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Sieger Wurm

Reihe: Hellboy Bd. 6

Rezension von Christian Endres

 

Mit Band sechs der Hellboy-Reihe aus dem Hause Cross Cult steht uns entgegen der beiden Vorgänger mit allerhand lesenswerten Kurzgeschichten wieder ein einzelnes Abenteuer bevor, indem es unser rothäutiger Held zum vorläufig letzten Mal im Dienste der B.U.A.P. mit Schrecken kosmischen Ausmaßes und einmal mehr mit fiesen Nazis zu tun bekommt, die sich abermals an einer Ragnarök-Idee festgebissen haben ...

 

Einige beunruhigende Aktivitäten im Weltall veranlassen die B.U.A.P., zwei ihrer Agenten in die österreichischen Alpen auszusenden, um dort in einer Burg, in deren Inneren einst Schreckliches geschehen ist, dem Geheimnis eines Nazi-Raumfahrtexperimentes auf die Schliche zu kommen und die Folgen zu neutralisieren. Die beiden Agenten, die dies tun sollen, sind Hellboy und Roger, der Homunkulus (den wir u. a. schon im vierten Band der Reihe –Sarg in Ketten – kennen gelernt haben, als er sich gegen seinen Bruder aufgelehnt und damit und aufgrund der Rettung von Liz Sherman Hellboys Vertrauen und Freundschaft gewonnen hat). Mit einer einheimischen Führerin machen sie sich auf, Burg Hunte zu erkunden – und müssen sich bald schon einem schrecklichen Verrat und einer Vielzahl grausamer Feinde erwehren, von denen einer nicht nur aus dem Weltall kommt, ziemlich groß ist und das Chaos bringt, sondern durchaus auch den Untergang der menschlichen Rasse einleiten könnte ...

 

Zwecks Aufmachung fällt einem sofort das Vorwort ins Auge, und sofort denkt man sich: Was? Schon wieder so ein überschwängliches Vorwort. Jawohl. Ein Vorwort, das diesmal Guillermo del Toro verschuldet und ferner zu verantworten hat, und das es in Sachen Euphorie mit meinen Rezensionen zu den Bänden dieser auch nach sechs Bänden noch außergewöhnlichen und interessanten Reihe durchaus aufnehmen kann. Das zweite Extra von Sieger Wurm ist neben der üblichen Pin-Up-Galerie deutscher Künstler eine informative Hellboy-Timeline, die alle relevanten Abenteuer und Ereignisse bezüglich des Werdegangs unseres Höllenjungen fest hält und so einiges, das in früheren Büchern der Serie passiert ist, noch einmal auffrischt und ins Leser-Gedächtnis zurückruft. Wie schon seine Vorgänger besticht Band sechs der Reihe wieder durch sein einheitliches Design. Einzig die Zensur gewisser Symbole, die bei der Thematik nun mal nicht zu umgehen sind, trüben den Gesamteindruck wieder ein wenig, doch habe ich mich hierzu ja schon an anderer Stelle zu Genüge ausgelassen und möchte mich nur ungern wiederholen, zumal das Verschulden ja nicht beim Verlag zu suchen ist.

 

Fazit: Mike Mignola bringt im vorliegenden Hellboy-Band allerhand Dinge unter, ohne dass auch nur eines davon fehl am Platze wirkt: Undurchsichtige Helden wie Lobster Johnson, Nazi-Wissenschaftler, Kriegsaffen, Reptilienmenschen, Außerirdische, weitere Details über Hellboys Bestimmung ... – dennoch habe ich während des Lesens zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt, dass Mignola die Kontrolle verloren hätte. Viel mehr wurde mit jeder Seite deutlicher, dass er sogar ganz genau wusste, was er dem Leser für eine Geschichte und was für ein Detail erzählen möchte.

 

Eine komplexe, gute Story, die sich umso besser liest, je mehr Hellboy man bis dahin konsumiert hat, und ein nach wie vor atemberaubend reduziertes, nichtsdestotrotz aber geniales Artwork mit starken, oftmals flächigen Kontrasten zwischen Hell und Dunkel lassen Sieger Wurm zur perfekten Symbiose zwischen Erzähl- und Zeichenkunst verschmelzen und markieren zumindest für mich den vorläufigen Höhepunkt der Serie, die – Gott (oder dem Teufel?) sei´s gedankt – 2006 fortgesetzt werden wird.

 

Kurzum: Ein gewaltiger, imposanter Comic. Wer die voran gegangenen Bände mochte und sich ein wenig in der Hellboy-Materie auskennt, der wird dieses Comicbuch lieben – alle anderen sollten sich vielleicht lieber von Beginn an in die Serie einarbeiten, um auch Sieger Wurm entsprechend genießen zu können.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Sieger Wurm

Reihe: Hellboy Bd. 6

Autor: Mike Mignola

Verlag: Cross Cult

Format: Hardcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3936480060

Anzahl Seiten: 160

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.10.2005, zuletzt aktualisiert: 15.02.2020 14:05