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Mace Windu und die Armee der Klone von Matthew W. Stover

Reihe: Star Wars

Rezension von Michael Nolden

 

Auf Haruun Kal ist es zu einem Massaker gekommen. Die Meldung, die den Obersten Kanzler Palpatine und die anwesenden Jedi-Meister Yoda und Mace Windu erreicht, gibt Anlass zu höchster Besorgnis. Zivilisten wurden im Dschungel des Planeten niedergemetzelt. Im Mund einer der Leichen wird eine akustische Aufzeichnung gefunden. Eine verzerrte Stimme gibt Sätze von sich, den Anwesenden Rätsel aufgeben. Mace ist schockiert. Er erkennt die Stimme seiner ehemaligen Padawan Depa Billaba. Sie soll für dieses Massaker verantwortlich sein, denn sie glaubt sich zur Dunkelheit des Dschungels gewandelt zu haben.

Mace macht sich auf den Weg nach Haruun Kal, seiner ehemaligen Heimat. Dort sind alle Einheimischen, die in den Dschungeln leben, in der Macht begabt. Ein Relikt aus der Zeit, als ein Raumschiff mit Jedi auf den Planeten stürzte. In diesen lange vergangenen Tagen entstand ein neues Volk. Dieses Volk hat bis in diese Tage hinein ein gewisses Machtpotential in sich gespeichert.

Die Einheimischen nutzen es, um mit den Tieren besser zu kommunizieren und sie an sich zu binden, denn ohne ihre Tiere und die Hunde, die sie beschützen, ist kein Überleben im Dschungel möglich.

 

Auf Haruun Kal herrscht Krieg. Kein Klonkrieg. Dieser Krieg hat eigentlich keinerlei Bedeutung. Es ist ein Krieg der Außenweltler gegen die Einheimischen. Dieser Krieg wird seit Generationen geführt. Er ist brutal und gnadenlos. Generationen wuchsen auf und starben, ohne jemals den Frieden gekannt zu haben.

In diese Welt kehrt Mace zurück. Die Gnadenlosigkeit führt ihn in einen immer größer werdenden Schockzustand.

Er erlebt am eigenen Leib, wie ein Massaker seinen Lauf nimmt und wie der kleinste Anlass zu einer Katastrophe führen kann. Die Menschen, die er geschworen hatte zu beschützen, werden gar von Kindern in einem unbeobachteten Moment getötet.

 

Mace kapselt sich zusehends ab und zweifelt zunehmend am Stand des Jedi-Meisters, der in diesem Krieg keinerlei Bedeutung hat. Schließlich begegnet er Depa. Alles, was die Jedi einmal ausmachte, wurde im Krieg zerstört. Mace erblickt sie und muss sich eines gestehen: Es besteht die Möglichkeit, dass er im Verlauf des Krieges so werden kann wie sie.

 

Star Wars Romane, überhaupt das Thema als solches, hat viele Vorlagen aus Märchen, Ritterfilmen, Kriegsdokumentationen, Western, sogar aus uralten Science Fiction Serien. Doch nur ganz selten ist die Vorlage so offensichtlich.

 

Vietnam einerseits hat Amerika und Apokalypse Now andererseits hat die Unterhaltungsindustrie geprägt. Letzterer Film von Francis Ford Coppola brachte eine neue wahnsinnige Darstellung des modernen Krieges auf der Basis der Geschichte von Joseph Conrad (Herz der Finsternis).

Der Originaltitel spiegelt sich perfekt in der vorliegenden Handlung wider. Ich habe es nur recht selten erlebt, dass in einem Roman des Star Wars Universums derart drastisch der Krieg in den Mittelpunkt gerückt und geschildert wurde.

Viele Szenen beziehen sich auf das Abschießen eines Raumschiffs oder den Zweikampf, der allerdings in Bezug auf eine jugendliche Leserschaft ziemlich zurückhaltend geschildert wird.

 

In diesem Roman wartet der Tod so ziemlich an jeder Ecke. In den spärlichen Straßen auf Haruun Kal und selbstverständlich im Dschungel. So schrecklich die Szenen auch sind, so geben sie auch Atmosphäre. Manche Kampfszenen, die bei Jedis natürlich ganz anders verlaufen, sind zwar abenteuerlich, brechen aber nie aus dem Geflecht aus Tod, Angst und Blut aus. Die Umgebung wird zu einem weiteren Hauptdarsteller neben Mace. Der Dschungel kämpft auf seiner eigenen Seite. Er begünstigt keine Seite, verschlingt die Waffen und die Toten beider Parteien ohne Mitleid. Selbst in den kurzen Zeiten des Waffenstillstands nimmt der Kampf kein Ende.

 

Mace wird in die Position gedrängt, in der er sich nirgends sicher sein kann. Als er seine Schutzbefohlenen in der Gegenwart von Kindern alleine lässt, ist er sich eigentlich gewiss, dass ihnen nichts zustoßen wird – denn so weit reicht seine Phantasie nicht. Er wird alsbald eines Besseren belehrt. Interessant für jeden Star Wars Fan ist die Tatsache, dass hier Yodas sonstige grandiose Ratschläge absolut versagen. Besonnenheit spielt keine Rolle mehr. Als Mace Depas Kumpanen begegnet, der in der Macht sehr stark ist, wird er von diesem vor die einfache Wahl gestellt: Töte mich, wenn du mich aufhalten willst.

Keine Gesprächsbereitschaft, nichts dergleichen. Wer nichts anderes als den Krieg gegen den Feind kennt, für den sind Worte keine Option.

 

Ich weiß nicht, was Autor Matthew Stover geritten hat, derart kompromisslos mit dem Star Wars Universum umzugehen und wie es zu diesem ungewöhnlichen Roman kam. Als Fazit lässt sich hauptsächlich sagen, dass damit der Sprung in die Unterhaltung für Erwachsene gelungen ist, während bisherige Romane dieser Welt eher verträglich zahm waren. Hier steht düsterer Kriegsroman gegen sonst eher seichte Abenteuerszenarien.

Mir hat der Roman ausnehmend gut gefallen!

 

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Titel: Mace Windu und die Armee der Klone

Reihe: Star Wars

Autor: Matthew W. Stover

Broschiert - Blanvalet

Erscheinungsdatum: Juli 2005

ISBN: 344236292X

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.08.2005, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 20:01