelt es sich um Vampire und es sind ganze 99 Särge. Dabei bemerkt sie jedoch nicht, dass Professor Geistdoerfer vom Gettyburg College schon vor ihrem Besuch seine Neugier nicht ganz unter Kontrolle hatte und einfach einem der Vampire sein verschrumpeltes Herz eingesetzt hat.

Der Terror beginnt und der frühere Vampir-Kämpfer aus dem Bürgerkrieg schließt anfangs zwar Frieden mit dem Professor, doch der Schein trüg bekanntlich. Unkontrollierbar und blutrünstig tötet er den Professor und flieht. Zusammen mit Jameson und der örtlichen Polizei macht Laura nun Jagd auf den entlaufenen Vampir, denn wenn er seinen Plan in die Tat umsetzt und seine 99 Freunde erweckt, bricht wahrlich die Hölle auf Erden aus.

 

David Wellington hat mit seiner Vermarktungsstrategie ähnlich wie sein Schriftstellerkollege und Freund Cory Doctorow in Amerika viel Aufsehen erregt. Von Anfang an hat er alle seine Romane im Internet kapitelweise zum freien Download zur Verfügung gestellt mit der Bitte, dass wenn einem das gelesene gefällt, doch auch die gedruckte Ausgabe zu kaufen. Und tatsächlich sprechen seine Verkaufszahlen eine deutliche Sprache. Auch der zweite Teil der Laura Caxton -Reihe „Krieg der Vampire“ wurde so vermarktet. Der düstere Roman setzt die Handlung ähnlich brutal fort wie der Vorgänger „Der letzte Vampir“. Die Figuren haben sich etwas weiterentwickelt, doch die spürbare Antipathie zwischen Laura und ihrem Mentor ist geblieben. Laura ist weiterhin sehr ehrgeizig und auf ihre Karriere fixiert. Mit der neuen Situation als Leiterin des Einsatzes ist sie hier trotzdem ziemlich überfordert und bei einigen Aktionen kann man als Leser nur den Kopf schütteln. Jameson dagegen hält sich lieber zurück und spielt Strippenzieher im Hintergrund.

Neu ist, dass parallel zur Handlung in der Gegenwart die Geschehnisse während der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs erzählt werden. Durch die Berichte des Soldaten Alva Griest und dem Kommandanten William Pittinger erfährt man von der Entstehungsgeschichte der hundert Särge und den Skeletten. Die gerissene Vampirin Justinia Malvern (bekannt aus dem ersten Teil) hat ihre Vorteile ausgenutzt und das mörderische Überfall-Kommando der lebenden Untoten erschaffen. Es ist jedoch nie richtig zum Einsatz gekommen und so hat man allen Mitgliedern die Herzen heraus genommen und ließ sie in Starre fallen. Diese Berichte und Tagebucheinträge sind im Roman optisch und stilistisch abgegrenzt.

Die Handlung im jetzt wird sehr geradlinig und direkt erzählt. Ohne besondere Überraschungen oder Wendungen steuert alles auf das große Finale, dem Endkampf zwischen Menschen und Vampire zu. Im Vergleich zu dem Vorgänger ist der Roman zwar genauso brutal und düster gehalten, aber doch einen ganzen Tick schlechter und weniger abwechslungsreich. Einige Stellen wirken dabei fast schon zu überzogen und trashig. Wer aber über Klischees hinweg sehen kann und kompromisslose Action und viel Splatter mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Ende ist ganz klar Geschmackssache, wobei ich persönlich die Auflösung etwas zu plump und unoriginell finde.

 

Insgesamt ist „Krieg der Vampire“ ein brutaler und düsterer Vampir-Roman mit einigen Horrorelementen und viel Action. Wer den ersten Teil mochte, wird hier vielleicht etwas enttäuscht sein, dafür wurde aber ordentlich an der Gewaltschraube gedreht.

 

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Krieg der Vampire

Autor: David Wellington

Reihe Laura Caxton Band 2

Deutsche Erstausgabe 2008

Amerikanische Originalausgabe 2007 „99 Coffins“

Übersetzung Andreas Decker

Piper Verlag

Taschenbuch, 363 Seiten

ISBN 978-3-492-26645-1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.09.2008, zuletzt aktualisiert: 10.10.2020 16:25