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Prey

Rezension von Cronn

 

Ich tippe den Code in die Sicherheitsschleuse ein. Da sehe ich plötzlich ein Phantom-Alien vorbeilaufen. Mir wird heiß und kalt. Diese Viecher sind extrem schwer zu töten. Ich muss mir etwas einfallen lassen.

Etwas weiter vorn im nächsten Raum steht ein automatisches Geschütz. Wenn es mir gelingt, es zu aktivieren, hätte ich Unterstützung im Kampf gegen die Xenomorphs.

Also warte ich, bis der Phantom vorbei ist, dann öffne ich die Sicherheitsschleuse und husche geduckt hindurch, so dass mich das Alien nicht sofort bemerkt. Es ist hinter einer Säule verschwunden.

Das Geschütz steht leicht erhöht auf einem Podet, so dass ich nicht mit einem Sprung hinaufkommen kann. Also wähle ich die Gloo-Kanone und baue mir mit Hilfe des schnell härtenden Schaums eine Treppe. Über diese gelange ich zu dem automatischen Geschütz.

Keine Sekunde zu spät, denn das Alien kommt erneut um die Ecke und läuft unter mir vorüber. Ich halte den Atem an. Es bemerkt mich nicht.

Als es wieder weg ist, springe ich herab und positioniere das Geschütz im Laufweg des Fremdwesens. Dann verbarrikadiere ich mich hinter einigen Kisten, wähle das Schrotgewehr und warte ab.

Sobald der Phantom um die Ecke kommt, beginnt das Geschütz zu feuern. Das Alien schießt sich auf die automatische Waffe ein, während ich von der Seite mit meiner Shotgun auf das Phantom-Alien die Schrotkugeln prasseln lasse.

Irritiert weicht das Alien zurück, getroffen von Dutzenden Geschossen. Dann bricht es zusammen und ich sammle die Überreste auf, die ich wieder verwenden kann. Schon wartet ein Recycle-Automat darauf, dass er sich dessen annehmen kann, was ich Rucksack mit mir schleppe.

Aber wie komme ich nun an die Sicherheitskarte von dem Professor, der sich mit den Mimics beschäftigt hat?

 

Prey heißt das neue Werk der Arcane-Studios. Nach Dishonored 2 ist in kurzer Folge ein Game dieses Studios am Start, das die Kern-Qualitäten der Arcane-Leute in sich vereint. Doch wie gelungen das Werk ist, das von Bethesda herausgegeben wird, das soll in der nachfolgenden Kritik geklärt werden.

 

Hintergrund:

»Prey« hat eine bewegte Entwicklungsgeschichte hinter sich. Von den Anfängen 1996 soll gar nicht mehr die Rede sein, wo 3DRealms sich eine Geschichte rund um Portale und einen Indianer-Protagonisten im Weltall ausgedacht hatte. Das lange verschobene Game erschien dann 2006, entwickelt von den Human Heads Studios. Dieser gelungene Shooter bot interessante Möglichkeiten mit seinen Portalen und den Laufbändern an der Decke, sowie dem Wechseln in die Geistwelt der Indianer. Das Studio sollte einen Nachfolger entwickeln, aber daraus wurde lange nichts. Nun hatte Arcane Studios ein Spiel in der Entwicklung, das den Namen »Prey« erhielt. Aber das neue »Prey« hat von der Handlung her nichts mit dem »Prey« von 2006 zu tun.

 

»Prey« beginnt mit dem Aufstehen des Protagonisten Morgan Yu, wahlweise männlich oder weiblich, in seinem Appartement. Im Laufe der Handlung verschlägt es den Spieler auf die Raumstation Talon 1, welche von Aliens, den sogenannten »Mimic« überrannt wurde. Es gilt nun herauszufinden, wie das geschehen konnte und die Bedrohung einzudämmen.

Die Story wird im Spiel erzählt. Vor allen Dingen sind hier Audiologs und Emails an Computer-Terminals zu nennen. Die Geschichte hat durchaus einen sehr gelungenen Einstiegstwist, tritt dann aber mehr in den Hintergrund. Ähnlich wie bei Bioshock muss man sich zwischen zwei Parteien entscheiden, denen man folgt und erhält dann unterschiedliche Enden.

Die Story ist gelungen, dennoch fühlt es sich in der Mitte des Spiels so an, als würde man sich zu sehr auf die Gameplay-Mechanik verlassen – und die ist hervorragend gelungen.

 

Gameplay:

»Prey« ist ein Spielplatz auf der Raumstation, eine Art »Open World«, wie sie schon System Shock bot. Alles ist erreichbar, aber manche Bereiche sind durch zu starke Gegner oder andere Effekte abgeschirmt.

Mit Hilfe seiner Waffen kann man diese sich vom Leib halten, aber besser ist es oft, sie zu umgehen oder mit Hilfe der Umgebungsmöglichkeiten auszuschalten.

Viel Zeit verbringt man in »Prey« mit dem Suchen nach Ressourcen, um Waffen und Gadgets herzustellen. Diese spaltet man zunächst auf, um die Rohstoffe dann zu recyceln. Auch braucht man erst bestimmte Konstruktionspläne, um die Dinge herzustellen.

Das Erkunden der Raumstation macht einen Großteil des Reizes von »Prey« aus. Sich selbst die Räume zu erschließen, immer vorsichtig zu agieren wegen der Aliens, die sich u.a. als Gegenstände tarnen können, ist sehr befriedigend.

Später kommen dann noch Fähigkeiten dazu, die man von den Aliens lernt, wie sich beispielsweise in anvisierte Gegenstände zu verwandeln, um so durch z.B. enge Schlupflöcher zu gelangen. Eine wahre Spielwiese für Fans kreativer Ideen.

 

Und hier kommt gleich auch eine Warnung: »Prey« fordert den Kopf. Es ist kein Shooter, bei dem man wie auf Schienen von A nach B gelangt. Bei »Prey« kann es nötig sein, um die Ecke zu denken und Dinge auszuprobieren. Nicht jedem mag das gefallen, aber wer daran Spaß hat, wird in »Prey« viele Stunden gelungene Unterhaltung genießen.

 

Grafik und Sound:

Unter der Motorhaube von »Prey« schnurrt der Crytek-Motor der Cry-Engine. Diese zaubert wunderbare Lichteffekte hervor und auch die Texturen sehen sehr gelungen aus. Von Seiten der Grafik her wäre zwar noch die eine oder andere Schippe mehr drin gewesen, gerade wenn man an die Animationen der Aliens denkt. Dennoch ist »Prey« sehr ansehnlich.

 

Die Soundabteilung hat einen wunderbaren Job geleistet. Die Sounds sind unheimlich und passen zum Spielgeschehen. Ein besonderes Lob gebührt der Musik. Sie ist auf spannende Weise bizarr und fremdartig, was exakt zum Setting passt.

 

Fazit:

»Prey« ist ein Fest für Science-Fiction-Fans, die es kreativ mögen. Man muss Einarbeitungszeit mitbringen, um alle Psyche-Kräfte und kreativen Kanonen (die sogenannte »Gloo-Canon« ist immer wieder für witzige Ideen gut) auf neue Art und Weise einzusetzen.

Wer es gerne kreativ mag und damit leben kann, nicht sofort alle Gegner mit Schießeisen beharken zu müssen, wird mit »Prey« sehr viel Spaß haben!

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Prey

Arcane Studios / Bethesda Softworks, 5. Mai 2017

USK: 16

Sprache: Deutsch, Englisch

Bildschirmtexte: Deutsch, Englisch

Anleitung: Deutsch

 

ASIN: B01H05Q25E

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 10.05.2017, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50