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Los Angeles

Reihe: Blade Runner 2019 Band 1

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Mit Blade Runner brachte Regisseur Ridley Scott 1982 einen Meilenstein des Science-Fiction-Genres in die Kinos. Der lose auf der von Philip K. Dick verfassten Geschichte Träumen Androiden von elektrischen Schafen? basierende Film spielt im Jahr 2019 und beschreibt eine dystopische Zukunft. An diese Vision knüpft das Comic Blade Runner 2019 an, dessen erster Band Los Angeles kürzlich erschienen ist.

 

Wissenschaftler haben Androiden – sogenannte Replikanten – entwickelt, die äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden sind. Auf der Erde sind diese künstlichen Lebensformen jedoch verboten und werden hier von Spezialisten – den Blade Runnern – aufgespürt und eliminiert bzw. »in den Ruhestand versetzt«. Aahna Ashina gehört zu diesen Jägern. Weil sie zu den Besten ihres Fachs zählt, erhält sie einen besonderen Auftrag und soll die Familie eines einflussreichen Mannes aufspüren. Doch das erweist sich schwerer als gedacht, zumal Ashina ein Geheimnis umgibt.

 

»Blade Runner 2019: Band 1: Los Angeles« ist keine Fortsetzung des Films, sondern spielt lediglich im gleichen Mikrokosmos. Verantwortlich für die Story sind Michael Green und Mike Johnson. Während Green bereits an zahlreichen Filmdrehbüchern mitgeschrieben hat – wobei sein Werk vom misslungenen Green Lantern bis zum gefeierten Logan – The Wolverine reicht und auch den 2017 erschienen Blade Runner 2049 umfasst – dürfte Johnson vor allem durch seine Arbeiten am Star-Trek-Universum bekannt sein. Im vorliegenden Band erzählen die beiden Autoren dann auch eine durchweg spannende Geschichte. Zusätzlichen Reiz erhält sie durch die Geheimnisse und verborgenen Absichten der einzelnen Charaktere, die im ersten Band jedoch nur teilweise enthüllt werden. Actionfans kommen vor allem gegen Ende auf ihre Kosten. Wer allerdings die Tiefe des Films mit seinen durchdachten philosophischen Subtexten sucht, dürfte von der Lektüre etwas enttäuscht sein. Dafür sind die Charaktere interessant gestaltet, wobei die Parallelen zwischen Ashina aus dem Comic und Decker aus dem Film unverkennbar sind, auch wenn Letzterer im Vergleich noch etwas ambivalenter angelegt ist. Das erzählerisch recht offen gestaltete Ende macht auf jeden Fall Lust auf den nächsten Band.

 

Für die visuelle Umsetzung sind der Zeichner Andrés Guinaldo und der Kolorist Marco Lesko verantwortlich. Beiden machen insgesamt einen guten Job. Vor allem die Darstellung der urbanen Szenarios ist ihnen gelungen. Hier hatte bereits die Filmvorlage ästhetische Maßstäbe gesetzt, an die das Duo Guinaldo und Lesko nahtlos anknüpft. Dementsprechend sorgen die hohen Wolkenkratzer, die gigantischen knallbunten Werbetafeln, die gedrängten Menschenmassen und die Dampfwolken aus der Kanalisation für das typische Feeling der Vorlage. So dürften sich Fans in der schönen neuen alten Blade-Runner-Welt visuell wohlfühlen. Noch etwas besser sehen allerdings die Probeseiten der beiden Künstler aus. Diese sind Teil des umfangreichen Bonusmaterials – zu dem auch ein Interview mit Andrés Guinaldo, Figurenentwürfe, Skizzen und weitere Covers zählen – das sich am Ende des ersten Bandes findet.

 

Fazit

»Blade Runner 2019: Band 1: Los Angeles« ist ein verheißungsvoller, spannender und gut gezeichneter Auftakt, der allerdings (noch) nicht die Vielschichtigkeit des Films erreicht.

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Eure Meinung:

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Comic:

Los Angeles

Reihe: Blade Runner 2019 Band 1

Autoren: Michael Green und Mike Johnson

Zeichner: Andrés Guinaldo

Kolorist: Marco Lesko

Panini, März 2020

Softcover, 112 Seiten

 

ISBN-10: 3741617202

ISBN-13: 978-3741617201

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.04.2020, zuletzt aktualisiert: 27.11.2020 20:50