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Maschinenseele von Chris Schlicht

Rezension von Christel Scheja

 

Chris Schlicht dürften die meisten Leser eher als Illustratorin und Grafikerin kennen, aber in den letzten Jahren ist sie auch als Autorin aktiv geworden, zunächst mit vielen kleineren Geschichten in Anthologien, dann debütierte sie mit dem Steampunk-Roman „Maschinengeist“, in der Oberkommissar Peter Langendorf seinen ersten Auftritt hatte. Damals legte er sich mit der adligen Familie Von Wallenfels an und fand in Katharina seine Frau fürs Leben.


Nun, gut ein Jahr später versieht Peter Langendorf auch weiterhin seinen Dienst bei der Kriminalpolizei in der Doppelmetropole Frankfurt-Wiesbaden. Wieder hält ein Wahnsinniger die Stadtbewohner in Atem, denn immer wieder werden Menschen scheinbar grundlos ermordet, ihnen Körperteile gestohlen und der Rest an öffentlichen Orten spektakulär zur Schau gestellt.

Verdächtige gibt es zwar einige, aber niemandem kann wirklich nachgewiesen werden, dass er dies getan haben könnte. Aber er wird das Gefühl nicht los, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt als ihm lieb ist – vor allem als sich auch die manipulierten Ratten, die ihm schon einmal das Leben schwer machten, wieder sehen lassen.

Und dann machen sich auch noch seltsame Kinder an seine Frau und Freunde der Familie heran … kann es sein, dass die Von Wallenfels zurück sind und ihm das Leben erneut schwer machen wollen?

Der Kommissar versucht nach besten Wissen und gewissen zu ermitteln und erhält schließlich Hilfe von unerwarteter Seite, denn die Geheimnisse reichen auch über die Innenstadt hinaus …


Vielen Steampunk-Romanen liegt eine Krimihandlung zugrunde, da macht auch „Maschinenseele“ keine Ausnahme. Denn nur als polizeiliche oder private Ermittler haben die Helden überhaupt einen Grund, den seltsamen Vorkommnissen hinterher zu forschen und nach und nach dem grausamen Treiben mit Menschenleben und -leibern auf die Schliche zu kommen.

Dabei gibt es einige Bezüge zum vorhergehenden Roman, in dem die Hauptfigur es schon einmal mit seltsamen wissenschaftlichen Errungenschaften zu tun hatten, aber dennoch muss man ihn nicht kennen, um die Handlung nachvollziehen zu können, wird genug erklärt, um zu verstehen, wie die Figuren letztendlich zueinander stehen und woher sie sich kennen.

Der Hintergrund konzentriert sich dabei ganz auf die Region um Frankfurt und Wiesbaden, arbeitet die gesellschaftliche Ordnung, die noch viel von dem des kaiserlichen Deutschland um die Jahrhundertwende hat, abzüglich der sozialen Reformen, um der Interaktion und den Figuren mehr Raum zu geben. Das ist nicht minder spannend als internationale Verschwörungen und entwickelt sich schon bald zu einem dramatischen Abenteuer, dass den Helden diesmal an die Grenzen seiner Kraft führen wird.

Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sorgen dafür, dass die Handlung niemals langweilig wird und sorgen dafür, dass man sehr schnell Sympathien und das Gegenteil zu ihnen entwickelt.

Alles in allem ist das Buch kurzweilig zu lesen und hat keine Längen, fällt zudem auch angenehm aus dem Rahmen, weil einige stimmungsvolle Details anders sind als in anderen Romanen und diesem hier ein besonderes Ambiente verleihen. Und auch wenn keiner wirklich aus seiner gesellschaftlichen Rolle ausbricht, so gibt es doch viele außergewöhnliche Figuren, die die Möglichkeiten nutzen, die sie haben.


Maschinenseele“ ist die Fortsetzung von „Maschinengeist“, aber unabhängig von diesem ersten Roman lesbar. In diesem zweiten Kriminalroman entführt Chris Schlicht ein zweites Mal spannend in ihren ganz eigenen Kosmos, der in vielen kleinen Details doch erfrischend anders ist, als der Rest der Steampunk-Geschichten und niemals langweilig wird, weil immer neue Aspekte des Hintergrunds und der Figuren in den Bann zu schlagen wissen.


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Buch:

Maschinenseele

Autorin: Chris Schlicht

Taschenbuch, 544 Seiten

Feder und Schwert, April 2014

 

ISBN-10: 3867622043

ISBN-13: 978-3867622042

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.07.2018, zuletzt aktualisiert: 06.07.2018 12:05