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Rattensang von Felix Woitkowski

Rezension von Marianne Labisch

 

Verlagsinfo:

Am Colorado River glaubt eine Gruppe Quäker, ihr Land des Friedens gefunden zu haben. Aber kaum steht die Siedlung, sind die Felder bestellt, suchen des Nachts unzählige Ratten den Ort heim. In Horden greifen sie das Vieh an, zerstören die Saat und attackieren selbst die Hütten. Jede Hilfe versagt.

Erst als ein Namenloser die Siedlung erreicht, schöpfen die Menschen neue Hoffnung. Doch statt eines Colts trägt er nur eine Mundharmonika bei sich und der Lohn, den er für seine Unterstützung fordern wird, bleibt ungewiss.

 

Auf den Spuren fast vergessenen Wissens und dampfenden Fortschritts entführt »Rattensang« in eine Welt voll Schauer, Sagen und Musik, eine Zeit im Umbruch.

 

Rezension:

Eine ganz andere Wildwest Geschichte in zwei Teilen.

In Teil eins gibt es den einsamen Helden, der allerdings nur mit einer Mundharmonika bewaffnet durch die Lande zieht.

Er findet die Quäker, die Hilfe dabei benötigen, sich von einer Rattenplage zu befreien. Diese Ratten vernichten die Ernte, fressen das Vieh auf den Weiden und arbeiten sich nachts durch das Holz der Hütten, um an die Menschen zu gelangen. Kein Wunder haben die friedfertigen, gottesgläubigen Siedler Angst um ihr Leben.

Aber es gibt auch noch einen seltsamen Erfinder, X nennt er sich, der von einem Rinderbaron engagiert wurde. Auch er soll die Rattenplage bekämpfen.

Der eine baut absonderliche Maschinen, der andere ist auf der Suche nach einer ganz besonderen Melodie. Nach anfänglicher Zusammenarbeit gehen die beiden getrennte Wege.

 

Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber wer seine Märchen und Sagen kennt, kann erraten, wer den Sieg davon trägt.

 

Der erste Teil überzeugte mich nicht so recht. Die Sprache erschien mir überzogen, ich fragte mich, warum normale Ratten nicht ausreichten, und wozu x herhalten sollte. Wenn es dabei geblieben wäre, hätte ich wahrscheinlich keine gute Rezension verfasst. Aber der Autor hängt Teil 2 an.

 

In diesem Teil kassiert der Retter den Lohn. Den gleichen, den auch der Mann in Hameln bekam. Er nimmt die Kinder und begibt sich mit ihnen auf die Reise.

Durch seine Melodie vergessen die Kinder die Strapazen und den Hunger. Einzig Marie, die dem Mann freiwillig folgt, wird nicht durch die Musik gefangen genommen. Ihr muss er erst beibringen, sich darauf einzulassen. Am Ziel angekommen, müssen die Kinder in einem Bergwerk arbeiten. Ein Indianer hält sowohl den Mann als auch die Kinder gefangen und macht Marie zu seiner Gehilfin. Sie übernimmt die Aufgaben, die er ihr zuweist.

 

Auch hier möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Für mich persönlich macht die ganze Geschichte erst mit Teil 2 Sinn. Obwohl viele Fäden, die die Geschichten dann letztendlich interessant machen, schon in Teil 1 gewoben wurden. In meinen Augen spricht der Autor viele aktuelle Themen kritisch an.

Er zeigt Außenseiter, eine Gemeinschaft friedliebender Vertriebener, Einzelgänger, verkappte Genies und lässt uns an ihrem Empfinden teilhaben.

Wobei dieser Part noch ausführlicher hätte behandelt werden dürfen und wohl der ursprünglich angedachten Länge geschuldet ist.

Er stellt die Frage, ob nicht gerne mal von gläubigen Menschen, der Glaube so zurechtgebogen wird, wie es ihnen passt. Und er deutet die Macht der Musik an, die hier missbraucht wird. Außerdem gewährt er Einblicke in die Entstehungsgeschichte, wie sie unter den Hopi Indianern gelehrt wird.

Mich würde noch interessieren, welche Geschichten X, den Indianer und den Namenlosen verbinden und könnte mir daher eine Fortführung gut vorstellen.

 

Fazit:

Alles in allem ein recht gelungener Mix aus Western, Steampunk und Fantasy.

Vier Sterne von mir.

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Eure Meinung:

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Buch:

Rattensang

Autor: Felix Woitkowski

Taschenbuch, 139 Seiten

p.machinery, August 2015

Cover: Gustave Doré und Felix Woitkowski

 

ISBN-10: 3942533928

ISBN-13: 978-3942533928

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B015XTF5RA

 

Erhältlich bei: AmazonKindle-Edition

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Erstellt: 12.05.2016, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 17:24